Melsungen muss Kreisläufer ziehen lassen – Ignatow und Backs kommen

Ein Hochtalentierter geht, zwei Talente kommen: Blick auf die MT-Personalien 

Bekommt viel Unterstützung von den Kollegen: MT-Talent Johannes Golla (rechts, hier mit dem erfahrenen Philipp Müller). Foto: Fischer

Kassel. Bei der MT Melsungen passiert derzeit einiges in Sachen Personal. Wir haben auf die Details geschaut.

Jetzt ist es raus: Die MT Melsungen muss ab dem kommenden Sommer ohne den hochtalentierten Kreisläufer Johannes Golla auskommen, der den Handball-Bundesligisten verlassen wird. Doch die MT baut zur kommenden Serie zwei Nachwuchshoffnungen ein: Fin Backs und Dimitri Ignatow. Auch die Zukunft des Rechtsaußens Arjan Haenen ist geklärt. Er wird hauptamtlicher Nachwuchstrainer in Melsungen und kümmert sich um die Reservemannschaft in der Männer-Landesliga.

Über diese Personalien haben wir mit MT-Manager Axel Geerken gesprochen.

Thema Golla

Stand der Dinge: 2015 kam Johannes Golla aus Wiesbaden nach Melsungen. Bei der MT reifte er zum Junioren-Nationalspieler, wurde 2016 mit dem deutschen Nachwuchs Vize-Europameister und schaffte aus der Jugend den Sprung in den Profibereich. Seit mehr als einem Jahr ist er eine feste Größe im Bundesliga-Team. Nun steht fest, dass Golla im Sommer 2018 die MT verlassen wird. Er schlug eine Vertragsverlängerung aus. Nach Informationen dieser Zeitung soll die SG Flensburg-Handewitt die Fühler ausgestreckt haben.

Axel Geerken

Das sagt Axel Geerken: „Johannes ist ein sehr wichtiger Spieler für uns. Er war der erste echte Akteur, der es aus der eigenen Jugend in die Bundesliga schaffte. Wir haben seine Qualität erkannt und uns früh um ihn bemüht. Er ist einer von drei Kreisläufern in einem 16-köpfigen Kader. Seine Perspektive bei uns war nach unserer Ansicht super. Wir haben viele Gespräche geführt, wir haben ihn gepuscht. Wir hätten sehr gern mit ihm verlängert.

Es war auch ein langer Prozess. Irgendwann gestalteten sich die Verhandlungen zunehmend schwieriger. Nun hat sich der Spieler anders entschieden. Das müssen wir so akzeptieren. Es ist sehr schade, weil Johannes eine unglaubliche Akzeptanz hat – im Team, im Umfeld, bei den Fans. Sportlich können wir seinen Abgang verkraften. Allerdings hätten wir ihn auch gern als ein Gesicht der MT behalten.“

Thema Backs/Ignatow

Fin Backs

Stand der Dinge: Fin Backs und Dimitri Ignatow (beide 19) spielten bereits in der A-Jugend-Bundesliga für Melsungen. In dieser Saison wurden die beiden deutschen U20-Nationalspieler mit einem Zweitspielrecht für den Männer-Zweitligisten Hildesheim ausgestattet. Ab der nächsten Serie werden sie ausschließlich bei der MT sein. Ihre Verträge gelten bis zum Sommer 2020. Backs soll Linksaußen Michael Allendorf unterstützen, Ignatow ist auf Rechtsaußen die Nummer zwei hinter Tobias Reichmann.

Dimitri Ignatow

Das sagt Geerken: „Wir haben sie ganz bewusst vor dieser Serie in die 2. Liga nach Hildesheim gegeben, damit sie auf hohem Niveau spielen können. Beide entwickeln sich dort gut. Dass wir auf die jungen Spieler setzen, kann sicher auch ein kleines Risiko sein, jedoch sind wir von den Jungs überzeugt. Wir haben uns um keine anderen Außenspieler bemüht. Fin und Dimitri werden mit Sicherheit ihre Spielanteile erhalten. Da sie hinter zwei sehr guten Spielern stehen, können wir sie ohne Druck aufbauen.“

Thema Haenen

Arjan Haenen Fotos: Archiv

Stand der Dinge: Der Niederländer wechselte 2016 aus Lemgo zur MT und entlastete zunächst Johannes Sellin. Nach dessen Abgang ist er der Ersatzmann für den erfahrenen Tobi Reichmann. Im nächsten Sommer wird Arjan Haenen die zweite Mannschaft trainieren – als Nachfolger von Georgi Sviridenko, der dann drei Jahre als hauptamtlicher Coach tätig war. Auf dieser Position wollte die MT eine Veränderung.

Das sagt Geerken: „Wir haben einen engen Draht zu unseren Spielern. Und bei Ari war klar, dass er ins Trainergeschäft einsteigen will. Da er sich durch eine hohe Loyalität auszeichnet, immer alles gibt, obwohl er wenig Einsatzzeiten bekommt, haben wir mit ihm Gespräche hinsichtlich einer weiteren Perspektive bei der MT geführt, bei denen wir schnell festgestellt haben, dass wir ähnliche Auffassungen vertreten.“

Thema Halle

Stand der Dinge: Seit dem 26. Dezember 2007 trägt die MT Melsungen ihre Heimspiele in der Kasseler Rothenbach-Halle aus. Die Zuschauerresonanz ist seither deutlich gewachsen. 4300 Fans passen in die Halle – in dieser Serie steht Melsungen aktuell bei einem Schnitt von 4186 Besuchern. Der Vertrag mit der Messe Kassel gilt bis zum 30. Juni 2019.

Das sagt Geerken: „Bei einer möglichen Qualifikation für die Champions League brauchen wir nicht zwingend morgen eine andere Halle. Natürlich ist dies nach wie vor ein wichtiges Thema, das wir im Rahmen unserer Möglichkeiten mit vorantreiben möchten. Die Zuschauerentwicklung liefert unter anderem gute Argumente, um in dem Bereich weiterzukommen. In den vergangenen Heimspielen sind wir an Kapazitätsgrenzen gestoßen. Wir konnten einige Kartenwünsche nicht erfüllen, weil einfach die Plätze dafür fehlten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.