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„Schwierigste Woche der Saison“ - MT Melsungen erwartet den Bergischen HC

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Von: Björn Mahr

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Viel Arbeit hat die medizinische Abteilung der MT in diesen Tagen: Im Bild kümmern sich Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch (oben) und Physiotherapeut Rene Kagel (rechts) um Arnar Freyr Arnarsson.
Viel Arbeit hat die medizinische Abteilung der MT in diesen Tagen: Im Bild kümmern sich Mannschaftsarzt Dr. Gerd Rauch (oben) und Physiotherapeut Rene Kagel (rechts) um Arnar Freyr Arnarsson. © Dieter Schachtschneider

Die personell arg geschwächte MT Melsungen empfängt in der Handball-Bundesliga am Sonntag ab 16.05 Uhr den Bergischen HC.

Kassel – 7:3 Punkte holten die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen im November. Da die 33:40-Niederlage zuletzt beim SC DHfK Leipzig schmerzte und die spielerischen Leistungen der Nordhessen zumindest phasenweise zu wünschen übrig ließen, verfällt Michael Allendorf nicht in Euphorie. „Die Stabilität hat in die Mannschaft reingefunden. Es war kein goldener, aber ein silberner November“, sagt der MT-Sportdirektor. Bevor die Liga ab Ende Dezember eine WM-Pause einlegt, wartet auf die Melsunger noch ein hartes Programm. Los geht es für das Team von Trainer Roberto Garcia Parrondo morgen ab 16.05 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen den Bergischen HC. Ein Blick auf die anstehenden Aufgaben.

Das Wiedersehen

Für zwei Jahre war Rechtsaußen Dimitri Ignatow von der MT an den Tusem Essen ausgeliehen. Dort hieß sein Trainer Jamal Naji, der seit diesem Sommer die Verantwortung für die Bergischen Löwen trägt – und damit morgen auf Ex-Schützling Ignatow trifft. „Jamal war sehr wichtig für meine Entwicklung. Er hat mir die Chance gegeben, Erfahrungen in der 1. und 2. Bundesliga zu sammeln“, betont der Melsunger.

Der 36 Jahre alte Handball-Lehrer Naji ist nicht der einzige, den Ignatow gut kennt. In Essen spielte er mit Noah Beyer zusammen, der seinem Coach zum BHC gefolgt ist. Zudem war Nationalspieler Lukas Stutzke sein Teamkollege in der Junioren-Auswahl.

Die Hoffnung

Nach dem bitteren Abend bei den Sachsen geht es für die MT darum, wieder in die Erfolgsspur zu finden. Das Wichtigste sei, so Allendorf, „dass wir wieder eine gute Abwehr mit einem starken Simo dahinter stellen. Damit können wir die Probleme kompensieren, die wir im Angriff haben.“ Ähnlich formuliert es Parrondo: „Wir müssen es verhindern, dass der Gegner zu leichten Toren kommt. Wir müssen Vieles richtig machen, wenn wir gewinnen wollen.“

Die Einstimmung

Auch abseits des sportlichen Geschehens liegen ereignisreiche Tage hinter dem Team. Allendorf wurde zum zweiten Mal Vater, und in dieser Woche feierten Gleb Kalarash (32 Jahre) und Ignatow (24) jeweils Geburtstag. Das heißt, dass die Melsunger Profis nach den Trainingseinheiten noch etwas mehr Zeit in der Kabine verbrachten und sich stärken konnten.

Das brachte etwas Abwechslung in eine knifflige Phase, an der die Mannschaft zurzeit zu knabbern hat. „Wir erleben gerade die schwierigste Woche in dieser Saison“, bedauert Allendorf. Der Grund: Die personelle Lage ist noch angespannter als ohnehin. Von den Langzeitverletzten sind Julius Kühn und Rogerio Moraes erst kurz davor, wieder eine Option für Parrondo zu werden.

Und andere Spieler mussten in dieser Woche mit dem Training aussetzen: Martinovic (Dehnung), Kai Häfner, Adam Morawski (beide Erkältung) und Arnar Freyr Arnarsson (leicht angeschlagen). „Wir werden kein Risiko eingehen“, betont Allendorf.

Die Pause

Die jüngste zehntägige Pause betrachtet Ignatow mit gemischten Gefühlen: „Ich bin da in einem kleinen Zwiespalt. Einerseits wäre es für den Rhythmus besser gewesen, wenn es schnell weitergegangen wäre. Andererseits hat es bei uns einigen Spielern geholfen, besser zu regenerieren.“

Parrondo mag sich in diesem Punkt nicht festlegen. „Wenn du ein schlechtes Spiel hinter dir hast, dann wünschst du dir mehr Zeit“, sagt der Spanier. „Aber was wirklich richtig ist, weiß man nie genau.“

Der Kracher

Melsungens Profis müssen zwar auch noch beim THW Kiel (11. Dezember, 16.05 Uhr) antreten und Heimspiele gegen GWD Minden (15. Dezember, 19.05 Uhr) und den TBV Lemgo Lippe (26. Dezember, 18 Uhr) bestreiten. Besonders große Bedeutung hat aber das Pokal-Achtelfinale am 21. Dezember (19.30 Uhr) in Kassel gegen die Rhein-Neckar Löwen. Für die MT-Akteure ist die Aufgabe Zukunftsmusik. „Unsere Trainer bekommen es gut hin, dass wir den Fokus erst mal nur auf den BHC legen“, erklärt Ignatow. Angesichts der großen Personalprobleme blickt Parrondo mit Sorge nach vorn: „Wir sind nicht in der besten Situation, aber wir werden alles geben.“ (Björn Mahr)

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