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Der Meister des Abstiegskampfes: GWD Minden morgen bei der MT Melsungen zu Gast

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Von: Björn Mahr

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Ein Bild aus der vergangenen Saison: Carsten Lichtlein (rechts) gibt als spielender Mindener Torwarttrainer dem GWD-Schlussmann Malte Semisch ein paar wertvolle Tipps. Morgen empfängt Lichtlein mit der MT seinen Ex-Klub.
Ein Bild aus der vergangenen Saison: Carsten Lichtlein (rechts) gibt als spielender Mindener Torwarttrainer dem GWD-Schlussmann Malte Semisch ein paar wertvolle Tipps. Morgen empfängt Lichtlein mit der MT seinen Ex-Klub. © Imago Images/PMK

GWD Minden gastiert in der Handball-Bundesliga morgen in Kassel bei der MT Melsungen. Damit trifft MT-Torwarttrainer Carsten Lichtlein auf gute Bekannte.

Kassel – Wenn ein Klub in der Handball-Bundesliga weiß, welche Tugenden im Abstiegskampf gefragt sind, dann ist es GWD Minden. Das Team erreichte in den beiden vergangenen Spieljahren immer den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Und das, obwohl das Team von Trainer Frank Carstens zwischendurch in argen Nöten steckte.

„GWD besticht durch große mannschaftliche Geschlossenheit“, sagt Carsten Lichtlein. Und der Torwarttrainer der MT Melsungen muss es wissen. Von 2020 bis zum Sommer dieses Jahres stand er in Mindener Diensten. So überrascht es auch nicht, dass er vor dem Heimspiel der MT morgen ab 19.05 Uhr (Rothenbach-Halle Kassel) mahnend den Zeigefinger hebt. „Wir müssen von Anfang an konzentriert sein und dürfen nicht zwei Gesichter zeigen“, erklärt der 42-Jährige.

Aktuell rangiert Minden auf dem vorletzten Rang, kann aber durchaus respektable Ergebnisse vorweisen. So brachte das Team den Füchsen Berlin deren erste Saison-Niederlage bei.

„Die Mindener geben immer bis zur letzten Sekunde alles“, warnt Lichtlein. Zudem haben sie in Malte Semisch einen hervorragenden Schlussmann – an dessen positiver Entwicklung Lichtlein durchaus seinen Anteil hat. „Es ist großartig, was Malte in den letzten zwei, drei Jahren hält. Ohne ihn wäre GWD nicht mehr in der ersten Liga“, ist der Neu-Melsunger überzeugt. Der 30-jährige Semisch stand bereits bei der TSV Hannover-Burgdorf, dem TuS N-Lübbecke und den Füchsen Berlin unter Vertrag, ehe er 2019 nach Minden kam.

Die Erfolge seines ehemaligen Kollegen waren für Carsten Lichtlein Fluch und Segen zugleich. „Ich durfte weniger spielen, aber Malte hat uns mit seinen Paraden in der Klasse gehalten“, stellt der Weltmeister von 2007 klar.

Dass die Ostwestfalen Tuchfühlung zum unteren Tabellenmittelfeld haben, ist auch ein Verdienst des Spielmachers Mohamed Amine Darmoul, der klug Regie führt und auch selbst Torgefahr ausstrahlt. „Er ist sehr wichtig für das GWD-Spiel“, betont Lichtlein.

Zudem hat der Tunesier nun einen Mann an seiner Seite, der für die leichten Tore aus dem Rückraum sorgt: Philip Ahouansou. Da der 21-Jährige zu Beginn dieser Serie bei den Rhein-Neckar Löwen kaum Spielzeit bekam, holten die Mindener den wurfgewaltigen 2,03-m-Hünen im November aus Mannheim. Seither gelangen ihm 47 Treffer für die Grün-Weißen.

Jetzt haben die Ostwestfalen endlich wieder einen Distanzschützen – einen Mann dieser Klasse hatte ihnen seit dem Abgang des Norwegers Christoffer Rambo 2021 gefehlt.

Die Nachverpflichtung von Ahouansou war auch erforderlich. Denn die Mindener können genau wie die MT von einem beispiellosen Verletzungspech sprechen. „Am Donnerstag trifft Platz zwei auf Platz eins“, sagt Melsungens Sportdirektor Michael Allendorf mit Blick auf die Lazarette der Klubs beißend ironisch. Langfristig fallen bei GWD Carles Asensio, Justus Richtzenhain, Ole Günther und Marko Vignjevic (alle Kreuzbandriss) aus. Ein etatmäßiger Kreisläufer stand dem Carstens-Team zuletzt nicht mehr zur Verfügung. Niclas Pieczkowski, der genauso wie die MT-Profis Julius Kühn und Kai Häfner 2016 Europameister wurde, leidet unter Schulterproblemen. Unterschätzen darf Melsungen die Grün-Weißen trotzdem nicht, die Meister des Abstiegskampfes. (Björn Mahr)

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