Klare Halbzeit-Führung verspielt

Niederlage erst in der Schlussphase: MT unterliegt Berlin mit 31:33

Timm Schneider

Berlin. Es war ein echter Handball-Krimi – und es gab kein Happyend für den Bundesligisten MT Melsungen. Das Team verlor trotz engagierter Vorstellung das Schlagerspiel bei den Füchsen Berlin 31:33 (18:14).

Dabei mussten die Melsunger ohne ihren Trainer Michael Roth auskommen. 

Unser Schnellcheck:

Wieso war denn der MT-Coach nicht dabei?

Michael Roth litt unter einer Viruserkrankung. Da sich der Zustand des Trainers nach der Ankunft am Dienstagabend im Hotel in Berlin zusehends verschlechterte und sich am Spieltag auch keine Besserung einstellte, reiste der 54-Jährige vorzeitig aus der Bundeshauptstadt ab. „Wegen der Ansteckungsgefahr hatten wir ihn von der Mannschaft isoliert“, erklärte Manager Axel Geerken, der zusammen mit Assistenzcoach Mile Malesevic das Team in der Max-Schmeling-Halle betreute und einstellte.

Wie war das erste Pflichtspiel der MT im Dezember? 

Das Duell war umkämpft, ein offener Schlagabtausch – passend zu einer Arena, die den Namen Max-Schmeling-Halle trägt. Nur erst mal deutlich mehr vom Spiel hatten die Nordhessen. Nicht nur, dass Timm Schneider, der auf der Mitte den Vorzug erhielt, und seine Mitstreiter praktisch von Beginn an vorn lagen. Sie präsentierten sich auch überaus diszipliniert und hielten die Fehlerzahl in einem überschaubaren Rahmen – im Gegensatz zu den Gastgebern, die doch ziemlich verunsichert wirkten. Es war keine Überraschung, dass Felix Danner in der 15. Minute zum 10:7 der Gäste traf. Roth dürfte am Fernseher gefallen haben, was er da von seinen Schützlingen sah. 

Mehr davon? Bitte sehr: Die MT stellte durch Michael Müller auf 16:11 (25.). Mit dem 15:11 hatte sich Johannes Sellin an die Spitze der Torschützenliste katapultiert – es war sein 91. Treffer in diesem Spieljahr. Und auch Schlussmann Johan Sjöstrand zeichnete sich aus. Das 14:18 zur Pause schmeichelte den Hausherren, bei denen der starke Rechtsaußen Hans Lindberg noch am meisten Gefahr ausstrahlte, sogar. Allerdings war auch klar, dass sich die Füchse noch steigern werden. 

Und sie kamen gewaltig: In der 42. Minute glich Bjarki Elisson zum 21:21 aus. Kurz darauf warf Ausnahmekönner Petar Nenadic die erste Führung der Gastgeber – 22:21. Vor allem aber war Torwart Petr Stochl nach seiner Einwechslung ein besserer Rückhalt als Silvio Heinevetter. Es wurde richtig spannend, weil die Nordhessen ganz gut dagegenhielten. Zwar fiel es ihnen schwer, die druckvollen Vorstöße des Tabellenvierten im Keim zu ersticken, im Angriff schafften sie es ihrerseits aber auch Akzente zu setzen. 

In der 56. Minute besorgte Sellin vom Siebenmeterpunkt das 30:29 für die MT. Eine Prognose für den Ausgang? Nicht möglich. Bezeichnend, dass Philipp Müller in Unterzahl das 31:31 erzielte. In der Schlussminute scheiterte Michael Allendorf aber per Strafwurf – und Paul Drux machte mit dem 33:31 alles klar.

War das Ergebnis denn gerecht?

Aufgrund der starken zweiten Halbzeit und eines glänzenden Schlussmanns Petr Stochl war der Erfolg der Füchse nicht unverdient.

Wer war der Mann des Abends?

Trotz der Niederlage: Ein Klasse-Spiel bot MT-Kreisläufer Felix Danner. Zuletzt oft gescholten, war der 31-Jährige diesmal kaum zu halten – und blockte zudem am eigenen Kreis einige Würfe der Berliner.

Wie war die Stimmung im Fuchsbau? 

Vor 20 Jahren, am 14. Dezember 1996, wurde die Halle im Ortsteil Prenzlauer Berg im Bezirk Pankow eingeweiht – im Beisein der deutschen Boxlegende Max Schmeling, die 2005 starb. Zwar war die Halle nicht ausverkauft – ein Teil des Oberrangs blieb sogar geschlossen –, stimmungsvoll war es aber dennoch. Unter den 6439 Zuschauern waren auch einige Fans der Melsunger.

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