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Handball-Bundesligist MT Melsungen empfängt VfL Gummersbach: Kai Häfner auf dem Weg in den 1500er-Klub

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Von: Björn Mahr

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Abschlusstraining vor Zuschauern in der Rothenbach-Halle: die MT-Spieler (von links) Ben Beekmann, Ivan Martinovic, Dimitri Ignatow, Erik Ullrich, Julian Fuchs und Kapitän Kai Häfner.
Abschlusstraining vor Zuschauern in der Rothenbach-Halle: die MT-Spieler (von links) Ben Beekmann, Ivan Martinovic, Dimitri Ignatow, Erik Ullrich, Julian Fuchs und Kapitän Kai Häfner. © Andreas Fischer

In der Handball-Bundesliga erwartet die MT Melsungen heute ab 19.05 Uhr den Aufsteiger VfL Gummersbach. Dabei kann Kapitän einen Meilenstein erreichen.

Heute könnte es soweit sein. Heute könnte Kai Häfner einen Meilenstein in seiner Laufbahn erreichen. Heute könnte der Handball-Profi der MT Melsungen im Heimspiel ab 19.05 Uhr gegen Aufsteiger VfL Gummersbach die Marke von 1500 Bundesliga-Toren knacken. Aktuell steht der MT-Kapitän bei 1495 Treffern. Er ist also auf dem besten Weg in den 1500er-Klub. Zum Vergleich: Der bislang beste Bundesliga-Feldtorschütze ist der jetzige Flensburger Manager Holger Glandorf mit 2429 Toren.

„Das macht einen schon ein bisschen stolz. Und ich habe dabei noch nie einen Siebenmeter geworfen“, erklärt Häfner. Der 33-Jährige betont aber auch: „Der Fokus ist allerdings ein anderer.“ Klar, es geht für ihn und das Melsunger Team darum, den Aufwärtstrend fortzusetzen. Drei Pflichtspiele gewannen die Nordhessen in Folge. „Die Stimmung im Team ist viel besser als noch vor vier, fünf Wochen“, sagt Sportdirektor Michael Allendorf.

Trainer Roberto Garcia Parrondo hatte seiner Mannschaft nach dem jüngsten Erfolg sogar drei Tage freigegeben. „Das war wichtig, um sich körperlich und mental zu erholen“, stellt Häfner fest. Sein kroatischer Teamkollege Ivan Martinovic ergänzt: „Die Tage haben uns gutgetan.“

Seit Montag liegt der Fokus auf der Partie gegen Gummersbach. Wie akribisch sich die Mannschaft auf die schwierige Aufgabe einstimmt, bekamen gestern ein paar interessierte Besucher der Kasseler Herbstausstellung während eines öffentlichen Trainings der MT in der Rothenbach-Halle zu sehen.

Für Martinovic ist das heutige Spiel ein besonderes. Nach seinem Abschied aus seiner Geburtsstadt Wien war der VfL sein erster Klub in Deutschland. Er sagt: „An die Zeit habe ich schöne Erinnerungen. Ich kenne aus meinem Jahr in Gummersbach einige Spieler, mit Kreisläufer Jonas Stüber bin ich auch heute noch eng befreundet“,

Das Gastspiel der Oberbergischen steht überhaupt ganz im Zeichen der Wiedersehensfreude. Denn MT-Torwarttrainer Carsten Lichtlein stand einst beim VfL zwischen den Pfosten. Und neben Gummersbachs gebürtigem Melsunger Ole Pregler hat auch der beim Altmeister für die Schlussleute zuständige Mario Kelentric eine MT-Vergangenheit. Zudem war er in gleicher Funktion bei RK Zagreb tätig, als der neue Melsunger Linksaußen David Mandic beim kroatischen Spitzenverein unter Vertrag stand. „Wir waren zwei Jahre Kollegen und haben nach wie vor einen guten Kontakt“, berichtet Mandic.

Beim VfL arbeitet Kelentric unter anderen mit dem früheren Wetzlarer Torwart Tibor Ivanisevic zusammen. Die meiste Gefahr im Angriff geht bei den Gästen von Mittelmann Dominik Mappes aus. „Wir dürfen es nicht zulassen, dass er die Dinge machen kann, die er gern tut. Ich warne aber auch davor, nur auf ihn zu schauen. Der Kontrahent hat noch mehr gute Spieler“, konstatiert Parrondo. Beispielsweise den Halblinken Julian Köster. Der Jung-Nationalspieler sorgte bei seinem EM-Debüt im Januar für Furore.

In der aktuellen Tabelle belegt Gummersbach als Neuling einen beachtlichen achten Platz – drei Punkte besser als die MT. Die Erfolge hat sich das Team von Coach Gudjon Valur Sigurdsson, der als Aktiver zu den schnellsten Akteuren der Liga zählte, durch sehenswerten Tempohandball. „Gummersbach drückt mächtig aufs Gas. Es ist ein sehr unbequemer Gegner“, warnt Häfner. Insbesondere das System der Schnellen Mitte, die durch den großen Anwurfkreis neue Möglichkeiten gebracht hat, nutzt der VfL konsequent.

Melsungen muss seine personelle Qualität ausspielen, nachdem nun Elvar Örn Jonsson und Domagoj Pavlovic für Rückraum Mitte und Halblinks wieder zur Verfügung stehen. „Beide machen viel Druck, sind stark im eins gegen eins“, sagt Martinovic, „mit ihnen auf dem Feld fühlt sich jeder noch sicherer.“ (Björn Mahr)

„Spiel wird anders“

Bis auf die vier Langzeitverletzten Julius Kühn, Rogerio Moraes, Timo Kastening und Finn Lemke hat MT-Coach Roberto Garcia Parrondo alle Mann an Bord. Schon bei den beiden Siegen während der Vorbereitung gegen den VfL Gummersbach waren die Nordhessen arg dezimiert. „Das Spiel am Donnerstag wird allerdings ganz anders. Jetzt haben beide Teams schon mehrere Begegnungen absolviert“, sagt Melsungens spanischer Coach Roberto Garcia Parrondo. Karten für das Duell in der Kasseler Rothenbach-Halle gibt es an der ab 17.30 Uhr geöffneten Tageskasse. 

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