Handball-Bundesliga

Melsunger Handballer in Kiel im Pech: 28:29 verloren

Trainer Gudmundur Gudmundsson (rechts) mit Assistenzcoach Arjan Haenen. ARCHIV
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MT-Trainer Gudmundur Gudmundsson (rechts) mit Assistenzcoach Arjan Haenen.

In der Handball-Bundesliga gastierte die MT Melsungen beim Tabellenführer THW Kiel und musste sich dem Favoriten hauchdünn mit 28:29 geschlagen geben.

Kassel – Es war so knapp. So verdammt knapp. Die Handballer der MT Melsungen verloren etwas unglücklich 28:29 (11:13) beim deutschen Bundesliga-Rekordmeister THW Kiel. Ein Distanzwurf von Kai Häfner in der Schlusssekunde wurde eine Beute von Kiels Keeper Niklas Landin. Es war die erste Niederlage für die MT nach drei Siegen und einem Unentschieden. Ein Unentschieden wäre nicht unverdient für die Gäste gewesen. Manager Axel Geerken bescheinigte seinem Team einen „großen Kampf“.

Trainer Gudmundur Gudmundsson musste ohne Ole Pregler antreten. Der Youngster hatte sich am Vorabend beim Halbfinalspiel der Melsunger A-Jugend in Berlin verletzt. Dafür rückte Nachwuchshoffnung Paul Kompenhans in den Kader – es war sein erstes Mal in der Kieler Arena. Zwar hofft der THW, wegen der niedrigen Inzidenzen in Schleswig-Holstein in dieser Saison noch einmal vor Fans in der Halle spielen zu dürfen, gegen die MT waren aber noch keine Anhänger zugelassen. Dennoch gingen die Gastgeber als haushoher Favorit in die Begegnung.

Die MT begann auf den Außenpositionen diesmal mit Michael Allendorf und Tobias Reichmann. Und auch im Tor stellte Gudmundsson gegenüber der erfolgreichen Partie am Mittwoch beim Bergischen HC um: Silvio Heinevetter stand anstelle von Nebojsa Simic im Kasten.

Melsungen machte das in der Abwehr von Beginn an recht ordentlich. Großartig, wie Julius Kühn und Kapitän Finn Lemke im Verbund den Ball von Steffen Weinhold blockten (7.). Kiel konnte sich allerdings auf seine individuellen Qualitäten verlassen. Und da auch THW-Schlussmann Niklas Landin sofort gut im Spiel war, liefen die Gäste schnell einem Rückstand hinterher. Nach einer knappen Viertelstunde stand es 4:8 aus MT-Sicht. Lediglich Allendorf (2), Kühn und Arnar Freyr Arnarsson hatten den Dänen überwinden können.

Es brauchte bessere Lösungen und auch mehr in die eigenen Fähigkeiten. Gudmundsson brachte Lasse Mikkelsen erst für Kühn und dann für Spielmacher Domagoj Pavlovic. Kai Häfner (2) verkürzte auf 6:9. Schön anzusehen: das 8:10 durch Reichmann nach Konter über Lemke und Stefan Salger (22.). Umso mehr, weil der Rechtsaußen den Ball um Landin herum in den Kasten drehte.

Solche Situationen hätte es noch mehr gebraucht. Denn im Positionsspiel tat sich die MT gegen die teilweise offensve Abwehr der Heimmannschaft zunächst schwer. Ärgerlich zudem: Kühn warf in der 30. Minute vom eigenen Kreis über das verwaiste Kieler Gehäuse. Immerhin: Nach einer Parade Heinevetters kurz darauf bekam Melsungen die zweite Chance. Und den spektakulären Pass des Schlussmanns verwertete Kreisläufer Marino Maric. Damit hatten die Nordhessen aus einem 8:13 ein 11:13 gemacht. Das ließ ihnen alle Möglichkeiten, ein gutes Ergebnis zu erreichen. An mehr war gegen den amtierenden Champions-League-Sieger erst mal noch nicht zu denken.

Es war ja auch nicht klar, ob sich der Spitzenreiter drei Tage nach dem Aus in der Königsklasse von der MT wirklich stressen lassen würde. Yves Kunkel vergab die Möglichkeit, auf 13:14 zu verkürzen (33.). Im zweiten Abschnitt besetzten er und Timo Kastening die Flügel. Zwar trafen Kühn und Häfner nun wiederholt fulminant, insgesamt ließ Melsungen aber nach der Pause zu viel liegen. Dabei verdiente sich die Hintermannschaft durchaus ein großes Lob. Kiel bekam nichts geschenkt. Was auch der Zwischenstand von 23:21 nach 45 Minuten zeigte. Der Lohn dafür, dass es die MT sehr unaufgeregt spielte.

Kiel war gegen Melsungens starke Verteidigung gezwungen, mit sieben Feldspielern anzugreifen. Das gab dem Favoriten phasenweise überhaupt nur die Möglichkeit, Lücken zu finden. Gegen den Hüftwurf von Domagoj Duvnjak zum 25:22 war kein Kraut gewachsen. Nach Marics Treffer zum 24:26 war jedoch Spannung weiter garantiert.

Die große Frage: Kann die MT dem Kontrahenten zumindest einen Punkt abknöpfen? Kastening gelang jedenfalls mit einem Wurf ins leere Tor das 26:27 (57.). Überhaupt war auf Melsungens deutsche Nationalspieler an dem Abend Verlass. Am Ende fehlte den Nordhessen etwas Glück, um eine große Überraschung zu landen. Einen Zähler hätten sie durchaus verdient gehabt. „Wir haben super gekämpft. Leider nehmen wir keine Punkt. Bitter“, sagte Häfner, der den letzten Abschluss hatte.

Möglicherweise sehen sich die Mannschaften Anfang Juni noch einmal wieder. Sofern beide Teams beim Final Four des DHB-Pokal in Hamburg das Endspiel erreichen.

Jetzt muss Melsungen noch ein Spiel nachholen. Am Montag ab 18.30 Uhr geht es bei der SG Flensburg-Handewitt weiter.

MT: Heinevetter (28 GT/12 Paraden), Simic (1 GT/0 P.) - Maric 4, Kühn 6, Lemke, Kompenhans, Reichmann 1. Kunkel, Mikkelsen, Danner, Arnarsson 2, Allendorf 2, Häfner 6, Salger, Kastening 7/3, Pavlovic. (Björn Mahr)

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