29:23 gegen Angstgegner

Handball-Bundesligist MT Melsungen besiegt TVB Stuttgart: Die Silvio-Heinevetter-Gala

Von den Kollegen gefeiert (I): Silvio Heinevetter (Mitte), hier umringt von Nebojsa Simic (von links), Domagoj Pavlovic und Arnar Freyr Arnarsson. 3
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Von den Kollegen gefeiert (I): Silvio Heinevetter (Mitte), hier umringt von Nebojsa Simic (von links), Domagoj Pavlovic und Arnar Freyr Arnarsson.

Bei der Nachbetrachtung zum Heimsieg des Handball-Bundesligisten MT Melsungen gegen den TVB Stuttgart darf ein Name nicht fehlen: Silvio Heinevetter.

Kassel - Als sich die Melsunger Handballer Schritt für Schritt den eingefleischten Fans auf der Stehplatztribüne näherten, wurden sie immer lauter, die „Heine, Heine“-Sprechchöre. Die unmissverständliche Aufforderung der Anhänger, dass sich Torwart Silvio Heinevetter noch einmal aus dem MT-Pulk lösen und vom Publikum gebührend feiern lassen möge. Kein Wunder, denn beim 29:

23 (13:15)-Heimsieg gegen Melsungens Angstgegner TVB Stuttgart hatte sich der 37 Jahre alte Bundesliga-Schlussmann in Gala-Form präsentiert.

Gefeiert: Torwart Silvio Heinevetter, hier mit Gleb Kalarash.

Doch Heinevetter war derlei Wertschätzung in diesem Augenblick zu viel der Ehre. „Wir stehen jetzt ein bisschen kompakter in der Abwehr. Das hat es dann auch für mich als Torwart leichter gemacht“, erklärte der Routinier bescheiden und gab das Lob lieber an seine Vorderleute weiter. Dennoch: Mit 20 Paraden und einer Quote von fast 50 Prozent gehaltener Bälle avancierte Heinevetter vor 2769 Zuschauern zum Mann des Tages. Er wird mit großer Wahrscheinlichkeit auch in den nächsten Jahren noch solche Leistungen zeigen – jedoch nicht mehr bei der MT, die ihn nach dieser Spielzeit durch den zehn Jahre jüngeren polnischen Nationaltorwart Adam Murawski ersetzen wird.

„Melsungen hat unsere Passwege gut verteidigt, und wir konnten kaum Tore gegen den starken Heinevetter machen“, beschrieb Stuttgarts Coach Roi Sanchez die Probleme seines Teams in der zweiten Hälfte. Zwar waren die Gäste nach einem 4:0-Lauf der MT noch einmal zurückgekommen und 19:18 in Führung gegangen (40.), dann aber mussten sie den Kontakt abreißen lassen.

Weil Melsungens Hintermannschaft um Arnar Freyr Arnarsson und Neuzugang Gleb Kalarash hervorragend verteidigte – auch, als die Süddeutschen mit sieben Feldspielern angegriffen haben. „Bei Arnar und mir klappt es immer besser“, sagte Kalarash. Im zweiten Durchgang kassierte das Heimteam lediglich noch acht Gegentreffer. Ein gewaltiger Unterschied zur Vorstellung vom Mittwoch, als sich die MT an gleicher Stätte beim 25:29 gegen das bis dahin punktlose Schlusslicht GWD Minden bis auf die Knochen blamiert hatte.

„Die zweite Halbzeit war sehr gut. Glückwunsch an meine Spieler nicht nur für den Sieg, sondern auch für ihre gute kämpferische und spielerische Leistung“, erklärte Trainer Roberto Garcia Parrondo zufrieden. Der Spanier wusste auch, dass die Melsunger in den vergangenen Jahren keine guten Erfahrungen mit den Schwaben gemacht haben. Der Erfolg am Samstag war der erste Sieg gegen Stuttgart seit dem 21. Dezember 2017. Parrondo hatte im Vorfeld der Partie auch in der Kabine mitbekommen, dass es in den vorherigen sechs Spielen gegen den TVB fünf Niederlagen und ein Unentschieden gegeben hatte: „Gut für die Spieler, dass wir diese Serie nun gebrochen haben.“

Zwei starke Typen: Torwart Silvio Heinevetter und Elvar Örn Jonsson.

Noch mehr freuten sich die Gastgeber aber darüber, dass sie so schnell den Eindruck aus dem Minden-Spiel korrigiert haben. „Für uns ging es darum, deutlich zu zeigen, dass das nur ein Ausrutscher war. Es war aber jetzt auch nur ein Spiel“, betonte Linksaußen Michael Allendorf.

Das Team fand gut ins Spiel – auch dank Heinevetter. Schnell lagen die Melsunger vorn. Nur vor der Pause lief es teilweise nicht nach Plan. Die sich steigernden Stuttgarter, bei denen Viggo Kristjansson viele Akzente setzten, übernahmen sogar die Führung.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff ging bei der MT aber wieder die Post ab. „Da hatten wir fünf, sechs schnelle Tore. Die haben wir gebraucht“, sagte Heinevetter. Julius Kühn erzielte in dieser Phase wichtige Tore. Ein Sonderlob verdiente sich Elvar Örn Jonsson. „Elvar gibt immer alles“, stellte Parrondo fest. Zusammen mit Andre Gomes und Domagoj Pavlovic bildete der Isländer in der Schlussphase den Rückraum. Die letzten Zweifel am Erfolg beseitigte die MT mit einem gehaltenen Siebenmeter von Patrick Zieker (56.). Durch Heinevetter – wen sonst. (Björn Mahr)

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