„Sehe aus wie ein Husky“

MT Melsungen: Spielmacher Domagoj Pavlovic und die Spuren des erfolgreichen Derbykampfes

Hat seinen Humor nicht verloren: Deutlich sichtbar allerdings einen Zahn: Domagoj Pavlovic.
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Hat seinen Humor nicht verloren, deutlich sichtbar allerdings einen Zahn: MT Melsungens Domagoj Pavlovic.

Der 33:25-Sieg im Hessenderby bei der HSG Wetzlar hinterließ im bei Spielmacher Domagoj Pavlovic vom Handball-Bundesligisten MT Melsungen Spuren. Wir blicken zurück.

Wetzlar – Als die Melsunger Handballer am Sonntagnachmittag im Mannschaftsbus vom Teamhotel zur Rittal-Arena fuhren, schien die Sonne. Als sie vier Stunden später die Halle der HSG Wetzlar verließen, war der Himmel wolkenverhangen – und es regnete ausgiebig. Der guten Stimmung im MT-Lager tat das miese Wetter keinen Abbruch. Denn mit der besten Saisonleistung hatte der nordhessische Handball-Bundesligist zuvor einen 33:25-Derbysieg eingefahren.

„Was wir aus dem Spiel mitnehmen? Nur Positives“, sagte Linksaußen Yves Kunkel freudestrahlend. Seinem Teamkollegen konnte Domagoj Pavlovic aber nicht ungehindert zustimmen. „Ich sehe jetzt aus wie ein Huskies-Profi“, erklärte der MT-Spielmacher angesichts einer Lücke in seinem Gebiss. Was war passiert? Gut 20 Minuten vor Schluss bekam er bei einer Angriffsaktion unglücklich einen Schlag im Gesicht ab – und büßte dabei einen Zahn ein. Die Spuren des Derbykampfes hielten den Kroaten aber nicht davon ab, die Partie zu Ende spielen.

Dennoch nahmen ihn seine Mitspieler hoch. Tobias Reichmann postete beispielsweise bei Instagram ein Foto aus der Kabine, das ihn zusammen mit Pavlovic zeigt. Unter dem Bild stand: „Wetzlar den Zahn gezogen? Derbysieg.“ haben der Am Montagnachmittag hatte er bei Mannschafts-Zahnärztin Petra Rauch einen Termin, damit die Lücke wieder gefüllt wird.

Ein Training stand ohnehin nicht auf dem Plan. Denn das Team bekam gestern frei, nachdem es in der vergangenen Woche keine Verschnaufspause gegeben hatte. „Den freien Tag haben wir uns verdient“, erklärte Rückraumakteur Kai Häfner. Tatsächlich hatten die Nordhessen diesmal vieles richtig gemacht. Oder, um es mit den Worten von Melsungens Nationaltorwart Silvio Heinevetter zu sagen: „Wir haben aus den Fehlern gelernt. Wir wussten auch, dass wir es besser können.“

Die Melsunger bewiesen viel Geduld in der Offensive. „Wenn du aber eine überragende Abwehr und einen überragenden Torwart hast, dann nimmt dir das natürlich auch ein bisschen Druck im Angriff“, erklärte Julius Kühn, der zweitbeste Torschütze hinter Rechtsaußen Timo Kastening. 33 Tore hatte die MT in dieser Saison bis dahin noch nicht erzielt – Vorbereitungsspiele inklusive.

Vor der Länderspielpause in der nächsten Woche absolvieren die Melsunger noch eine Bundesliga-Begegnung. Am kommenden Sonntag bekommt es das Team von Trainer Gudmundur Gudmundsson ab 16 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle mit der HSG Nordhorn-Lingen zu tun. Ob dann wieder Zuschauer zugelassen sind, steht noch nicht fest. Manager Axel Geerken steht im engen Austausch mit den Behörden und rechnet mit einer entsprechenden Information.

Die Partie in Wetzlar litt spürbar unter der Geisteratmosphäre. „Es war mein erstes Hessenderby ohne Zuschauer, das war sehr schade“, sagte MT-Kapitän Finn Lemke – und erkannte einen kleinen Vorteil für sein Team: „Im Heimspiel können dir die Fans immer einen Push geben.“ (Björn Mahr)

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