29:26 - MT Melsungen triumphiert gegen den Meister

Kassel. Am Ende gab es nur noch Jubel. Und „Ohhh wie das schön"-Gesänge. Die Handballer der MT Melsungen haben nach einer berauschenden Leistung die Überraschung geschafft.

Als zweites Team der Bundesliga bezwangen sie Meister Rhein-Neckar Löwen. Das 29:26 (15:13) war dank einer grandiosen Abwehr, einem konzentrierten Angriff und einem erneut überragenden Torhüter Nebojsa Simic hochverdient.

Natürlich ist die Halle ausverkauft. Zum sechsten Mal in Folge. Dafür muss nicht mal der Meister kommen. Heute aber ist er da. Die Rhein-Neckar Löwen waren zuletzt ja die Reisegruppe der Liga. Samstag Leipzig, Sonntag Barcelona, heute nun Kassel. Trotzdem sind die Gäste zu Beginn hellwach. Als Lasse Mikkelsen in der vierten Minute die MT-Fans erstmals jubeln lässt, da haben die Löwen bereits dreimal getroffen. Drei Tore Rückstand - dabei bleibt es in der Folgezeit erst einmal. Was aber zu erkennen ist: In der Abwehr, da verteidigt die MT konzentriert, aggressiv.

Und im Tor zeigt Simic schnell die ersten Paraden. Überhastete Abschlüsse im Angriff verhindern aber, dass der Abstand kleiner wird. Kein Wunder, dass Michael Roth in der 14. Minute eine Auszeit nimmt. Die Folge: Den nächsten Angriff schließt Dener Jaanimaa erneut zu schnell ab, den Konter nutzt Andy Schmid. 3:8.

Mit der Zufriedenheit des Spielmachers ist es bald aber vorbei. Denn plötzlich kippt das Spiel. Ausgerechnet aus einer Unterzahl ziehen die Melsunger Mut. Simic pariert gegen Schmid - Kühn trifft. Felix Danner pflückt am Kreis einen Pass von Schmid - Kühn trifft. Und jetzt ist es ein anders Spiel. Jetzt ist die MT da. Jetzt sind die Zuschauer da. Sie bejubeln den ersten Ausgleich durch Tobias Reichmann (24.), der trotz lädierter Wade dabei ist. Sie wüten, als Johannes Golla beim Sprungwurf von Hendrik Pekeler gefoult wird. Doch die Wut ist verraucht, als Reichmann den fälligen Siebenmeter zur ersten Führung verwandelt. 12:11 in der 26. Minute. Was für eine Wende.

Aber es kommt ja noch besser. Denn was wäre ein Abend in der Rothenbachhalle ohne die große Simic-Show. Die Löwen gehen jetzt Risiko, setzen auf sieben Feldspieler. Doch Simic hält gegen Mensah Larsen. Simic hält gegen Reinkind. Und beide Male wirft er den Ball ins leere Tor der Gäste. Zur Pause steht es 15:13. Wahnsinn!

Und es geht ja so weiter. Die MT-Abwehr leistet unglaubliche Arbeit. Simic zeigt Parade um Parade. Michael Allendorf nutzt das zwei weitere Male zu Würfen ins leere Tor. In der 38. Minute liegen die Gastgeber beim 20:15 und 21:16 durch Tim Schneider, der Mikkelsen als Spielmacher abgelöst hat, fünf Tore vorn.

Doch natürlich ist der Meister nicht geschlagen. Er kommt zurück, auch durch den Ex-Melsunger Momir Rnic. Zwei Tore in Überzahl, ein Konter durch Schmid - 21:19 (45.). Der Vorsprung schmilzt. Es ist jetzt eine Frage der Nerven. Und die Gastgeber zeigen diese Stärke. Auch weil Julius Kühn aufdreht. Drei Kracher des Nationalspielers, am Ende mit neun Toren bester MT-Schütze, sorgen für ein 25:21. Sorgen für Ruhe. Sorgen für Sicherheit. Und sorgen für einen Jubelsturm, der das Dach der Halle fast abheben lässt. Denn die Gastgeber sind nicht mehr abzubringen von ihrem Weg. Sie sind im Rausch. Sie schaffen die Überraschung gegen den Meister. Jaanimaa setzt den Schlusspunkt. 29:26. Der Rest ist Jubel ohne Ende.

MT Melsungen gewinnt gegen Rhein-Neckar-Löwen

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