Melsungen mobilisiert die letzten Kräfte

MT-Zittersieg nach Traumstart: 27:26 gegen Gummersbach

Gummersbach. Die MT Melsungen hat ihre Durststrecke beendet. Nach drei Niederlagen und nur 48 Stunden nach dem bitteren Pokalkrimi in Ludwigshafen feierten die Roth-Schützlinge einen 27:26 (15:11)-Erfolg beim VfL Gummersbach und festigten damit ihren vierten Platz in der Handball-Bundesliga.

Und wie! Die MT legte einen 7:2-Traumstart (9.) hin, spielte den Altmeister in der Anfangsphase glatt an die Wand. Mit einer kompakten 6:0-Deckung vor einem reaktionsschnellen Sjöstrand, die nichts – außer zwei verwandelten Siebenmetern – zuließ. Und besonders den Gummersbacher Rückraum mit Jung-Nationalspieler Kühn gut im Griff hatte.

Derlei hervorragende Abwehrarbeit zahlte sich aus: In drei Tempogegenstoßtore durch Michael Allendorf. Auch im Positionsangriff hatten die Gäste die passenden Antworten gegen die offensive Gummersbacher Deckung, spielten die Außen Allendorf und Sellin frei oder setzten sich am Kreis effektvoll durch (Danner).

Es folgten nach zehn Minuten die erste Parade von Carsten Lichtlein im VfL-Tor und das erste Gummersbacher Feldtor durch Simon Ernst, doch am Spielverlauf änderte sich erstmal nichts. Die MT dominierte – bis zum 11:5 (16.). Dann ging, auch bedingt durch einige Wechsel, der Rhythmus etwas verloren.

Und ausgerechnet Ersatzmann Puhle im VfL-Kasten nahm den Roth-Schützlingen einige Bälle weg. Für die Gastgeber ein Aufbruchsignal. Nach drei Treffern in Folge durch Andreas Schröder (2) und Raul Santos waren sie beim 8:11 (20.) wieder dran, ehe die MT durch zwei Treffer des emsigen Felix Danner zum 9:13 (28.) „konterte“.

Allerdings ließen Johannes Sellin und Michael Müller weitere Chancen aus, so dass den Gummersbachern der Halbzeitstand (11:15) noch schmeichelte. Aber ihnen die Option einer erfolgreichen Aufholjagd gegen geschlauchte Nordhessen ließ.

Nach Schröders viertem Tor zum 12:15 wurde es, zumal in Unterzahl, wirklich enger. Doch dann nagelte Johan Sjöstrand seinen Kasten für acht Minuten zu und vorn sorgten Selin und Allendorf für kurzzeitige Melsunger Entlastung – 17:12 (38.).

Trotzdem, ein Ruhekissen war dieser Vorsprung nicht. Dazu drehte Matthias Puhle zu sehr auf und riss seine Vorderleute immer wieder mit. Dazu zielte Melsungens Rückraum, insbesondere der eingewechselte Momir Rnic, nicht genau genug. Dazu geriet das Anrennen gegen Gummersbachs kampfbetonte Abwehr immer mehr zu einem kräftezehrenden Abnutzungskampf.

Der nach Schröders Anschlusstor zum 25:26 (58.) vom ausgepumpten Gast seinen Tribut zu fordern drohte. Umso mehr, als Magnus Persson 30 Sekunden danach auch noch ausglich. Doch Melsungen blieb cool. Vor allem Patrik Fahlgren, dessen viertes Tor letztlich den Zittersieg bedeutete. Der entsprechend von Mannschaft und mitgereisten Fans bejubelt wurde.

Rubriklistenbild: © Lammel/HNA

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