Handball-Bundesliga am Sonntag

MT-Trainer vor Spiel gegen Kiel: "Wir haben nichts zu verlieren"

Kassel. Manchmal hilft der Blick zurück. Und die Erinnerung an zwei vergangene Sensationen. Denn nichts anderes war es, als die MT Melsungen den Rekordmeister erstmals überraschte.

Am 9. Dezember 2012 (29:25) beendeten die Melsunger die überragende Serie Kieler Siegesserie von 585 Tagen ohne Niederlage – ausgerechnet in deren heimischer Sparkassenarena. Der zweite Coup folgte am 1. März 2014: Das 30:29 ließ die ausverkaufte Kasseler Rothenbachhalle Kopf stehen. In diesen Partien machte die MT das, was sich auch am Sonntag als Erfolgsrezept herausstellen könnte.

„Wenn wir die Kieler kitzeln und lange dran bleiben, dann glaube ich an unsere Chance, ihnen die zweite Niederlage in Folge beizubringen. Wir sind gut vorbereitet – trotz unserer Ausfälle. Und wir haben nichts zu verlieren.“ Kämpferisch klingen die Töne, die der Melsunger Trainer Michael Roth vor dem schon lange ausverkauften Heimspiel-Knüller gegen den THW am Sonntag (12.30 Uhr) anschlägt. Denn die Zebras verloren am Donnerstagabend ihr Heimspiel gegen die Überraschungsmannschaft der Stunde, die TSV Hannover-Burgdorf.

Neue Rolle für die MT

Anders als in den ersten drei Saisonspielen geht die MT diesmal nicht als Favorit in die Partie. Das könnte befreiend wirken und dazu beitragen, die zuletzt auffällige Schwäche im Torabschluss zu beenden. „Uns fehlte sicherlich die Lockerheit, vielleicht weil eben zu viel Ballast auf uns gelastet hat“, erklärt Roth. „Wir müssen schauen, dass wir die Chancen, die wir rausspielen, auch verwandeln. Das würde als positives Signal von vorn im Angriff nach hinten greifen – und das ist im Handball sehr wichtig.“

Die personelle Situation

Sagen wir mal so: Die personelle Siutuation könnte einfacher sein. Ob Kreisläufer Felix Danner (dicker Knöchel) der Mannschaft helfen kann, will und kann Roth erst beim Aufwärmen am Sonntag entscheiden. Fest steht, dass die Müller-Zwillinge verletzt fehlen – und damit auch ein wichtiger emotionaler Faktor. Philipp Müller wird als Offizieller auf der Spielerbank Platz nehmen. „Er soll Johannes Golla Abwehrtipps geben und motivieren“, erklärt Roth. Als Stellvertreter vom eigentlichen Kapitän Michael Müller führt nun Michael Allendorf die Mannschaft aufs Feld.

„Wir müssen die Ausfälle als Team kompensieren“, sagt Roth. „Timm Schneider, Finn Lemke, Julius Kühn, Marino Maric und Johannes Golla müssen mehr Verantwortung übernehmen.“ Im Angriff setzt er neben dem Ex-Kieler Dener Jaanimaa auch auf Tobias Reichmann. Der Europameister, eigentlich auf Rechtsaußen zu Hause, ist eine Option für den rechten Rückraum. „Die aktuelle Situation zwingt uns, kreativ zu werden. Und sie bringt uns auf Ideen, über die wir vorher nicht nachgedacht hätten“, erklärt Roth.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Jens Wolf/dpa

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