Handball Melsungen

MT-Siegtorschütze Kühn:„Dieser Erfolg ist schmeichelhaft“

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Der Kanonier nimmt Maß: Julius Kühn, hier gegen die Ludwigshafener Azat Valiullin (links) und Gunnar Dietrich (rechts), erzielte in letzter Sekunden das MT-Siegtor.

Das 26:25 der MT-Handballer gegen Ludwigshafen sorgt für Gesprächsstoff.

Noch spannender, noch dramatischer als der Pokalkrimi gegen Berlin? Geht! Und wieder mit Happy-End für Melsungen. 

  • Die Entscheidung: 15 Sekunden vor Schluss trifft Max Neuhaus. 25:25. Ausgleich Ludwigshafen, Ballbesitz Melsungen. Ein Angriff noch. Fünf Sekunden vor der Sirene wirft Lasse Mikkelsen, aber vorbei. Die Gäste um Trainer Ben Matschke toben, denn es gibt Freiwurf für die MT und die Uhr wird gestoppt. 59:58. Es gibt sie doch noch, eine allerletzte Chance. Luft holen. Atem anhalten. Mikkelsen, Kühn – wer wirft? Ein Blick genügt. „Julius hat das schon am Dienstag gegen Berlin gut gemacht. Also war klar, dass er auch jetzt wirft“, sagt der Däne später. Und Kanonier Kühn macht es, steigt hoch, verzögert und zieht ab. Volle Kanne. Torwart Skof reißt die Arme hoch, doch seine 19. Parade misslingt, der Ball saust ihm durch die Finger. 26:25!
  • Der Matchwinner: Julius Kühn eiert auch verbal nicht herum. „Wir sind froh, dass wir es doch noch hinbekommen haben“, sagt der Matchwinner. „Dieser Sieg ist sehr schmeichelhaft, wir haben andere Ansprüche. Aber natürlich nehmen wir ihn gern mit.“ Vorangegangen waren zu viele Fahrkarten in der Offensive, regelrecht warm geworfen hatten sie den überragenden Skof im Eulen-Kasten. „Und hinten konnten wir unserem Torwart nicht helfen, weil wir im eins gegen eins einfach keine Aggressivität auf die Platte gebracht haben“, analysiert der 26-Jährige. „Selbst im Zeitspiel reichte ein Querpass, um uns doch auszuhebeln.“
  • Die Probleme: „Wir sind noch nicht gefestigt genug, solch ein Spiel souverän durchzuziehen.“ Sagt Manager Axel Geerken. Noch immer nicht? Trotz Starbesetzung und viel Erfahrung im Team? Nein! Zunächst hatte Dimitri Ignatow, seit einer Woche 21 und der Jüngste im Team, bei drei Treffern Verantwortung übernommen. Erst als Skof ihn abkochte und der Jungspund auch in der Abwehr patzte, zeigten alle Melsunger unbändigen Einsatz und Biss. Dann erst bekamen sie Zugriff auf die bis zum Aus des verletzten Spielmachers Mappes (40.) im Angriff flinken, zielstrebigen Gäste, die in der Abwehr immer neue Varianten zeigten.
  • Die Erleichterung: Wenn Sieger mit unglücklichen Verlierern fühlen, dann zeigt das menschliche Größe. Als Heiko Grimm verbal den Hut zog vor der starken Leistung von Außenseiter Ludwigshafen nach einem „dreckigen, glücklichen Sieg“ seiner MT, da war dem Trainer auch die Erleichterung sehr anzumerken. Denn: „Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen.“

MT Melsungen gegen Ludwigshafen - die Bilder

Handball Bundesliga - MT Melsungen gegen Ludwigshafen
 © Dieter Schachtschneider
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Aber: Diesmal hatten seine Melsunger nicht den Kopf verloren, als es nicht lief. „Weiter, immer weiter“ – nach dem 14:17 (39.) war das das Motto. Diesmal rackerten die Roten, rieben sich endlich auf in der Abwehr, warfen sich in jeden Zweikampf und fast jeden Wurf. „Auf der letzten Rille“, aber noch rechtzeitig. Mikkelsen sagt: „Früher hätten wir dieses Spiel verloren. Jetzt aber haben wir zwei Punkte. Und die sind genauso wichtig wie ein Sieg gegen die Rhein-Neckar Löwen.“

  • Die Perspektive: „Wir sind weiter im Rennen, wir dürfen und wollen bis zum Jahresende jetzt keine Punkte mehr liegen lassen“, sagt Julius Kühn. Allerdings: „Stuttgart war noch nie ein gutes Pflaster für uns.“ Und: Magdeburg hat nun wie immer seit 2011 an der Börde Meister Flensburg geschlagen. „Da sind die Berliner für uns das bessere Beispiel“, meint Kühn. Und zieht müde von dannen.

MT Melsungen muss 2019 noch viermal ran

Die härteste Hatz hat die MT erfolgreich hinter sich gebracht mit acht Spielen in 26 Tagen und sechs Siegen. Aber noch vier mal müssen die Melsunger Handballer in diesem Kalenderjahr ran: Nach drei weitgehend freien Tagen beginnt am Montag mit dem Teamtraining die Vorbereitung auf das Donnerstagspiel in Stuttgart, dann folgt die Festtagsrallye: am 22. Dezember in Magdeburg, am 26. in Kassel gegen Balingen und am 29. in Erlangen.

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