Englische Woche in der Handball-Bundesliga

Die besten drei Tage der Saison: MT Melsungen und der 31:23-Sieg gegen Frisch Auf Göppingen

Gefeiert: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (links, hier mit Spielmacher Domagoj Pavlovic).
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Gefeiert: Melsungens Torwart Nebojsa Simic (links, hier mit Spielmacher Domagoj Pavlovic).

Handball-Bundesligist MT Melsungen ist mit zwei Siegen in den Mai gestartet. Unser Spielbericht vom Heimerfolg gegen Frisch Auf Göppingen.

Kassel – Ob es die bisher beste Leistung in dieser Bundesliga-Runde war, vermochte Michael Allendorf nicht zu sagen. Der Handball-Linksaußen der MT Melsungen stellte aber schmunzelnd fest: „Es waren auf jeden Fall die drei besten Tage in dieser Saison.“ Kein Wunder: Nur 48 Stunden nach dem verdienten 33:29-Erfolg beim SC DHfK Leipzig knackten die Nordhessen auch die nächste harte Nuss.

Deutlich mit 31:23 (15:12) schlugen die Melsunger Frisch Auf Göppingen, immerhin das Team der Stunde im Oberhaus.

Im Mai hat die MT damit schon mehr Punkte geholt als im kompletten April – und es warten in diesem Monat noch sechs Aufgaben auf die Mannschaft von Trainer Gudmundur Gudmundsson.

MT-Linksaußen: Michael Allendorf.

„Wir haben jetzt zweimal über fast 60 Minuten konzentrierte Leistungen gebracht“, erklärte Allendorf erfreut. Tatsächlich waren auch gegen Göppingen keine großen Schwächen auszumachen. Im Gegenteil: Die Deckung trieb den Kontrahenten teilweise zur Verzweiflung. Mit dem Höhepunkt in der 53. Minute, als Abwehrchef Finn Lemke einen Wurf von Frisch-Auf-Rückraumschütze Nemanja Zelenovic in etwa drei Metern Höhe abblockte.

„Wir haben jetzt die Balance zwischen defensiver und offensiver 6:0-Deckung gefunden“, resümierte Gudmundsson. Vielleicht mit einer kleinen Ausnahme: Mitte des zweiten Abschnitts fehlte der Defensive in einer Unterzahl-Situation etwas die Kompaktheit – und FAG-Spielmacher Tim Kneule nutzte die Chance zum 19:23. Was Melsungens glänzend aufgelegten Torwart Nebojsa Simic mächtig ärgerte, weil er von seinen Vorderleuten für diese Situation extra noch mehr Kompaktheit gefordert hatte.

Nach der Schlusssirene war aber auch der Ärger des Montenegriners verflogen: „Heute gibt es für meine Abwehr nur 9,5 von zehn Punkten.“ Er selbst verdiente sich die volle Punktzahl – für viele freie Bälle, die er parierte. Dazu gehörte auch eine spektakuläre Doppelparade gegen Kneule (28.).

Zu einem rundum gelungenen Abend gehörte aber auch, dass der Angriff permanent Druck auf die Hintermannschaft der Schwaben entfachte. Es sagt viel über die Qualität eines Offensivspiels aus, wenn 19 von 31 Toren von Rückraumspielern erzielt wurden: Julius Kühn (7), Domagoj Pavlovic (6), Kai Häfner (5) und Stefan Salger (1). Manager Axel Geerken sprach nach der Partie auch deshalb von „einer schönen Entwicklung im Team“. „Es macht Spaß, weil wir gut zusammen spielen und füreinander kämpfen“, sagte Regisseur Pavlovic.

Gudmundsson setzte im Verlauf der 60 Minuten fast alle Melsunger Spieler ein. Teilweise war er auch ein bisschen dazu gezwungen. Felix Danner verletzte sich bei einem Foul von Kresimir Kozina so schwer (48.), dass er nicht mehr weiterspielen konnte – es besteht Verdacht auf Nasenbeinbruch. Zuvor musste auch schon Allendorf auf der Bank behandelt werden, nachdem er unsanft beim Antritt gestoppt worden war. Er trug einen Pferdekuss davon. In der Schlussphase, als die Gäste angesichts der sich abzeichnenden Niederlage die Deckung entblößten, war er aber wieder einsatzbereit. Der Treffer zum 31:23-Endstand ging auf sein Konto. (Björn Mahr und Manuel Kopp)

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