Erste Halbzeit komplett verschlafen

22:27 - MT Melsungen verliert Hessenderby in Wetzlar

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Wetzlar. Die einen stimmten die Humba an, die anderen verschwanden rasch in der Kabine. Während die Handballer der MT Melsungen nach der 22:27 (7:13)-Derbypleite bei der HSG Wetzlar restlos bedient waren, waren die Hausherren komplett aus dem Häuschen.

Sie feierten mit den 4300 HSG-Anhängern unter den 4423 Zuschauern in der ausverkauften Rittal-Arena den Efolg über den Erzrivalen.

Nach sechswöchiger WM-Pause war bei der MT erst mal viel Leerlauf im Getriebe. Was in den ersten zehn Minuten noch nicht so schlimm war, weil auch die Hausherren nicht gerade furios begannen und gegen den Melsunger Mittelblock mit Philipp Müller und Johannes Golla sowie Torwart Johan Sjöstrand wenig ausrichteten. So glichen Arjan Haenen und Michael Müller für den Tabellenzehnten zum 1:1 beziehungsweise 2:2 aus. Doch dann gerieten die Nordhessen immer mehr ins Hintertreffen.

„Wir spielen nicht gut“, bedauerte der verletzte MT-Torjäger Johannes Sellin, der als Experte für Radio HNA die Partie auf der Pressetribüne verfolgte: „Wir finden im Angriff keine Lösungen.“ Zudem verteidigten die Gastgeber mit so viel Aufwand, dass die Melsunger kein richtiges Zusammenspiel hinbekamen und zu einigen technischen Fehlern gezwungen wurden. Diese Ballverluste nutzte die HSG, um sich peu-à-peu abzusetzen. 

In einer torarmen ersten Hälfte machten der starke Philipp Weber, Stefan Cavor (2) und der frischgebackene norwegische Vizeweltmeister Kristian Björnsen aus einem 6:4 ein 9:4 (21.). Umso bemerkenswerter, als die Heimmannschaft ab der 16. Minute ohne ihren erfahrenen Spielmacher Filip Mirkulovski auskommen musste, der humpelnd in der Kabine verschwand.

Was damit zusammenhing, dass die Wetzlarer die für ein Derby nötige Körpersprache zeigten. Die logische Folge: 12:5 nach 27 Minuten. Auf den Rängen fingen die HSG-Fans schon an, über die Höhe des Sieges zu diskutieren.

Etwas gedämpft wurde der Optimismus der Mittelhessen, als der deutsche Jannik Kohlbacher nach grobem Foulspiel an Timm Schneider die Rote Karte sah (29.). Zumal die Gäste danach verkürzten. Momir Rnic gelang praktisch mit seiner ersten Ballberührung das 8:13 (31.) und war auch danach ein belebendes Element.

Jetzt endlich war die MT in dieser Partie richtig angekommen – mit halbstündiger Anlaufzeit. Michael Müller und Timm Schneider verringerten den Abstand auf 13:16 (42.). In dieser Phase sah es sogar so aus, als könnten die Schützlinge von Melsungens Coach Michael Roth noch näher herankommen. Allerdings unterliefen den Gästen dann wieder einige unnötige Fehler. Weshalb die Hoffnung auf einen Punktgewinn schwand. Nachdem aber Rnic beim Stand von 18:23 per Siebenmeter am kurz zuvor eingewechselten Schlussmann Nikolai Weber gescheitert war, war klar, dass es nichts mit dem angepeilten erfolgreichen Start in die Restrunde werden würde. Die HSG-Anhänger sangen schon in der vorletzten Minute: „So ein Tag, so wunderschön wie heute.“ 

Bereits am Samstag müssen die Melsunger wieder ran. Dann empfangen sie ab 19.30 Uhr zum Auftakt der Europapokal-Gruppenphase Benfica Lissabon in der Rothenbach-Halle. Und eine so schwache erste Hälfte wie am Mittwochabend darf sich Melsungen nicht noch einmal erlauben.

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