Nichts zu holen im hohen Norden

23:30 - MT hält in Flensburg nur 40 Minuten mit

40 Minuten haben die Spieler des Handball-Bundesligisten MT Melsungen in Flensburg mithalten können - dann die Niederlage mit 23:30 Uhr.
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40 Minuten haben die Spieler des Handball-Bundesligisten MT Melsungen in Flensburg mithalten können - dann die Niederlage mit 23:30 Uhr.

Erste Niederlage im zweiten Pflichtspiel des neuen Trainers Gudmundur Gudmundsson: Handball-Bundesligist MT Melsungen verliert 23:30 Uhr in Flensburg.

Melsungen/Flensburg - Sie haben sie 40 Minuten ein bisschen geärgert – mehr aber nicht. Die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen mussten im schweren Auswärtsspiel beim Deutschen Meister SG Flensburg-Handewitt eine klare 23:30 (12:14)-Niederlage hinnehmen. Es war im zweiten Pflichtspiel des neuen MT-Trainers Gudmundur Gudmundsson die erste Niederlage.

Als der Isländer Gudmundsson das letzte Mal bei einem Bundesligaspiel in Flensburg an der Seitenlinie agierte, war er noch Coach bei den Rhein-Neckar Löwen. Im Februar 2014 entführte er mit den Mannheimern beim 27:23-Coup zwei Punkte aus der Flens-Arena. Nur wer sich ein bisschen im Spitzenhandball auskennt, der weiß, dass Siege an der Flensburger Förde zu den seltenen Erlebnissen eines Profihandballers gehören.

Der Beginn der Partie konnte sich aus MT-Sicht schon mal sehen lassen. Zum einen, weil die Gäste trotz des Fehlens von Spielmacher Lasse Mikkelsen (Knieprobleme) nach Treffern von Marino Maric, Kai Häfner und Julius Kühn (3.) schnell 3:0 führten. Zum anderen, weil den Nordlichtern gegen die offensive 6:0-Deckung der Melsunger anfangs auch nicht viel einfiel. Die SG suchte ihr Heil vornehmlich in Einzelaktionen. Das reichte allerdings aus, um zum 5:5 auszugleichen (12.).

Zudem verteidigte die Heimmannschaft zusehends aggressiver. Das behagte den Nordhessen nicht. Mikkelsen-Vertreter Domagoj Pavlovic tat sich schwer gegen den Abwehrblock der Flensburger mit dem Ex-Melsunger Johannes Golla sowie Jacob Heinl.

Dennoch war es ein recht ausgeglichenes Spiel. Linksaußen Michael Allendorf verwertete einen Tempogegenstoß nach weitem Pass von Torwart Nebojsa Simic zum 10:10 (22.). Es kam auch nur wenig Stimmung auf den voll besetzten Rängen auf. Ob den SG-Fans bei Melsungen die Müller-Zwillinge fehlten, die in der Vergangenheit in der Arena regelmäßig ausgepfiffen worden?

Zwar lag die MT zur Pause zurück, mit dem Zwei-Tore-Rückstand konnte der Tabellensiebte beim Meister aber recht gut leben. Aus früheren Duellen sind die Melsunger Fans ganz anderes gewohnt. Überhaupt nur eine von 31 Partien gegen die SG gewann die MT. Den Sieg gab es allerdings 2015 in Flensburg.

Um weiter an einem Überraschungserfolg schnuppern zu können, durfte der Gast nicht den Start in die zweite Hälfte verschlafen. Umso mehr, weil absehbar war, dass der Druck der Norddeutschen zunehmen wird. Zwar traf Kühn fast aus allen Lagen und traute sich Pavlovic nun mehr zu, trotzdem fiel es der MT aber schwer, mit dem Favoriten Schritt zu halten. Es gelang den Flensburgern, große Löcher in die Melsunger Deckung zu reißen. Die Fans auf der SG-Stehtribüne skandierten treffend: „Ohne Golla habt ihr keine Chance.“ Da zudem Benjamin Buric deutlich mehr Paraden aufwies als Simic und später Johan Sjöstrand, wuchs der Vorsprung des Tabellenzweiten bis auf 25:18 an. Torschütze? Johannes Golla, der Ex-Melsunger – wer sonst?

Nur noch punktuell schafften es die Melsunger jetzt, Akzente zu setzen. Roman Sidorowicz erzielte das eine oder andere sehenswerte Tor für die Gäste. Ärgerlich auch aus Melsunger Sicht: Fast jeder Abpraller landete bei den Hausherren. So wurde es eine klare Niederlage für die MT. Bereits am Samstag kann es das Team von Trainer Gudmundsson aber besser machen – dann steht ab 20.45 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle das mit Spannung erwartete Hessenderby gegen die HSG Wetzlar an.

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