Handball-Bundesliga

Hartes Stück Arbeit: MT feiert ersten Heimsieg gegen Gummersbach

Kassel. Dem Fehlstart folgte die Wiedergutmachung. Mit einem 25:23 (13:11)-Erfolg gegen den VfL Gummersbach machte Handball-Bundesligist MT Melsungen die Auftaktpleite in Stuttgart wieder wett und konnte bei der Heimpremiere vor 3726 Zuschauern sein durch fünf Zugänge gewachsenes Potenzial zumindest nach der Pause andeuten.

Natürlich war die Anspannung bei der Heimpremiere angesichts der wenig ruhmreichen Vorgeschichte spürbar. Selbstverständlich war der Auftritt der Gastgeber zunächst hauptsächlich von dem Willen geprägt, nur nichts falsch zu machen. Immerhin, das gelang. Aber nur bis zum 4:2, als Felix Danner in Überzahl zwei blitzsaubere Treffer vom Kreis nach schöner Vorarbeit von Finn Lemke gelangen (7.).

Dann machten Josef Pujol und Sebastian Schöneseiffen allerdings die Melsunger Hoffnung zunichte, sich frühzeitig abzusetzen und vielleicht sogar freispielen zu können – 4:4 (8.). Stattdessen folgte ein zähes Ringen, in dem dem zu statischen Mittelblock der MT phasenweise der Zugriff entglitt, sodass die Gummersbacher Rückraumrecken Marko Matic und Florian Baumgärtner ihr Team im Spiel halten konnten.

Dazu ließ der Vorjahressiebte selbst in Überzahl beste Tormöglichkeiten liegen und baute so Ex-Nationaltorwart Lichtlein auf. Lichtlein überragend Beim 9:9 (23.) wurde es Trainer Michael Roth zu bunt. In einer Auszeit justierte er seine Deckung mit der Einwechslung von Johannes Golla neu, was sich gleich belebend auf die zweite Welle seiner Mannschaft auswirkte. Doch selbst vier Treffer in Folge (Schneider, Golla, Kühn, Maric) verschafften seinen Mannen nicht die von ihm verordnete Lockerheit („Wir dürfen angesichts der hohen Erwartungshaltung jetzt nicht verkrampfen“).

Und der VfL, konsequent im Ausnutzen der MT-Fehler, kam noch vor der Pause in Unterzahl zurück. Und konnte durch zwei Treffer von Kreisläufer Moritz Preuss sogar zum 13:13 (34.) ausgleichen, während Carsten Lichtlein bei dieser Aufholjagd alles hielt, was auf seinen Kasten kam. Doch dann war auch der langjährige Lemgoer machtlos. Weil der für den blassen Johan Sjöstrand eingewechselte Nebojsa Simic gleich voll da war und seinen Vorderleuten mit seinen insgesamt zehn Paraden dazu verhalf, endlich den Turbo zu zünden.

Ein 4:0-Lauf verhalf der MT zu einer 17:13-Führung (37.) und der Abwehr zur lange vermissten Stabilität. Die Folge: Matic, Pujol und Co. wurden weitgehend an die Kette gelegt und Julius Kühn besorgte mit seinem sechsten Treffer die Vorentscheidung zum 21:16 (45.). Es war nicht das letzte Mal, dass der Neuzugang aus Gummersbach explodierte. Und damit mit insgesamt neun Toren der Hauptverantwortliche dafür war, dass seine Mannschaft dem ersatzgeschwächten Gast („ohne Vier“) nach ausgeglichener erster Halbzeit doch noch die Grenzen aufzeigte. Die eigenen dürften, trotz des ersten Saisonsieges und einer Leistungssteigerung nach dem Wechsel, dagegen wohl noch lange nicht erreicht sein.

Statistik

MT Melsungen – VfL Gummersbach 25:23 (13:11)

Melsungen: Sjöstrand (4 Paraden/11 Gegentore), Simic (ab 31. 11/12; Maric 2, Kühn 9, Lemke, Golla 2, Reichmann, Mikkelsen, Danner 4, Ph. Müller 1, Boomhouwer 1, Schneider 2, Allendorf 3/3, Jaanimaa 1, M. Müller, Haenen.

Gummersbach: Lichtlein (12/25), Hasenforther (n.e.); Schröter, Baumgärtner 3, Schöneseiffen, Matic 6, Pujol 2, Sommer 3, Köpp, Zhukov 1, von Gruchalla 3/2, Becker 1, Preuss 4, Feuchtmann.

SR: Robert Schulze (Magdeburg) / Tobias Tönnies (Magdeburg). Zuschauer: 3726. Siebenmeter: 3/3:2/2. Zeitstrafen: 2:10 Minuten. 

MT Melsungen siegt gegen VfL Gummersbach

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