Melsunger Handballer feiern mit starkem Sjöstrand Heimsieg über Füchse

MT zwingt Berlin in die Knie

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Kassel. Der Auftakt in die neue Saison ist gelungen – und wie: Dank großartigen Kampfes und eines am Ende fantastischen Schlussmanns Johan Sjöstrand gewann Handball-Bundesligist MT Melsungen gegen die Füchse Berlin mit 23:20 (14:12).

Wie war das Spiel?

Die Partie verlief in der ersten Halbzeit teilweise etwas zähflüssig – angesichts einiger Nickligkeiten und vieler Unterbrechungen. Berlin war zudem der erwartet schwere Gegner. Vor allem Füchse-Neuzugang Drago Vukovic bereitete den Hausherren einiges Kopfzerbrechen. Die ersten drei Treffer der Gäste gingen auf sein Konto. Und weil die MT, die wie angekündigt voll auf Tempohandball setzte, längst nicht jede Chance gegen den Nationaltorwart Silvio Heinevetter nutzte, geriet sie sogar mit 6:8 ins Hintertreffen.

Dann stellte Melsungens Coach Michael Roth die Abwehr um: von 6:0- auf 5:1-Formation um. Das zahlte sich aus: Aus einem 10:11 machte die Heimsieben ein 13:11. Dazu trafen Jeffrey Boomhouwer, Nenad Vuckovic und Michael Müller.

Nach dem Wechsel fanden die Nordhessen schwer in die Begegnung. Erst in der 37. Minute gelang ihnen der erste Treffer nach der Pause. Das war das 15:15 durch Momir Rnic. Gestützt auf einen zusehends stärker werdenden Schlussmann Johan Sjöstrand gelang es dem Gastgeber, sich bis auf 18:15 abzusetzen (47.). Nun waren Boomhouwer, Felix Danner und Philipp Müller die Torschützen. Insbesondere die kämpferische Leistung der Heimsieben war aller Ehren wert. Nach Sjötrands Treffer vom eigenen Kreis ins verwaiste Berliner Gehäuse zum 23:18 begann bereits eine rauschende Party in der Kasseler Rothenbach-Halle (59.).

War das Ergebnis gerecht?

Keine Frage: So wie sich die MT in die Partie reingekämpft hat, war der Erfolg absolut verdient.

Wie war der Einstand der Neuzugänge?

Die neue Nummer eins Johan Sjöstrand hielt zunächst solide, später sogar spektakulär. Was aber wichtiger war: Er ergänzte sich super mit René Villadsen. Der Ex-Eisenacher kam beispielsweise Ende des ersten Durchgangs für den schwedischen Kollegen für einen Siebenmeter zwischen die Pfosten und wehrte den Strafwurf glänzend ab. Timm Schneider wurde zur zweiten Hälfte eingewechselt. Bei ihm wechselten Licht und Schatten ab.

Hat sich ein Akteur das Prädikat "Spieler des Spiels" verdient?

Keine Frage: MT-Keeper Johan Sjöstrand. Ansonsten war das bei diesem zerfahrenen Spiel schwer zu sagen. Zumindest auf MT-Seite hat sich kein Feldspieler besonders hervorgetan. Ansonsten gingen die Auffälligkeiten eher in die andere Richtung: Kreisläufer Felix Danner und die Außen Johannes Sellin wie Michael Allendorf erwischten einen durch und durch glücklosen Tag. Erwähnenswert wäre noch dieser statistische Wert: Der neue Kapitän Michael Müller hat auch gleich mal den ersten Treffer für die Melsunger in dieser Spielzeit erzielt - das 1:0 nach 1:20 Minuten.

Gab es ansonsten eine Besonderheit zur neuen Saison?

Drumherum hat sich einiges getan in der Rothenbach-Halle. Hinter den Tribünen waren die Biertheken anders angeordnet. Das Catering übernahm der Grischäfer - nicht nur im Vip-Bereich. Außerdem gab es vor dem Spiel einen neuen Image-Film der MT. Und die Kasseler Tanzformation Soulfly heizte während der Teamvorstellung und in den Auszeiten mächtig ein.

Wie war die Stimmung?

Es kamen 3016 Zuschauer in die Rothenbach-Halle. Das ist der zweitbeste Wert für die MT beim Saisonstart. Nur gegen Kiel in der Spielzeit 2009/2010 strömten mehr Fans beim ersten Heimspiel in die Halle - 3310. Aber auch die 3016 gegen Berlin sorgten für eine anständige Stimmung. Wie das Spiel der MT (gerade im ersten Durchgang) hat auch die Atmosphäre in der Halle noch Luft nach oben. Aber die Saison ist ja noch lang.

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