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Schwach aus Nahdistanz: Handball-Bundesligist MT Melsungen vergibt zu viele Chancen gegen Hannover-Burgdorf

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Von: Maximilian Bülau, Björn Mahr

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Hart attackiert: Melsungens Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson wird hier unsanft von den Hannoveranern Branko Vujovic (links) und Marius Steinhauser gestoppt.
Hart attackiert: Melsungens Kreisläufer Arnar Freyr Arnarsson wird hier unsanft von den Hannoveranern Branko Vujovic (links) und Marius Steinhauser gestoppt. © Dieter Schachtschneider

Die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen haben bei der Niederlage gegen die TSV Hannover-Burgdorf zu viele gute Chancen.

Kassel – Nach einem Sieg lassen sich die Spieler der erfolgreichen Mannschaft nicht zweimal bitten. Als alles Wichtige nach der Schlusssirene in der Kabine besprochen war, kehrten sie noch einmal aufs Spielfeld der Kasseler Rothenbach-Halle zurück und feierten ausgelassen mit ihrem Anhang. „Wir wollen euch hüpfen sehen“, riefen die Fans. Und das taten sie dann auch: Sie hüpften vor Freude, die Handballer des Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. Nicht die der Gastgeber. Denn die Tür zur Kabine der gastgebenden MT Melsungen blieb weiter zu.

Eine gute Viertelstunde verbrachte MT-Coach Roberto Garcia Parrondo mit seinem Team nach der 28:31-Heimniederlage im Umkleideraum. „Wir haben viel gesprochen“, sagte Arnar Freyr Arnarsson, zusammen mit seinen Kreisläufer-Kollegen Gleb Kalarash und Rogerio Moraes noch einer der besseren im Melsunger Team. Die Enttäuschung über die erste Saison-Heimniederlage war in seinem Gesicht deutlich abzulesen. „Wir waren gut vorbereitet und haben gut trainiert“, erklärte der Isländer, „natürlich war Hannovers Torwart gut, aber wir können es trotzdem besser machen.“

Als großes Problem machte Parrondo die schlechte Ausbeute bei Würfen von sechs, sieben Metern aus. Egal, ob Agustin Casado, Aidenas Malasinskas, Kai Häfner, Andre Gomes oder Ivan Martinovic – alle Rückraumkräfte ließen einiges liegen. „Wir haben klare Situationen, die müssen wir nur nutzen“, betonte der Spanier. Er räumte zwar Vorteile der Gäste bei den Torhütern ein, sah sein Team aber keineswegs schlechter als die Recken.

Während der Pressekonferenz sprach der 42-Jährige von einem harten Match, in dem ihm die Intensität und die kämpferische Leistung seiner Spieler gefallen habe. „Aber jetzt müssen sie auch mal ihre Qualität zeigen. In der Offensive war es heute überhaupt nicht gut. Aus kurzer Distanz haben wir viel zu viel verworfen“, sagte er. Die Würfe aus sechs, sieben Metern eben.

Was selbst den sonst so ruhigen und besonnenen Parrondo ein wenig lauter sprechen ließ: „Nach wenigen Sekunden verlieren wir den Ball. Ich weiß nicht, ob die Spieler nervös sind, oder was los ist. Aber das müssen wir ändern. Wir müssen endlich die technischen Fehler abstellen. Irgendwann haben wir es dann besser gemacht. Aber da war der Abstand dann zu groß.“

Für die MT war es vor 2809 Zuschauern eben schon schlecht losgegangen: 0:4 stand es nach wenigen Minuten. „Es hilft nicht, wenn du so startest“, bedauerte Arnarsson. „Wir werfen einfach die Bälle weg“, ärgerte sich Michael Allendorf. Er nahm nur Youngster Julian Fuchs aus seiner Kritik aus, der bei seinem Startsieben-Debüt mit vier Treffern viel richtig gemacht hat – und das über fast 60 Minuten. „Er hat ein ordentliches Spiel abgeliefert“, stellte Allendorf fest.

Nachdem es auswärts in Mannheim und Lemgo nicht zu Siegen gereicht hatte, wollten die Melsunger zumindest in eigener Halle Stärke demonstrieren. „Wir wollten unseren Fans unbedingt etwas bieten“, berichtete Arnarsson. Nach der Pleite im zweiten Saison-Heimspiel gegen Hannover hat sich diese Vorgabe erst mal erledigt.

Auf die MT wartet nun viel Arbeit – und die Gegner sind nicht von Pappe. Am Sonntag gastiert sie beim HC Erlangen, dann kommen die Füchse Berlin, ehe das Gastspiel beim Meister SC Magdeburg ansteht. Das heißt: Es geht gegen drei Klubs, die noch ungeschlagen sind. Zudem rückt das Pokalduell in Erlangen am 19. Oktober auch immer näher. Ob die Melsunger Anhänger da demnächst auch mal so viel zu jubeln haben wie die Hannoveraner Fans am Sonntag in Kassel? (Maximilian Bülau und Björn Mahr)

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