MT-Handballer verlieren in Wetzlar

Wetzlar. Die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen mussten am Sonntagabend eine 29:26 (17:18)-Niederlage bei der HSG Wetzlar hinnehmen.

Fast hätte die Not-Besetzung der MT Melsungen das Wunder von Wetzlar geschafft. Obwohl der Handball-Bundesligist aus Nordhessen ohne seine grippekranken Patrik Fahlgren, Nenad Vuckovic, Malte Schröder, Michael Allendorf, Daniel Kubes und Grigorios Sanikis sowie den Rekonvaleszenten Chris Zufelde auskommen musste, lieferten die Schützlinge von Trainer Michael Roth der gastgebenden HSG Wetzlar in der ausverkauften Rittal-Arena einen großartigen Kampf und mussten sich am Ende im Derby dem Erzrivalen HSG Wetzlar lediglich mit 26:29 (18:17) geschlagen geben.

Nein, schöne Niederlagen gibt es nicht. "Aber solch eine ist auf jeden Fall eher zu verkraften", meinte denn auch MT-Kreisläufer Felix Danner. Von allen Seiten prasselte Lob auf die unterlegene Mannschaft hernieder. "Der Gegner hat uns alles abverlangt", erklärte HSG-Trainer Kai Wandschneider.

Dass da zwei ungleiche Mannschaften aufeinandertreffen würden, war absehbar. Wie krass die Unterschiede dann wirklich waren, verdeutlichte ein Blick auf die Aufstellungen. Die Melsunger hatten nur neun Feldspieler dabei, die Wetzlarer mussten dagegen sogar noch überlegen, wer als 15. Mann ganz draußen bleibt. Bei der MT saßen Petr Hruby und Jonas Pitz aus der Bezirksoberliga-Mannschaft auf der Bank, bei den Hausherren Leute wie WM-Teilnehmer Steffen Fäth und der frühere Melsunger Torjäger Daniel Valo.

Michael Roth, der Coach der Gäste, schickte zunächst ein Team aufs Parkett, wie es die vielen mitgereisten Anhänger noch nie zu Gesicht bekamen. Da spielte Phil Räbiger im linken Rückraum, da griff Anton Mansson, nach einem Nasenbeinbruch eigentlich noch nicht einsatzbereit, über Außen an. Allerdings war zunächst nichts davon zu spüren, dass die MT mit dem buchstäblich letzten Aufgebot antrat. "Wir haben das gezeigt, was wir können", betonte Roth, "ich freue mich über diese Leistung." Mit einer 3:2:1-Deckung (Mansson als Spitze) stürzten seine Spieler die Mittelhessen von einer Peinlichkeit in die nächste.

Kein Wunder also, dass der Tabellensiebte nicht ein einziges Mal in der ersten Hälfte in Rückstand geraten war. Im Gegenteil: Zwischenzeitlich wuchs der Vorsprung der Nordhessen bis auf 16:11 an (21.), weil Savas Karipidis, Felix Danner und Jonathan Stenbäcken wieder und wieder erfolgreich waren. Wenn die MT nicht durch zwei Zeitstrafen gegen Alexandros Vasilakis und Pitz zweimal dezimiert gewesen wäre, hätte der Abstand zur Halbzeit noch etwas höher sein können.

Ärgerlich aus MT-Sicht: der Start in die zweite Hälfte. Wetzlar hatte von einer 6:0- auf eine 3:3-Abwehr umgestellt. Damit kam der Gast nicht zurecht und geriet mit 18:20 in Rückstand. Doch wer nun gedacht hatte, dass die Heimmannschaft dominieren würde, sah sich getäuscht. Die HSG konnte sich bei Torwart Nikola Marinovic und den beiden gefährlichen Außen Kevin Schmidt und Tobias Reichmann bedanken, dass es nicht noch enger wurde. Erst nach der Parade von Marinovic gegen Hruby und dem Gewaltwurf von Steffen Fäth zum 27:23 (58.) war die Partie entschieden und das Wunder der MT in Wetzlar nicht mehr möglich.

Von Björn Mahr

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