Handball-Team setzt jetzt auf drei Kreisläufer mit Gardemaß

MT Melsungen: Der größte Kreis der Bundesliga

Die Melsunger Kreisläufer Marino Maric (von links), Felix Danner und Arnar Freyr Arnarsson stellen sich in der Stadtsporthalle zum Bild auf.
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Riesig: die Melsunger Kreisläufer Marino Maric (von links), Felix Danner und Arnar Freyr Arnarsson.

Nach der Verpflichtung von Arnar Freyr Arnarsson verfügt Handball-Bundesligist MT Melsungen über drei groß gewachsene Kreisläufer. Damit hat die MT den größten Kreis der Liga.

Kassel - Die Handballer der MT Melsungen wollen in der nächsten Bundesliga-Saison hoch hinaus. Schon bevor überhaupt absehbar ist, wann genau sie ihr erstes Meisterschaftsspiel absolvieren können, sind sie zumindest in einem Punkt spitze: Die MT hat den größten Kreis der Liga.

Nach der Verpflichtung von Arnar Freyr Arnarsson haben die Nordhessen drei Kreisläufer mit Gardemaß. Marino Maric misst 1,96 m, Routinier Felix Danner 1,98 m und der isländische Neuzugang sogar 2,01 m. Addiert man die drei Körpergrößen, kommt man auf 5,95 m. Mit dieser Höhe gewinnen Stabhochspringer Titel.

Einzig HBW Balingen-Weilstetten könnte den Melsungern den Titel streitig machen – nämlich dann, wenn sie das 2,03- m-Talent Lars Röller aus dem Perspektivteam in die erste Mannschaft ziehen und Marcel Niemeyer (2,01 m) und Fabian Wiederstein (1,94 m) zur Seite stellen würden.

„Die Tendenz im internationalen Handball geht zu großen und körperlich starken Kreisläufern, und wir haben drei gute Spieler auf dieser Position“, sagt Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson nicht ohne Stolz. Zumal bei der MT alle drei Akteure über eine Menge internationale Erfahrung verfügen. Der Isländer Arnarsson (24 Jahre) sowie der Kroate Maric (30) sind aktuelle Nationalspieler ihres Landes, Danner (35) trug zumindest zu Zeiten von Martin Heuberger das Adler-Trikot.

Noch dazu sind die drei Hünen nicht allein über die Körpergröße zu definieren. „Wir sind drei unterschiedliche Spielertypen mit sehr verschiedenen Stärken“, sagt Danner.

Manager Axel Geerken weist zurecht daraufhin, dass „Marino einen tieferen Schwerpunkt als seine beiden Kollegen“ habe. Für alle drei gilt aber: Sobald sie einmal den Ball in der Nahwurfzone erhalten haben, sind sie nur noch schwer aufzuhalten. Geerken schätzt besonders ihre Durchschlagskraft.

„Kleinere Kreisläufer können zwar auch für jede Abwehr unangenehm sein, stämmigere Spieler können aber allerdings noch in der Deckung eingesetzt werden, und damit braucht der Trainer im Umschaltspiel weniger zu wechseln“, erläutert Maric. Er und seine beiden Mitstreiter am Kreis eignen sich sogar für einen Platz im Innenblock. Das haben Handball-Coaches besonders gern.

Arnarsson spricht zwar noch nicht gut Deutsch, erhält aber viel Unterstützung der beiden Kollegen: „Sie helfen mir sehr.“ Der Isländer gilt in Europa als Riesentalent und ist ein Versprechen an die Zukunft. Während Maric schon einen Vertrag über die kommende Spielzeit hinaus erhalten hat, besitzt Danner nur ein Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2021.

Dass der gebürtige Freiburger noch ein paar Jahre auf hohem Niveau spielen kann, machte er in den vergangenen Saisons immer wieder deutlich. Durch die schwierigen wirtschaftlichen Entwicklungen während der Corona-Pandemie stehen Vertragsverhandlungen mit den Profis bei sämtlichen Bundesligisten zurzeit nicht ganz oben auf der Liste.

Ohnehin geht es für die MT momentan in erster Linie darum, sich einzuspielen für die ersten Aufgaben im Europapokal in vier Wochen. Zwar tauschen sich die drei Kreisläufer intensiv aus, viele Gespräche sind aber laut Danner allein auch nicht zielführend: „Wir sind von unserem Rückraum abhängig.“ Durch ihre immense Körpergröße sind sie allerdings fast immer eine Option. (Björn Mahr)

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