Schwächen in der Schlussphase

Handball-Bundesligist MT Melsungen: Domagoj Pavlovics Zaubertor und ein Problem

Traumtor zum Schluss: Melsungens Domagoj Pavlovic (Mitte) überlistet Tom Nikolaisen (links) und Csaba Szücs.
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Traumtor zum Schluss: Melsungens Domagoj Pavlovic (Mitte) überlistet Tom Nikolaisen (links) und Csaba Szücs.

Trotz des Sieges gegen den Bergischen HC lief bei Handball-Bundesligist MT Melsungen nicht alles nach Wunsch.

Kassel – „Jetzt“, sagte Silvio Heinevetter, als er Richtung MT-Kabine schlenderte, „jetzt kann der Geburtstag beginnen.“ Gerade hatte der überragende Torwart des Handball-Bundesligisten Melsungen noch ein Interview bei Sky gegeben. Nun konnte er nach dem 26:24-Erfolg gegen den Bergischen HC zum gemütlichen Teil übergehen. Dass er auf dem Weg noch ein paar Autogrammwünsche erfüllte – Ehrensache.

Um die kühlen Getränke mochte sich der 37-Jährige an seinem Jubeltag aber nicht kümmern. „Ich habe gerade erst ein Kabinenfest organisiert“, sagte der Schlag-den-Star-Gewinner schmunzelnd, „nun sind mal andere dran.“

Jubel bei der MT: (von links) Timo Kastening, Kai Häfner und Silvio Heinevetter.

Geliefert hatte er ja trotzdem – 16 Paraden in 60 Minuten. War eine Woche zuvor Nebojsa Simic in Göppingen ein glänzender Rückhalt, so schwang sich nun Heinevetter zu einer Topleistung auf. Trainer Roberto Garcia Parrondo hatte bei der Umstellung zwischen den Pfosten den richtigen Riecher. Und so war der Sieg gegen den BHC in gewisser Weise letztlich auch ein Erfolg der Oldies, denn der 41 Jahre alte Halbrechte Alexander Petersson hatte ebenfalls viele starke Szenen.

Dass die Gastgeber aber erstmals seit dem ersten Spieltag nun wieder ein ausgeglichenes Punktekonto aufweisen können, verdanken sie insbesondere Domagoj Pavlovic und dessen Geniestreich eine Minute vor Schluss. Dynamisch zog er Richtung BHC-Kreis. Zwar versperrten ihm die Gäste-Akteure Csaba Szücs und Tom Nikolaisen den Weg, der Mittelmann schaffte es aber, mit dem Rücken zum Tor abzuschließen – 26:24. „Das macht er auch im Training gern“, erklärte sein kroatischer Landsmann Marino Maric.

Der Kreisläufer hatte in der 54. Minute seinen großen Auftritt gehabt: Nach einem klugen Anspiel suchte er eine Lücke im gegnerischen Deckungsverbund, dafür war der Weg weit – aber dann nahm Maric sein Herz in beide Hände, lief ein paar Schritte und schloss erfolgreich zum 24:20 ab. „So etwas macht mir Spaß“, sagte der 31-Jährige.

Das waren allerdings auch schon die Höhepunkte im Melsunger Angriffsspiel in der Schlussphase. Ansonsten passte erneut nicht viel. „Wir haben 45 Minuten gut gespielt“, resümierte Parrondo, „in der letzten Viertelstunde leisten wir uns wieder zu viele technische Fehler.“ Der Spanier erkannte durchaus Parallelen zur vorangegangenen Begegnung in Göppingen – dort war es jedoch beim 26:26 nicht gut ausgegangen.

Insgesamt war es das vierte Spiel in Folge, in dem sich die MT in den Schlussminuten nicht sonderlich clever anstellte. „Wir haben ein Problem, wenn die Gegner ihre Abwehr öffnen“, räumte Kapitän Kai Häfner ein, „wir haben es wieder unnötig eng werden lassen.“ Auch beim Sieg in Hannover und dem Pokalerfolg in Bietigheim war es in der entscheidenden Phase für die MT nicht nach Wunsch gelaufen.

Der Hintermannschaft gebührte ein dickes Lob. Unter den Augen des noch verletzten Finn Lemke hielten die Isländer Elvar Örn Jonsson und Arnar Freyr Arnarsson die Deckung gut zusammen. „Abwehr und Torwart, das funktioniert ganz gut“; stellte Häfner fest. Und sprach Heinevetter ein Sonderlob aus „Er hat großen Anteil am Sieg. Man hat aber auch gemerkt, wie sehr Heine motiviert war.“ An seinem Geburtstag. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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