MT Melsungen schlägt VfL Gummersbach 30:25

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MT Melsungen gegen Gummersbach

Kassel. Starker Auftritt der MT Melsungen in der Handball-Bundesliga: Beim Altmeister VfL Gummersbach hat die Mannschaft von Trainer Michael Roth gerade 30:25 (13:12) gewonnen und damit die Heimpleite gegen Wetzlar vom vergangenen Wochenende wieder vergessen lassen.

Als wäre nichts gewesen. Als hätte die Derby-Pleite nie stattgefunden. Als wären die Melsunger Spieler nicht vor gerade mal einer Woche wie begossene Pudel vom eigenen Parkett geschlichen. Nein, keine Nachwehen, kein Zaudern. Stattdessen ein nach dem Wechsel imposanter Auftritt beim VfL Gummersbach, wo der heimische Handball-Bundesligist mit 30:25 (13:12) seinen achten Auswärtssieg der laufenden Saison feierte - und damit das peinliche 24:32 gegen Wetzlar als einmaligen Ausrutscher entlarvte.

Wenn ein 5:5 nach elf Minuten einer Mannschaft schmeichelt, kann sie sich freuen, nicht schon früh ins Hintertreffen geraten zu sein. Und die andere muss sich ärgern, nicht vielversprechend vorgelegt zu haben. Wie die MT, die in der Höhle des Löwen dank einer starken 6:0-Deckung sowie eines erneut glänzend aufgelegten Torwart Appelgren den Gastgeber weitgehend im Griff hatte, ihre Chancen aber nur unzureichend nutzte.

Doch es kam noch schlimmer. Gummersbach verlor nach und nach den Respekt vor dem Kiel-Bezwinger, packte in der Abwehr entschlossen zu und bestrafte fast jeden zögerlichen Abschluss mit einem erfolgreichen Tempogegenstoß. Insbesondere Linksaußen Santos war in seinem Element und brachte den VfL mit 8:5 in Führung (15.). Als Joakim Larsson gar auf 9:5 erhöhte, schienen den Gästen sogar die Felle davon zu schwimmen.

Doch Trainer Roth reagierte, brachte Malte Schröder für den noch indisponierten Michael Müller und sein Spielmacher Patrik Fahlgren nahm nun endlich die Zügel der MT-Offensive entschlossen in die Hand. Und wenn der Schwede keinen Abnehmer fand, schloss er selbst erfolgreich ab. Vier Treffer des Regisseurs führten zu einer 13:12-Pausenführung, die allerdings durch Allendorfs Verletzung in der 25. Minute getrübt wurde. Immerhin fügte sich Vertreter Zufelde gleich mal mit einem Tor zum 12:11 ein.

Mit zwei Treffern „zurück“ meldete sich nach Wiederanpfiff Linkshänder Müller, was auch seine Rückraumkollegen Jonathan Stenbäcken und Malte Schröder Mut gab, die auf 18:14 (38.) erhöhten. Und dann war da noch Teufelskerl Appelgren, dem allenfalls Barna Putics das Wasser reichen konnte. Beste Voraussetzungen, um fortan noch befreiter aufzuspielen. Und um sogar in Unterzahl den Vorsprung auf 22:16 (41.) auszubauen.

Die Vorentscheidung? Noch nicht, weil die Melsunger im Gefühl des nahenden Sieges ihre Chancen gleich reihenweise versiebten, wobei nun auch Nationaltorhüter Lichtlein seine Klasse unter Beweis stellte. Und seine Mannschaft bis zum 21:24 (51.) im Spiel hielt, Aber nicht verhindern konnten, dass die Melsunger danach seinen Vorderleuten mit fünf Treffern in Folge den Rest gaben.

„Wir hätten die Partie früher entscheiden können“, ließ Michael Roth leise Kritik anklingen. Trotzdem überwog beim MT-Coach natürlich die Freude darüber, dass seine Jungs, mit leichten Anlaufproblemen, schließlich so furios die Kurve gekriegt hatten.

Von Ralf Ohm

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