27:22-Sieg in Ludwigshafen

MT Melsungen träumt dank Ignatow weiter von Europa

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Sprang eindrucksvoll für den erkrankten Tobias Reichmann in die Bresche: Dimitri Ignatow. Im Hintergrund: Marino Maric. 

Mit einem 27:22 (14:11) beim Schlusslicht Eulen Ludwigshafen hat Handball-Bundesligist MT Melsungen seinen fünften Platz gefestigt. Konkurrent Berlin scheint indes die Puste auszugehen.

Was bedeutet dieser Erfolg für das Rennen um Platz fünf?

Die Melsunger haben mit diesem Sieg Platz fünf gefestigt und dürfen weiter auf eine Europacup-Teilnahme hoffen. Zumal parallel Berlin im Verfolgerduell beim Bergischen HC knapp mit 26:28 verlor.

Wie war die personelle Situation bei der MT?

Es gab vor dem Anwurf eine schlechte Nachricht. Kurzfristig musste Trainer Heiko Grimm auf Rechtsaußen Tobias Reichmann verzichten. Das Abschlusstraining hatte der Nationalspieler am Mittwoch noch absolviert, wegen einer Magen-Darm-Erkrankung war er aber erst gar nicht mit nach Ludwigshafen gereist. Insgesamt drei Veränderungen gab es in der Startformation der MT. Neben Reichmann-Ersatz Dimitri Ignatow durften auch Michael Allendorf und Simon Birkefeldt ran.

Haben die Melsunger den Faden aufnehmen können?

Fünf Tage nach dem 26:21-Heimsieg gegen Minden machten die Nordhessen anfangs einen eher schläfrigen Eindruck. Dem Deckungsspiel fehlte jegliche Aggressivität. Zudem taten sich die Gäste im Angriff schwer, weil Spielmacher Lasse Mikkelsen offensiv gedeckt wurde. Grimm war alles andere als amüsiert vom Auftritt seiner Mannschaft und fand deutliche Worte in der ersten Auszeit (14.).

Wann kam die Wende zum Besseren?

Nach einer Viertelstunde rührte die MT Beton an. Dadurch kam die Mannschaft auch mit viel mehr Schwung nach vorn. Einen 5:8-Rückstand wandelte Melsungen in eine 10:8-Führung um – daran maßgeblich beteiligt: Youngster Ignatow und Birkefeldt. Mit der Führung im Rücken lief es besser. Torwart Nebojsa Simic hielt unter anderem einen Siebenmeter von Pascal Durak (21.), und im Angriff schlossen Finn Lemke, Roman Sidorowicz, Allendorf und Marino Maric die Vorstöße bis zum 14:10 ab (29.). Für Mikkelsen hatte Timm Schneider vorübergehend die Regie übernommen.

Ging es denn nach dem Wechsel so gut weiter?

Kann man so sagen. Zwar erlaubten sich die Nordhessen immer noch ein paar leichte Fehler, hatten das Geschehen aber weitgehend im Griff: Mikkelsen per Siebenmeter zum 20:14 (44.). Das Tor des Abends erzielte Ignatow. Nach Vorarbeit von Philipp und Michael Müller verwertete der 20-Jährige vor 2005 Zuschauern ein Kempa-Anspiel zum 22:16. Spätestens nach dem 24:16 durch Maric war die MT auf die Siegerstraße eingebogen.

Gab es einen Mann des Abends?

Ja, Ignatow war wie schon beim Auswärtssieg im März in Leipzig ein hervorragender Ersatz für Tobias Reichmann. Sieben Treffer glückten dem Linkshänder – und da waren einige dabei, die hätte sein erfahrener Kollege auch nicht viel besser werfen können.

Welchen Eindruck hinterließ der zukünftige MT-Profi Stefan Salger?

Der Halbrechte der Ludwigshafener bekam von seinem Coach Ben Matschke durchaus Einsatzzeiten, konnte die Melsunger aber nicht vor Probleme stellen.

Wie war die Übertragung bei Sky?

Wer aufmerksam den Analysen von Reporter Dennis Baier lauschte, der kam zu einer Erkenntnis: Der Kommentator ist ein Bewunderer von Sidorowicz. Nach einem Traumpass auf Birkefeldt stellte Baier fest: „Ein Super-Techniker.“

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