Familienmitglied eines HSV-Spielers betroffen

Nach medizinischem Zwischenfall im Zuschauerraum: Spiel der MT Melsungen in Hamburg abgebrochen

Sorgenvolle Blicke: die Hamburger Spieler Leif Tissier (von links), Johannes Bitter und Manuel Späth sowie Melsungens Torwart Silvio Heinevetter.
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Sorgenvolle Blicke: die Hamburger Spieler Leif Tissier (von links), Johannes Bitter und Manuel Späth sowie Melsungens Torwart Silvio Heinevetter.

Das Spiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen beim HSV Hamburg wurde am Sonntagnachmittag abgebrochen.

Kassel – Das Spiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen beim HSV Hamburg wurde am Sonntagnachmittag abgebrochen. Wegen eines medizinischen Zwischenfalls auf der Tribüne der Sporthalle Hamburg war die Begegnung zunächst um kurz nach 16.30 Uhr unterbrochen worden. Melsungens Torwart Nebojsa Simic hatte als einer der ersten auf dem Feld die Situation im Zuschauerbereich erkannt und sofort die Schiedsrichter darauf hingewiesen. Zu diesem Zeitpunkt waren 23 Minuten absolviert – die MT lag 11:8 vorn.

Zwar kehrten die Gäste-Spieler eine knappe halbe Stunde später noch einmal aus der Kabine auf das Feld zurück und begannen auch wieder damit, sich aufzuwärmen. Es schien, als sollte die Begegnung fortgesetzt werden. Zumal die Melsunger entsprechende Signale von der Heimmannschaft bekommen hatten. Die HSV-Akteure sahen sich dann doch außer Stande, die Partie fortzuführen. Wie HSV-Präsident Marc Evermann bei Sky erklärte, handelte es sich bei dem betroffenen Zuschauer um ein Familienmitglied eines Hamburger Spielers.

Später sagte der HSV-Akteur Lukas Ossenkopp dem Sender: „Wir sind froh, dass diese Entscheidung getroffen wurde.“ Er konnte vorsichtig Entwarnung geben. Er betonte aber auch, dass sich kein Spieler mehr „heute über Tore und Paraden“ hätte freuen können.

Etwas Ähnliches war Mitte Oktober bereits in der Uni-Halle Wuppertal geschehen, wo das Spiel zwischen dem Bergischen HC und der HSG Wetzlar nach medizinischen Notfällen abgebrochen werden musste. Damals hatten sich beide Teams jedoch darauf geeinigt, nicht mehr weiterzumachen.

Melsunger Manager: Axel Geerken.

„Wir warten jetzt erst mal ab, was die spielleitende Stelle entscheidet“, sagt Melsungens Manager Axel Geerken. Das MT-Team reiste nach dem Abbruch sofort zurück nach Kassel. Für einige Melsunger Profis sowie Trainer Roberto Garcia Parrondo geht es morgen zu den jeweiligen Nationalmannschaften.

Die Nordhessen waren arg dezimiert in Hamburg angetreten. Was erst mal keine Überraschung war, weil Abwehrstratege Finn Lemke wohl erst in dieser Woche eine Reha beendet. Allerdings fehlten den Gästen auch Linksaußen Yves Kunkel (krank) sowie Rechtsaußen Tobias Reichmann. Der sprunggewaltige Nationalspieler hatte sich in dieser Woche im Training das Knie verdreht – er wurde bereits von Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch erfolgreich am Meniskus operiert.

Melsunger Handballer: Tobias Reichmann.

Dennoch fällt Reichmann nun mehrere Wochen aus, wie er auf seiner Instagram-Seite mitteilte. Dort zeigte er sich mit Krücken. Unter das Bild schrieb der 33-Jährige mit purer Ironie: „Weil es im Januar so geil war.“ Bei der WM zu Beginn des Jahres in Ägypten hatte er sich im Auftaktspiel ebenfalls am Knie verletzt.

Vertreten wurde Reichmann durch den jungen Julian Fuchs – wie schon im Februar. Als Ersatz für Kunkel und damit als Entlastung für Michael Allendorf war noch der talentierte Ben Beekmann dabei. (Björn Mahr)

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