Handball-Bundesliga: Roth-Team zittert sich nach klarer Führung zu Sieg gegen Balingen

MT schafft mit 29:28 die Wende der Wende

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Kassel. In der Handball-Bundesliga hat die MT Melsungen im Heimspiel gegen Balingen 29:28 gewonnen. Es war ein wahrer Handball-Krimi.

Die europäische Bühne rückt näher für die MT Melsungen. Der Grund: Ein schwer erkämpfter 29:28 (16:16)-Erfolg gegen HBW Balingen-Weilstetten, mit dem der heimische Handball-Bundesligist seinen vierten Platz untermauerte, der diesem am Saisonende die sichere Qualifikation für den EHF-Pokal bescheren würde. 

Die Frage nach dem Spielrhythmus, abrupt unterbrochen durch eine einmonatige Pause, war schnell beantwortet. Schon früh reifte bei den Zuschauern die Erkenntnis, dass ihre Lieblinge keinerlei Startprobleme kannten. Und auch keine Verwandten. Zumindest nicht in den Reihen der Gäste, die ohne Vorwarnung eiskalt erwischt wurden. 

Die MT brannte – und ließ vorerst nichts anbrennen. Bis zum 10:5 nach zwölf Minuten war fast jeder Wurf ein Treffer, waren Momir Rnic und Jeffrey Boomhouwer nicht zu halten, sorgte Felix Danner mit einem Rückhand-Treffer für die künstlerische Note. Und in der Deckung nahm der starke Mittelblock Ph. Müller/Danner Torwart Villadsen die meiste Arbeit ab. 

Ein Selbstläufer also? Keineswegs. Zum einen fand nun auch Balingen ins Spiel, offenbarte speziell in der Offensive Qualitäten. Besonders der Rückraum mit Fabian Böhm und dem eingewechselten Nyokas waren in Spiellaune, allerdings auch wenig gestört von der MT-Deckung, die die in der Anfangsphase gezeigte Aggressivität nicht kompensieren konnte. „Wir haben die Partie zum Freundschaftsspiel mutieren lassen“, kritisierte Trainer Michael Roth seine Schützlinge. 

Dafür hielt der zurückgewechselte Matej Asanin seine ersten Bälle und seine Vorderleute griffen entschlossener zu. Die Folge: Beim 13:11 durch Böhms vierten Treffer (21.) waren die Gäste wieder dran und in Überzahl gelang Olivier Nyokas gar der Ausgleich zum 15:15 (27.). Dem Melsunger Blitzstart zum Trotz war die Partie plötzlich ausgeglichen – und der Außenseiter traute sich immer mehr zu, wozu auch Asanins Paraden beitrugen, der sogar einen Rnic-Strafwurf parierte.

MT Melsungen gewinnt gegen Balingen mit 29:28

Demgegenüber blieb Rene Villadsen blass. Allerdings: Die größeren Schwierigkeiten hatte der Tabellenvierte mittlerweile in der Offensive, genauer gesagt im Rückraum, dem Tempo, Druck und Zielstrebigkeit abhanden gekommen waren. Ganz im Gegensatz zu Martin Strobel und seinen Kollegen. So drohte die Partie beim 21:24 (47.) sogar zu kippen. Dann nahm der eingewechselte Tim Schneider die Sache in die Hand. Traf selbst zum 22:24, holte den Siebenmeter zum 23:24 raus und leitete den Tempogegenstoß zum 25:25 (51.) ein.

Mehr noch: Nach weiteren Treffern von Nenad Vuckovic und Jeffrey Boomhouwer zeichnete sich gar die Wende der Wende ab (27:25). Herbeigeführt auch von den lautstarken Fans, die jede Abwehraktion ihrer Mannschaft wie einen Treffer feierten. Denn darauf kam‘s an, den Gästen wie zu Beginn im Angriff den Zahn zu ziehen. Das gelang spät, aber noch früh genug. Auch weil in der dramatischen Schlussphase Rene Villadsen doch noch auftaute und den Sieg festhielt.

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