Einige Nationalspieler nach Partie gegen Erlangen abgereist 

Nach Siegesserie: Die Pause haben sich die Melsunger Handballer verdient

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Die letzte Szene des Spiels: Die Melsunger (von links) Tobias Reichmann, Kai Häfner, Julius Kühn, Timm Schneider, Domagoj Pavlovic und Michael Allendorf stellen die Mauer beim direkten Freiwurf des Erlangers Quentin Minel (Nummer 34). 

Kassel. Die Melsunger Bundesliga-Handballer haben sich durch das letzte Punktspiel vor der Länderspielpause gekämpft.  Wir blicken auf einen spannenden Abend zurück, richten aber auch den Blick schon etwas nach vorn. 

Für die MT-Fans war Michael Allendorf in den beiden vergangenen Spielen ein zuverlässiger Torjäger. Erst trug der Linksaußen dazu bei, dass Handball-Bundesligist MT Melsungen noch das Derby in Wetzlar drehte. Am Donnerstagabend steuerte der zweitdienstälteste MT-Profi dann sieben Tore zum hauchdünnen 28:27-Sieg gegen den HC Erlangen bei.

Sein Wert für die Melsunger Mannschaft aber geht weit über gelungene Abschlüsse und erfolgreiche Siebenmeter hinaus. Wie schon in Wetzlar appellierte Allendorf auch in der Pause des Heimspiels an die eigene Willensstärke. „Ich dachte, dass es gegen Erlangen schief geht. Das war ein richtiges Gegurke“, erklärte der 33-Jährige den Antrieb für seine mahnenden Worte in der Kabine. So erinnerte Allendorf seine Kollegen daran, dass die Mannschaften aus Flensburg und Hannover in den vergangenen Spielzeiten oft noch enge Duelle mit einem Tor Abstand gewannen.

Der Vortrag der Melsunger war zwar auch im zweiten Abschnitt fehlerbehaftet, die Punktausbeute stimmte aber. „Die Erlanger wollten uns nerven und haben dies auch geschafft“, stellte Trainer Heiko Grimm fest. Sein Team aber habe „sich durchgekämpft“. „Erlangen hat clever das Tempo verschleppt. Es war am Ende etwas glücklich für uns“, räumte Julius Kühn treffend ein. Der MT-Hüne gehörte zu der Besetzung, die in der letzten Szene des Abends gefragt war. Zusammen mit Kai Häfner, Timm Schneider, Tobias Reichmann, Domagoj Pavlovic und Michael Allendorf stellte er sich für einen direkten Freiwurf dem Schützen Quentin Minel entgegen – mit Erfolg, auch wenn der Ball des Franzosen noch durch die Mauer rutschte.

„Das war ein richtig krummes Ding. Ich bin nach diesem Ausgang sehr erleichtert“, sagte Torwart Johan Sjöstrand. Der Schwede ging auf Nummer sicher und lenkte den Ball ins Toraus. Der siebte Pflichtspielsieg in Folge war perfekt. Zuletzt waren die Melsunger vor zwei Jahren mit 15:5 Punkten in eine Bundesliga-Serie gestartet – damals noch unter dem ehemaligen Coach Michael Roth.

„Das jetzige Ergebnis sagt noch nicht viel aus. Die Saison ist sehr lang“, warnte der Schweizer Rückraumspieler Roman Sidorowicz vor zu schneller Euphorie. Manager Axel Geerken gewann dem zähen Auftritt seiner Mannschaft sogar etwas Positives ab: „Es gibt einige Fehler aufzuarbeiten.“ Allerdings erst nach der Wettkampfpause. Noch am Donnerstag verabschiedeten sich die Kroaten Pavlovic und Marino Maric sowie der Montenegriner Nebojsa Simic in ihre Heimatländer – es warten Einsätze mit den Nationalteams. Auch Kühn, Reichmann, Häfner sowie Sidorowicz sind erst mal wegen Länderspielen unterwegs. Da erst am 31. Oktober das nächste Punktspiel beim THW Kiel ansteht, bekam der Rest der MT-Mannschaft bis zum Dienstag trainingsfrei.

„Wir haben uns die Pause verdient. Es ist gut, dass wir nach diesen harten Wochen wieder zu Kräften kommen können“, betont Youngster Dimitri Ignatow. Das regelmäßige Videostudium seit der heftigen Niederlage beim Neuling HBW Balingen-Weilstetten wird er definitiv in den nächsten Tagen nicht vermissen.

„Wir haben jetzt die Gelegenheit, die Köpfe etwas freizubekommen“, weiß Grimm. Er selbst plant mit seiner Frau einen Musical-Besuch. Torwart Sjöstrand will nach Dänemark reisen, um sich an seiner zukünftigen dänischen Wirkungsstätte Bjerringbro-Silkeborg nach einem Domizil umzuschauen. Seine Kollegen werden mal die Beine hochlegen. Allendorf verdeutlicht: „Wir sind schon ganz froh, dass nun Pause ist. Es war keine einfache Zeit.“ Er selbst war ja nicht nur als Torjäger gefragt.

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