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Handball-Bundesligist MT Melsungen: Finn Lemke und das Warten auf sein Comeback

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Von: Björn Mahr

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Verliert nicht die gute Laune: Finn Lemke (stehend) im Rehamed mit Sportwissenschaftler Admir Imsirovic. Archiv
Verliert nicht die gute Laune: Finn Lemke (stehend) im Rehamed mit Sportwissenschaftler Admir Imsirovic. © Dieter Schachtschneider

Das Comeback von Finn Lemke verzögert sich. Wir blicken auf die Situation des Nationalspielers vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen.

Kassel - Zu Beginn seiner Profi-Karriere fiel Handballer Finn Lemke mal über einen längeren Zeitraum aus, weil er am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt war. Sein damaliger Klub TBV Lemgo musste vor neun Jahren über Monate auf den 2,10-m-Hünen verzichten. Seitdem Lemke 2017 zur MT Melsungen kam, musste er immer nur kurzzeitig passen. Selbst als er einen doppelten Muskelfaserriss erlitt, war er nicht so lange zum Zuschauen gezwungen.

In diesem Herbst hat der 29-Jährige allerdings großes Pech. Seit dem Amtsantritt von Trainer Roberto Garcia Parrondo Ende September war er noch nicht ein einziges Mal einsatzbereit. Zwar sollte er nach überstandenem Bänderrriss im rechten Fuß im November wieder ins Training einsteigen, ein Knochenödem verhinderte dann aber ein Comeback.

Mitspieler Michael Allendorf fühlt mit dem Nationalspieler. „Ich habe das gleiche erlebt, als ich damals in Wetzlar war“, erinnert sich der Linksaußen der Nordhessen. Er musste letztlich nicht nur sechs Wochen, sondern gut drei Monate pausieren.

„Es dauert länger, als ich mir das gewünscht hätte. Ich hoffe einfach, dass ich schnellstmöglich wieder aufs Feld zurückkehren kann“, sagt Lemke trotzig. Aktuell läuft er noch an Krücken. Bei MT-Partner Rehamed in Kassel arbeitet er nun intensiv mit Sportwissenschaftler Admir Imsirovic und Physiotherapeut Nico Hottenrott an seiner Rückkehr.

Zumindest hat er bei seinem Aufbautraining immer ein bisschen Gesellschaft – erst waren es die inzwischen genesenen MT-Talente Paul Kompenhans und Julian Fuchs, momentan ist es Rechtsaußen Tobias Reichmann, der nach einer Meniskus-OP auf ein baldiges Comeback hofft.

Obwohl sich Lemke noch einige Wochen gedulden muss, bis er seine erste Übungseinheit unter Parrondo absolvieren kann, verfolgt er intensiv die Entwicklung der Melsunger Mannschaft. „Es ist ein deutlicher Wandel zu erkennen. Wir spielen im Angriff mal mit sieben gegen sechs, mal mit drei Rechtshändern im Rückraum, und dazu haben wir sehr unterschiedliche Auslösehandlungen“, erklärt Lemke.

Als erfahrener Defensivspezialist hat er vor allem die Deckung im Blick: „Wir bieten da einiges auf, auf das sich unsere Gegner erst mal einstellen müssen.“ Auch dem nachverpflichteten Gleb Kalarash bescheinigt er eine gute Arbeit: „Er gibt uns viel Kraft. Sein Input ist wichtig.“

Lemke ist nicht nur bei den Spielen dabei, sondern auch bei einigen Videositzungen mit Parrondo. Er plant auch, das Team am Sonntag ab 16 Uhr im Hessenderby bei der HSG Wetzlar zumindest moralisch zu unterstützen.

Wann er selbst wieder eingreifen kann, bleibt abzuwarten. Als ihn vor einigen Wochen ein anderer Patient im Rehamed ansprach und ihm erzählte, dass er Karten für das Pokalspiel am 15. Dezember gegen den Bergischen HC gekauft habe, war sich der Olympia-Teilnehmer von Tokio sicher, dass er dann wieder spielen kann. Diese Hoffnung wird sich aber voraussichtlich nicht erfüllen. (Björn Mahr)

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