Handballer Philipp Müller und Johannes Sellin

Herz-Rhythmusstörungen und Sehnenabriss: Wie geht es den MT-Spielern?

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Agierten vier Jahre lang Seite an Seite: Melsungens Philipp Müller (links) und der mittlerweile nach Erlangen gewechselte Johannes Sellin. 

Kassel. Der eine ist wieder dabei, der andere kann nur zuschauen. Beim Heimspiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen gegen den HC Erlangen stehen Melsungens Philipp Müller und der verletzte Gäste-Akteur Johannes Sellin im Fokus.

Als Johannes Sellin noch für den Bundesligisten MT Melsungen auf der Rechtsaußen-Position wirbelte, passte er sich den Handball zum Warmmachen immer mit Philipp Müller zu. Das hat beim 27-Jährigen durchaus Eindruck hinterlassen. „Es ist schon etwas Anderes, wenn dir ein Rückraumspieler den Ball zuwirft“, sagt Sellin rückblickend. Zuvor in Berlin war mit Colja Löffler ein Kreisläufer sein Aufwärm-Partner – da kam das Spielgerät mit weniger Tempo bei ihm an.

Am Sonntag können Sellin und Müller mal wieder in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen. Dann trifft die MT ab 12.30 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle auf den HC Erlangen, für den der Außen mittlerweile unter Vertrag steht. Zwar ist für Sellin wegen eines Sehnenabrisses im linken Oberschenkel die Saison bereits beendet, er wird aber trotzdem beim Spiel auf dem Messegelände dabei sein.

Ganz einfach wird das nicht für ihn. „Wenn du das Feld rauf und runter rennst, kannst du ständig Dampf ablassen. Wenn du von der Tribüne zuschauen musst, staut sich doch einiges an“, erklärt der Linkshänder. Immerhin sind die Sorgen der Erlanger deutlich weniger geworden – mittlerweile hat der HCE den Tabellenkeller verlassen und rangiert mit großem Vorsprung auf Position 13. Abstiegsgefahr ade.

„Wir sind froh, dass wir da unten raus sind“, stellt Sellin fest. Umso mehr, als die personelle Lage wie schon während der gesamten Spielzeit angespannt ist. Nach Sellin meldete sich nun auch Andreas Schröder wegen Nasenbeinbruchs für diese Serie ab. „Wir waren somit nicht ein einziges Mal komplett“, betont der Ex-Melsunger. Vor allem Sellin fehlte wegen diverser Verletzungen oft.

„Das war eine sehr bittere Saison für ihn“, kommentiert Philipp Müller und fühlt mit seinem Ex-Kameraden, zu dem er noch immer Kontakt hält. Im Gegensatz zu Sellin ist Müller einsatzbereit – das war zuletzt nicht ganz sicher. Während der Partie in Wetzlar war der Zwillingsbruder von Kapitän Michael Müller wegen Herz- und Rhythmusstörungen ins Krankenhaus in Gießen gekommen. „Es hatte sich schon zu Beginn des Spiels nicht gut angefühlt“, erinnert sich der Defensivstratege.

Da er sein Leistungspotenzial nicht voll ausschöpfen konnte, ging er noch im ersten Durchgang freiwillig vom Feld. Danach kümmerten sich zunächst die Wetzlarer Teamärzte um ihn, später wurde er in der Klinik behandelt. Nach seiner Entlassung war Müller noch einmal beim Kasseler Herzspezialisten Dr. Karl-Friedrich Appel. „Es war nicht lebensbedrohlich, es sieht nun wieder alles gut aus“, erklärt der Halblinke der MT. Einem Einsatz gegen Erlangen steht nichts im Wege.

„Wir sind gut drauf. Ich hoffe, dass bei uns alle den Kopf freibekommen haben“, sagt Müller. Seit dem 25. März (27:16 gegen Lübbecke) gelang den Melsungern kein Sieg mehr. Die jüngste dreiwöchige Pause nutzte das Team des neuen Cheftrainers Heiko Grimm, um Defizite aufzuarbeiten. „Es braucht sicherlich noch ein bisschen Zeit, um alles so zu machen, wie es sich Heiko vorstellt, aber wir sind auf einem guten Weg“, meint Philipp Müller. Am Sonntag wird er sich mit Sellin-Nachfolger Tobias Reichmann einspielen. Nach der Partie kann er sich mit Johannes Sellin am Spielfeldrand austauschen.

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