Roth warnt: Spiel auf Augenhöhe

Handball-Bundesliga: MT Melsungen ohne Vuckovic gegen aufstrebende Hannoveraner

Zwei gegen einen: Auf diese Situation muss sich Melsungens Momir Rnic (Mitte) einstellen, wenn es der Rückraumspieler wie hier im Bild erneut mit den Hannoveranern Joakim Hykkerud (links) und Erik Schmidt zu tun bekommt. Foto: Kasiewicz

Kassel. Man kennt sich. Man schätzt sich. Man hat in dieser Saison schon zweimal gegeneinander gespielt. Und trotzdem kribbelt’s bei Mannschaften und Fans immer wieder neu, wenn die MT Melsungen wie heute (19 Uhr Rothenbachhalle) auf den Nachbarn TSV Hannover-Burgdorf trifft.

„Ein Spiel absolut auf Augenhöhe, in das wir noch mal alles reinlegen müssen, um zu bestehen“, sagt MT-Trainer Michael Roth voraus.

Auch wenn seinem Team der Aufsteiger von 2009 eigentlich ganz gut liegt. Dem 24:24 im Hinspiel ließen die Melsunger in Hannover im DHB-Pokal-Achtelfinale ein glattes 28:22 folgen. Und doch sollten sie sich davor hüten, derlei Erfolgserlebnis nun zum Gradmesser zu machen. Denn: Die TSV verfügt über reichlich individuelle Qualität, die der neue Trainer Jens Bürkle mittlerweile auch kollektiv zu nutzen weiß. Die Niedersachsen haben von den letzten neun Spielen nur zwei verloren und dabei 12:6-Punkte geholt.

Augen auf: MT-Trainer Michael Roth demonstriert, worauf es ankommt heute.

Prunkstück des Gastes ist seine Aufbaureihe mit dem in dieser Saison besonders gut aufgelegten Linkshänder Kai Häfner, mit Ex-Nationalspieler Christophersen, mit Zwei-Meter-Mann Mait Patrail, der nach seiner Verletzung so richtig durchstartet, sowie mit dem torgefährlichen Spielmacher Morten Olsen. Linksaußen Lars Lehnhoff, seit 2004 ununterbrochen beim TSV, peilt bei der MT sein 1000. Tor für seinen Club an, wozu dem Flügelflitzer noch vier Treffer fehlen.

Da kommt Schwerstarbeit auf die Melsunger Deckung zu, genauso wie sich der eigene Positionsangriff ohne den verletzten Nenad Vuckovic mit einem robusten 6:0-Deckungsverband vor Nationaltorhüter Martin Ziemer auseinanderzusetzen hat. Umso besser, dass trotz des Substanzverlustes nach einer ertragreichen, aber auch kraftraubenden Hinrunde beim Gastgeber einige Spieler zuletzt sogar noch mal zulegen konnten.

Michael Allendorf etwa, der sich, endlich mal beschwerdefrei, seiner Bestform nähert und durch die Nachnominierung in den EM-Kader zusätzlich motiviert sein dürfte. Oder Felix Danner, in der Defensive gesetzt und im Angriff zuletzt so gefährlich wie lange nicht mehr. Besonders bei zweiten Bällen, die der Kreisläufer traumhaft sicher einzulochen wusste. Beide trugen maßgeblich zum vorausgegangenen 27:26-Sieg in Gummersbach bei, „der unserer Moral noch mal richtig gut getan hat“ (Roth). Und half, den vierten Platz zu untermauern.

Das verpflichtet. „Wenn wir oben bleiben wollen, müssen wir die letzten beiden Heimspiele des Jahres gewinnen“, erklärt Spielmacher Patrick Fahlgren, der nach seiner Rückkehr ins Team schon erstaunliche Akzente setzte. Die Momir Rnic etwas vermissen ließ, worunter der Druck aus dem linken Rückraum litt. Den gilt es wieder zu erhöhen. Gerade gegen Hannover-Burgdorf. Ein aufstrebender Gegner, der den Melsungern durchaus gefährlich werden kann.

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