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Haenen trifft am Samstag auf alte Lemgoer Kollegen

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Von: Björn Mahr

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Hier fühlt er sich wohl: MT-Profi Arjan Haenen (links) mit Freundin Loreen und Hund Dino im Garten zu Hause in Lohfelden. Foto: Hedler
Hier fühlt er sich wohl: MT-Profi Arjan Haenen (links) mit Freundin Loreen und Hund Dino im Garten zu Hause in Lohfelden. © Foto: Hedler

Kassel. Er ist eine Stummungskanone und ein Tierfreund: Arjan Haenen von Handball-Bundesligist MT Melsungen. Am Samstag trifft der Rechtsaußen auf seine alten Kollegen aus Lemgo.

Im Heimspiel gegen Stuttgart schaute Johannes Sellin nach gut 45 Minuten kurz zur Ersatzbank herüber und suchte seinen Kollegen Arjan Haenen. „Ich war schon ein bisschen müde“, erzählt der Rechtsaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen. Sein Team war längst auf die Siegerstraße eingebogen - und den inoffiziellen Titel als wertvollster Spieler dieser Partie hatte Sellin, für den am Ende des Tages 16 Treffer zu Buche standen, auch schon sicher.

Doch dann stellte der 25-Jährige fest, dass die MT keine Akteure mehr auf dem Spielberichtsbogen nachtragen durfte. Alle verfügbaren 14 Plätze waren vergeben - und Haenen, Sellins etatmäßiger Ersatz, war die Nummer 15 und saß hinter der Bank. „Ich hätte Ari gern zu Einsatzzeiten verholfen“, sagt der deutsche Nationalspieler, „er unterstützt mich, wo er nur kann. Das ist nicht selbstverständlich.“

Diese Rollenverteilung droht Haenen, der durchaus als Stimmungskanone gilt, auch am Samstag, wenn der Niederländer mit der MT ab 19 Uhr beim TBV Lemgo gastiert. Bei eben jenem Verein, bei dem er zum Erstliga-Profi heranreifte und für den er bis zum Frühling dieses Jahres im Einsatz war - ehe er in Melsungen einen Vertrag bis zum Sommer 2018 unterschrieb.

Der Blick auf einen Handballer, der bei den Nordhessen bislang kaum in Erscheinung treten durfte, aber viel Stoff für gute Geschichten liefert.

Die Zeit in Lemgo 

Melsungen ist erst der dritte Verein Haenens. Vor Lemgo spielte der Linkshänder noch in seiner Heimat bei Bevo Panningen. Nachdem er 2012 beim TBV mit einem Bundesliga-Vertrag ausgestattet wurde, teilte er sich die Aufgabe auf der Außenbahn mit einem Weltmeister: Florian Kehrmann. „Ich habe viel von Flo gelernt, der beste Rechtsaußen der Welt“, betont der 29-Jährige. Kehrmann war schon in jungen Jahren sein Vorbild. Dass Haenen nur dann spielte, sobald der ehemalige deutsche Handball-Superstar freiwillig das Feld verließ, war kein Problem.

Vielleicht seinen nachhaltigsten Auftritt im TBV-Dress hatte er am 21. Februar 2014. Lemgo steckte tief im Abstiegskampf, der Klub hatte Wochen zuvor Kehrmann als Nachfolger des entlassenen Coachs Niels Pfannenschmidt installiert - und es drohte gegen Friesenheim die nächste Heimpleite. 31:32 stand es in der letzten Sekunde in diesem Kellerduell. Dann rettete Haenen mit einem Siebenmeter-Tor einen Zähler. Am Ende der Serie blieben die Ostwestfalen in der Klasse.

Die Zeit in Melsungen 

Ob er am Samstag eingewechselt wird, bleibt abzuwarten. Zumal auch der Halbrechte Dener Jaanimaa notfalls auf außen agieren könnte. „Ich werde im Training weiter Gas geben, und wenn die englischen Wochen komme, werde ich meine Einsatzzeiten erhalten“, ist der 1,80 m große Haenen überzeugt. In der Lipperlandhalle war er nach seinem Abschied vom TBV schon zweimal - und nahm den nächsten MT-Gegner genau unter die Lupe: „Lemgo spielt schnell, wir benötigen ein gutes Rückzugsverhalten.“

Die Zeit ohne Handball 

Der eine Teil der Melsunger Bundesliga-Mannschaft wohnt in Kassel, der andere in Melsungen. Bis auf Arjan Haenen - der hat sich mit Freundin Loreen eine Wohnung in Lohfelden gesucht. „Dort haben wir einen Garten dabei, und das ist auch schöner für unseren Hund“, sagt der Niederländer. Er hat einen Zwergspitz - namens Dino. Aus einer früheren Beziehung hat Haenen eine Tochter, die allerdings in Rotterdam lebt.

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