Rnic bester Werfer

28:30 - MT verschläft die erste Hälfte in Kiel

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Zeigte eine überzeugende Leistung in Kiel: Momir Rnic (mit Ball) kommt hier gegen Torwart Andreas Wolff zum erfolgreichen Abschluss. Links im Bild: Kiels Niclas Ekberg.

Kassel. Nach drei Pflichtspielsiegen in Folge musste die MT Melsungen wieder eine Niederlage einstecken. Im Auswärtsspiel der Handball-Bundesliga gab es nach schwacher erster Halbzeit ein 28:30 (12:19). Unser Schnellcheck:

Wie war das Spiel in der Sparkassen-Arena?

Einseitig. Die Melsunger fanden wie in praktisch jeder Begegnung nach der WM-Pause nicht sonderlich gut in die Partie. Viel zu verhalten präsentierten sie sich in der 5:1-Deckung. Es entstand der Eindruck, als seien die Nordhessen nicht am Montagabend, sondern erst am Spieltag vom Europapokal-Auftritt in Finnland nach Deutschland zurückgekehrt. Philipp Müller und sein Bruder Michael schafften noch zweimal den Ausgleich, dann wuchs der Rückstand rasch an. Der gefährliche Christian Zeitz, Niclas Ekberg und Rune Dahmke erhöhten auf 5:2 für den haushohen Favoriten (5.).

Die Hausherren mussten zwar auf Niklas Landin verzichten, der leicht am Daumen verletzt ist - aber der Rekordmeister hat ja noch die deutsche Nummer eins Andreas Wolff. Und bevor Melsungens Johan Sjöstrand bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte richtig in Schwung kam, hatte sein Gegenüber schon vier Bälle pariert. In der Folgezeit war es zumindest auf der Torwart-Position ein Duell auf Augenhöhe.

Denn ansonsten kam von der MT bis zur Pause viel zu wenig. Zumal sie auch ihre klarsten Gelegenheiten nicht nutzten. Johannes Sellin und Michael Allendorf vergaben etwa vom Siebenmeterpunkt. In der 27. Minute besorgte Dahmke so bereits das 16:9 für den THW.

Nach dem Wiederanpfiff - auch das hat fast schon Tradition - nahm Melsungen mehr am Spiel teil. Philipp Müller und Felix Danner gingen ihre Widersacher mit mehr Entschlossenheit an. Momir Rnic war vor 10 285 Zuschauern ein wichtiger Schütze aus dem Rückraum. Auch der Ex-Kieler Dener Jaanimaa überzeugte und bildete mit Kapitän Müller auf der rechten Seite ein interessantes Gespann.

Je länger die Partie dauerte, desto näher kam der Außenseiter heran. Youngster Johannes Golla traf zum 19:24 (44.). In der Schlussphase wurde es sogar noch enger. Golla warf das 28:30 in der letzten Minute.

War denn das Ergebnis gerecht?

Ohne Frage. Die Gäste werden sich allerdings ärgern, dass sie vor allem im ersten Durchgang nicht wirklich präsent waren. Denn was möglich gewesen wäre, wurde nach der Pause deutlich: Die zweite Hälfte ging mit 16:11 an den Vorjahresvierten.

Wer war der Mann des Abends?

Bei einer Niederlage passt es eigentlich nicht, einen Akteur des Verlierers herauszustellen. Doch was Momir Rnic nach seiner Einwechselung nach 15 Minuten veranstaltete, war aller Ehren wert. Sport-1-Reporter Peter Kohl sprach sogar von der MT Rnic.

Gab es überhaupt einen Aufreger?

So richtig nicht. Dafür war auch der Rückstand der Gäste zu hoch. Das einzige Mal, dass die Emotionen etwas hochkochten, war in der 56. Minute, als Michael Müller wegen Meckerns eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte.

Wie war die Übertragung bei Sport 1?

Besser als die Leistung der Gäste - was allerdings auch nicht so schwer war. So spielten sich Kommentator Kohl und TV-Experte Stefan Kretzschmar mehrfach den Ball zu. So erklärte Kohl, dass MT-Coach Michael Roth schon seit 23 Jahren als Trainer tätig sei. „Das sieht man ihm aber auch an. Da sind schon ein paar graue Haare dazugekommen“, bemerkte „Kretzsche“ daraufhin.

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