Hinrundenanalyse

Handball-Bundesligist Melsungen hat einige Defizite aufzuarbeiten

Setzt große Akzente auf Rechtsaußen: Melsungens Tobias Reichmann. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die Bundesliga-Hinrunde ist abgeschlossen – und für die Handballer der MT Melsungen endete sie ernüchternd: Durch die 27:30-Heimniederlage gegen Göppingen rutschte das Team vom fünften auf den achten Platz ab.

Hier geht es zum Spielbericht. Ein herber Stimmungsdämpfer vor der Weihnachtsfeier? „So eine Feier gibt es nicht für ein Spiel, sondern für ein Jahr. Und wir haben 2017 beispielsweise eine herausragende Rückrunde gespielt“, erklärt Axel Geerken, „allerdings dürfen wir auch nicht den Blick für die Aktualität verschließen.“ So merkt der MT-Manager kritisch an: „Wir haben ein paar gute Chancen zu weiteren Punkten nicht genutzt.“ Am Donnerstag ab 18.30 Uhr gibt es gegen Stuttgart das nächste Heimspiel.

Das war aus MT-Sicht gut, das ging so, das war schlecht:

Gut

• Der Torwart: Die Verpflichtung von Schlussmann Nebojsa Simic aus Kristianstad hat sich längst bezahlt gemacht. Regelmäßig bringt er die gegnerischen Angreifer an den Rand der Verzweiflung. Selbst wenn er nicht ganz gesund ist, bringt er noch eine ordentliche Leistung – so wie am Sonntag gegen Göppingen, als er noch an den Folgen eines grippalen Infekts litt und dennoch auf deutlich mehr als zehn Paraden kam.

• Die Abwehr: Steht richtig gut. Sehr aggressiv. Und Finn Lemke ist der erhoffte Fels in der Brandung. Wenn er zusammen mit Felix Danner, den Müller-Zwillingen Michael und Philipp, Marino Maric oder Johannes Golla deckt, dann kann es für den gegnerischen Angriff schon sehr dunkel werden. Die Rhein-Neckar Löwen hatten erhebliche Probleme mit dem Melsunger Abwehrverbund.

• Die Zuschauerzahlen: Neun Partien, davon sieben ausverkauft – der Zuspruch war so groß wie nie zuvor. Nach der Hinrunde steht Melsungen bei einem Schnitt von 4154 Besuchern. In der Vorsaison lag die MT in dieser Kategorie auf dem 13. Rang, jetzt ist die Melsunger Mannschaft Achte, direkt hinter dem hessischen Rivalen. Dabei wirkten sich die neuen Anwurfzeiten am Donnerstagabend sowie am Sonntagmittag keineswegs negativ für die Nordhessen aus. „Es gab dazu Diskussionen, aber wir haben die Umstellung mit einer attraktiven Mannschaft kompensiert“, stellt Geschäftsführer Geerken fest.

Das ging so

• Der Angriff: Die Neuzugänge Julius Kühn und Tobias Reichmann haben das Melsunger Offensivspiel auf ein neues Niveau gehoben. Insgesamt ist die MT aber noch ein gutes Stück von dem entfernt, was diese Mannschaft zu leisten imstande ist: zu viele Abspielfehler im Positionsangriff. Und auch die Gegenstöße werden bisweilen nicht klug zu Ende gespielt. Überdies ist die Form einiger Akteure sehr wechselhaft. Was allerdings auch damit zusammenhängt, dass die Melsunger in der Hinserie vom Verletzungspech nicht verschont geblieben sind. Vor allem Kapitän Michael Müller, sein Bruder Philipp, Timm Schneider und Marino Maric fielen über Wochen aus.

Das war schlecht

• Der Tabellenplatz: Zugegeben, der Rückstand auf die vorderen Ränge lässt sich mit einer kleinen Siegesserie schnell aufholen. Doch es ist ziemlich enttäuschend, dass die MT nach 17 von 34 Begegnungen als Achtplatzierte hinter einem Team wie Leipzig steht.

• Die Duelle mit den Schwaben: Die Bundesliga-Saison begann mit einer bitteren 27:29-Schlappe beim TVB Stuttgart. Und die Hinserie endete mit einer ähnlich schmerzhaften Niederlage gegen einen schwäbischen Vertreter: 27:30 gegen Göppingen. Dabei hatte die MT zumindest zwei Zähler gegen den schwächelnden Europacup-Teilnehmer fest eingeplant.

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