Bundesligist am Sonntag ab 16 Uhr gegen Silkeborg

Handball-Europapokal: Ist die MT Melsungen reif für die Aufholjagd?

Austausch mit dem Manager: Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson (links) und MT-Geschäftsführer Axel Geerken (mit Maske) hoffen auf eine überzeugende Leistung ihres Teams im Rückspiel in Kassel.
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Austausch mit dem Manager: Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson (links) und MT-Geschäftsführer Axel Geerken (mit Maske) hoffen auf eine überzeugende Leistung ihres Teams im Rückspiel in Kassel.

Erst war lange nicht klar, ob sie überhaupt auf der europäischen Bühne vertreten sein würden. Dann erhielten sie als Nachrücker und Hannover-Ersatz einen Startplatz für die erste von zwei Qualifikationsrunden. Und nun droht die Reise durch Handball-Europa schon vorbei zu sein, bevor sie für die Profis des Bundesligisten MT Melsungen überhaupt erst richtig begonnen hat.

Kassel - Nach der 27:31-Niederlage im Hinspiel bei Bjerringbro-Silkeborg benötigt das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson am Sonntag ab 16 Uhr eine deutliche Leistungssteigerung – und einen klaren Sieg. Nur wenn die Nordhessen die Dänen bei weniger als 27 Treffer halten sollten, würde auch schon ein Sieg mit vier Toren reichen – das gilt beispielsweise für ein 30:26.

Mit derlei Rechenspielchen mag sich bei den Melsungern aber niemand beschäftigen. „Ich möchte von meiner Mannschaft Kampfgeist, Leistungsbereitschaft und Wille sehen“, sagt Gudmundsson. Und der Plan für die Aufholjagd? „Wir dürfen uns nicht zu viele Gedanken machen, sondern müssen erst einmal ordentlich ins Spiel reinkommen.“

Ordentlich – das heißt vor allem: gutes Rückzugsverhalten und diszipliniertes Angriffsspiel, insbesondere bei eigener Überzahl. „Es bringt nichts zu jammern, wir müssen die Situation annehmen“, verdeutlicht Torjäger Julius Kühn, „wenn wir unser Potenzial abrufen, haben wir eine Riesenchance.“

Zwar sind am Sonntag keine Besucher zugelassen, die Fans werden aber im MT-Livestream bei Youtube genau hinsehen, wie sich ihr Team dem drohenden Aus entgegenstemmt. Stefan Salger trotzig: „Wir können auch ohne Publikum Vollgas geben.“

Im Hinspiel war das der Mannschaft nur über einen gewissen Zeitraum gelungen. Speziell die Leistung in Anfangs- und Schlussphase – eher ernüchternd. Auch wenn die unmittelbare Vorbereitung auf das erste Pflichtspiel durch den Coronafall im Melsunger Betreuerstab erheblich gestört war, hatte das Team in Silkeborg genügend Möglichkeiten, ein besseres Ergebnis und damit eine angenehmere Ausgangsposition zu erreichen.

Sieben Gegenstoß-Gegentore bei eigener Überzahl dokumentierten die Defizite im Melsunger Spiel. Darauf allein wird sich Gudmundsson in dieser Woche nicht konzentriert haben. „Ich erwarte, dass Gudmi einen guten Mix findet“, stellt Rechtsaußen Timo Kastening fest.

Der Kader in dieser Woche im Training war unverändert, weil sich Torwart Silvio Heinevetter und Kapitän Finn Lemke weiterhin in Quarantäne befinden. Jetzt muss es eben auch ohne die beiden erfahrenen Nationalspieler gegen das Team um die schnellen Rückraumspieler Sebastian Skube, William Bogojevic und Nikolaj Oris Nielsen gehen. „Es war klar, dass es schwer werden würde, aber wir haben immer noch alle Möglichkeiten“, sagt Manager Axel Geerken hoffnungsvoll.

Ein überzeugender Sieg gegen den dänischen Erstligisten und ein Weiterkommen würde der MT viel Rückenwind für die kommenden Wochen geben, wenn es in die heiße Phase der Bundesliga-Vorbereitung geht. Die zweite Runde wird Ende September ausgetragen. Die Melsunger hoffen, dann noch im Rennen um einen Platz in der EHF European League zu sein. Fragt sich nur, ob sie dafür reif sind?

„Es wird eng“, mutmaßt Silkeborgs Torwart Johan Sjöstrand, der im Sommer aus Melsungen in die dänische Region Midtjylland gewechselt ist. Der Vorteil liegt aber definitiv erst mal bei seiner Mannschaft. (Björn Mahr)

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