Niederlage in der Handball-Bundesliga

22:28 in Berlin - MT Melsungen stellt das Angriffsspiel ein

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Am Kreis gefragt: Timm Schneider. 

Ein gute erste Hälfte, eine desaströse zweite - so lässt sich die 22:28 (15:15)-Niederlage der MT Melsungen bei den Füchsen Berlin kurz und knapp zusammenfassen. 

Dass es kein ganz normales Handball-Spiel werden würde, war schon vor Beginn klar: Das Bundesliga-Kräftemessen zwischen den Füchsen Berlin und der MT Melsungen haben es fast immer in sich. Die Begegnung am Donnerstagabend unterschied sich aber insofern von anderen Partien, als sie wegen eines Todesfalls erst später begann. Das Verfolgerduell endete für die MT mit einer bitteren 22:28 (15:15)-Niederlage. Unser Schnellcheck:

Weshalb wurde auf die übliche Einlaufzeremonie verzichtet?

Vor dem Spiel verstarb ein Berliner Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle. Daraufhin verständigten sich die Klubs, ohne Brimborium in die Partie zu starten. Auch eine kurzfristige Absage der Begegnung stand im Raum. Doch die Witwe wünschte sich, dass das Spiel dennoch ausgetragen werde. Der Anwurf verzögerte sich um etwa eine halbe Stunde. Aus Respekt vor den Trauernden gab es keine laute Musik, dafür aber noch eine Schweigeminute. Zudem dankte Füchse-Präsident Frank Steffel dem Publikum über Mikrofon für das besonnene Verhalten.

Welche Serie hat gehalten?

Berlin war seit fünf, Melsungen seit vier Pflichtspielen unbezwungen. Freuen konnten sich nur die Füchse, die zum sechsten Mal in Folge als Sieger das Feld verließen.

Wie gut kamen die Teams mit der Rückkehr in den Bundesliga-Alltag zurecht?

Am vergangenen Wochenende hatten beide Klubs noch Aufgaben im Europapokal zu erledigen. Die waren kein Thema mehr. Aber das war angesichts der besonderen Umstände vor dem Anwurf auch keine Überraschung. Melsungen war jedenfalls sofort gut im Spiel. Die Lösungen im Angriff? Teilweise sehenswert. Fast logisch, dass die MT aus einem 4:5 eine 8:5-Führung machte – es trafen Michael Allendorf (2), Julius Kühn und Kai Häfner. Zudem packte die 5:1-Deckung der Gäste vor Keeper Nebojsa Simic beherzt zu.

Ging es denn so gut für die Nordhessen weiter?

Zumindest bis kurz vor dem Wechsel. Wiederholt hatte Timm Schneider am Melsunger Kreis gute Aktionen. Erst in den letzten Minuten des ersten Durchgangs erkämpfte sich der Gastgeber einen Gleichstand. Diesen Schwung nahmen die Hauptstädter mit in den zweiten Abschnitt (19:15). Ganz anders die MT: Halbzeitübergreifend gelang dem Team 15 Minuten (!) kein Tor – ernüchternd. Das war der Knackpunkt im Spiel.

Kam die MT noch einmal heran?

Nein. Ganz im Gegenteil. Die Berliner zogen bis auf 22:16 davon. Fabian Wiede und Jacob Holm drehten im Angriff groß auf. Zudem stand die Hintermannschaft der Hausherren zusehends besser. Dagegen blieb für den Auftritt der Melsunger in der Offensive nur ein Wort: desaströs.

Welche Rolle spielten der Ex-Melsunger Michael Müller sowie der zukünftige MT-Profi Silvio Heinevetter?

Eine größere als im Vorfeld gedacht. Denn Berlins Coach Velimir Petkovic brachte beide Akteure schon nach einer Viertelstunde. Und sie setzten einige Akzente. Heinevetter hielt insgesamt elf Würfe.

Wie oft stehen sich die Kontrahenten in dieser Saison noch gegenüber?

Mindestens noch zweimal. Am Dienstag gastieren die Füchse ab 19 Uhr zum Pokal-Viertelfinale in der Kasseler Rothenbach-Halle. Im Frühling findet auf dem Messegelände auch das Rückspiel in der Bundesliga statt. Möglicherweise stehen sich die Teams aber auch noch beim Final Four im EHF-Cup Ende Mai in Berlin gegenüber.

Wie bewertete Sky-Experte Heiner Brand die Leistung der Melsunger?

Nach der Partie stellte der Alt-Bundestrainer treffend fest: „Die erste Halbzeit war im Angriff okay. Die zweite Halbzeit war gar nichts mehr.“ Dem war nichts hinzuzufügen.

Im EHF-Cup stehen die Melsunger Handballer in der Gruppenphase. Auf diese Gegner trifft die MT. 

Großer Tag für die Handballer der MT Melsungen: Der heimische Bundesligist kämpft gegen die Füchse Berlin um den Einzug ins Final Four in Hamburg.

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