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Handball-Bundesligist MT Melsungen hadert mit eigener Angriffsleistung: „Nicht konsequent weitergespielt“

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Von: Björn Mahr, Manuel Kopp

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Zufrieden sieht anders aus: Die MT -Profis (von links) Julius Kühn, Alexander Petersson, Elvar Örn Jonsson, Kai Häfner, Timo Kastening und Michael Allendorf bedanken sich nach der Partie bei ihren Fans für deren Unterstützung.
Zufrieden sieht anders aus: Die MT -Profis (von links) Julius Kühn, Alexander Petersson, Elvar Örn Jonsson, Kai Häfner, Timo Kastening und Michael Allendorf bedanken sich nach der Partie bei ihren Fans für deren Unterstützung. © Andreas Fischer

Handball-Bundesligist MT Melsungen hadert nach 22:22-Punkteteilung gegen den SC DHfK Leipzig mit der eigenen Angriffsleistung.

Kassel - „Nach den letzten zwei Minuten ist es ein Punktgewinn“, sagte Michael Allendorf. Der Linksaußen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen erklärte nach dem 22:22 gegen den SC DHfK Leipzig aber auch: „Es ist allerdings schlimm genug, dass wir überhaupt Glückwünsche entgegennehmen müssen.“

Keine Frage: Das Remis entsprach in keinster Weise dem, was sich die Nordhessen vorgenommen hatten. Zudem hätte es auch gar nicht dazu kommen müssen. Wir blicken noch einmal auf die Partie zurück.

Schwache Torausbeute

Schon das Ergebnis verrät, woran es bei den Melsungern gehakt hat: Im Angriff leisteten sich die Gastgeber unzählige technische Fehler und Fehlwürfe. „Wir haben in den ersten 15 Minuten guten Handball gezeigt. Dann haben wir aber nicht konsequent weitergespielt“, bedauerte Allendorf.

Allerdings hatten die Offensivakteure gegen die bewegliche Verteidigung der Sachsen auch einen schweren Stand. Selbst als MT-Coach Roberto Garcia Parrondo auf das System mit dem siebten Feldspieler umgestellt hatte, ergaben sich kaum gute Wurfpositionen. Bezeichnend, dass erst ein Kempa-Anspiel von Julius Kühn auf Kai Häfner (18:17, 45.) einen gelungenen Abschluss bescherte. Aber selbst der Griff in die Trickkiste brachte nicht immer Erfolg: Ein doppelt ausgeführter Kempa-Trick endete damit, dass Timo Kastenings Zuspiel auf Yves Kunkel nicht den Adressaten erreichte (55.). „Mit so vielen technischen Fehlern grenzt es fast an ein Wunder, dass wir überhaupt einen Punkt geholt haben“, resümierte Kühn.

Wichtige Kleinigkeiten

Bei einem engen Duell sind es oft Kleinigkeiten, die den Ausschlag über Sieg und Niederlage geben. Das war bei der Partie der MT gegen Leipzig nicht anders. Direkt vor der Pause gaben die Nordhessen eine Zwei-Tore-Führung zu schnell her. Erst ein schlechter Wurf von Elvar Örn Jonsson – dann gelang es der MT nicht, ein Kempa-Tor von Patrick Wiesmach zu verhindern. Andererseits trafen die Melsunger in der letzten Minute eine gute Entscheidung. „Roberto hatte gesagt, dass wir Sieben gegen Sechs spielen und ich einen Wurf antäuschen, dann zwischen zwei Verteidigern durchgehen und aus fünf Metern abschließen soll. So hat es dann auch geklappt“, sagte Kühn.

Enttäuschte Gesichter

Bei einem Sieg hätten die Gastgeber wieder mit der fünftplatzierten HSG Wetzlar nach Punkten gleichziehen können. Immerhin hielten sie den Abstand zu Leipzig. „Wir ärgern uns extrem“, stellte Kühn fest. Ähnlich sah es Abwehrmann Gleb Kalarash: „Ich bin sehr enttäuscht, dass wir einen Punkt liegengelassen haben.“ Parrondo sagte: „Wir haben nicht unseren besten Tag erwischt. Zufrieden bin ich nur mit den ersten 15 Minuten, danach haben wir im Angriff kein gutes Spiel gemacht.“

Harter Zweikampf: Melsungens Gleb Kalarash (vorn) gegen Leipzigs Maciej Gebala.
Harter Zweikampf: Melsungens Gleb Kalarash (vorn) gegen Leipzigs Maciej Gebala. © Andreas Fischer

Starke Torhüter

Gut drauf waren die Torhüter– auf beiden Seiten. Allen voran MT-Keeper Silvio Heinevetter, der in der ersten Halbzeit hervorragend hielt, zehn Paraden zeigte, insgesamt waren es 15. Nachdem Nebojsa Simic zuletzt überzeugte, war es etwas überraschend, dass Heinevetter begann. „Manchmal muss man Kleinigkeiten ändern, um einen Vorteil zu haben. Wir haben zwei gute Torhüter, und jeder muss seine Chancen bekommen“, sagte Parrondo.

Ebenfalls eine gute Partie machte Leipzigs Kristian Saeveraas. In der 41. Minute kam dann Mohamed El-Tayar – ein Torhüter, den Parrondo bei der ägyptischen Nationalmannschaft trainiert. Und der zeigte vier Paraden, hielt zwei Siebenmeter von Tobias Reichmann. „Er hat es gut gemacht“, sagte Parrondo. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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