MT-Niederlage in Stuttgart

MT wacht viel zu spät auf und verliert 28:31 in Stuttgart

An alter Wirkungsstätte: Melsungens Stefan Salger musste in Stuttgart den erkrankten Kai Häfner vertreten. In dieser Szene setzt der Halbrechte einen Sprungwurf gegen Patrick Zieker (links) an. 
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An alter Wirkungsstätte: Melsungens Stefan Salger musste in Stuttgart den erkrankten Kai Häfner vertreten. In dieser Szene setzt der Halbrechte einen Sprungwurf gegen Patrick Zieker (links) an. 

Mangelhafte Chancenverwertung und zu spät in Schwung gekommen - Handball-Bundesligist MT Melsungen verliert zum Abschluss der Hinrunde 28:13 (10:13) beim TVB Stuttgart.

So hatten sich die Handballer der MT Melsungen den Abschluss der Hinrunde nicht vorgestellt. Der Bundesligist unterlag am Donnerstag bei TVB Stuttgart 28:31 (10:13). Vor allem die Offensive der Melsunger enttäuschte über weite Strecken des Spiels.

MT Melsungen gegen TVB Stuttgart -  Unser Schnellcheck:

Kurz vorweg: Wie sah die personelle Lage bei den Melsungern aus?

Nicht so prickelnd. MT-Trainer Heiko Grimm musste auf den erkrankten Felix Danner verzichten. Kai Häfner war ebenfalls nicht mitgefahren – somit fiel das Duell mit Bruder Max aus. Außerdem litt Kapitän Finn Lemke an den Folgen eines Infekts, und Nebojsa Simic blieb erst mal auf der Bank – dem Torwart wurde am Mittwoch ein entzündeter Zahn gezogen.

Wie war das Spiel in der Stuttgarter Scharrena?

Verrückt. Ein bisschen wild. In der Schlussphase entwickelte sich ein wahrer Krimi. Dabei sah Stuttgart lange wie der sichere Sieger aus. Dann drehte die MT auf, kam heran, doch scheiterte dreimal in Folge an TVB-Schlussmann Johannes Bitter – und die Schwaben feierten.

Kamen die Gäste gut in die Begegnung?

Nicht wirklich. In der Abwehr lief es im Verlauf der ersten Hälfte ganz ordentlich. Grimm entschied sich für die zuletzt erfolgreiche 5:1-Variante. Richtig viele Ballgewinne sprangen aber nicht heraus. Zum Glück aus MT-Sicht war Johan Sjöstrand auf dem Posten. Bis zur Pause brachte es der schwedische Torwart auf acht Paraden und hielt damit die Gäste im Spiel. Denn in der Offensive kam die MT überhaupt nicht in Schwung. Das sah zum Teil nach Kraut und Rüben aus. Lediglich Einzelaktionen – wie der Treffer von Lasse Mikkelsen zum 6:8 (20. Minute). Nach 17 Minuten hatten die Nordhessen gerade mal vier Törchen erzielt. Von Julius Kühn und Stefan Salger, der an alter Wirkungsstätte sicher gern besser ausgesehen hätte, ging keine Gefahr aus. Immerhin verkürzte Tobias Reichmann mit einem Wurf von außen auf 10:12 (29.).

Platzte bei der MT nach dem Wechsel der Knoten?

Nun ja. Die Melsunger verdaddelten erst mal wieder reihenweise Bälle – und der TVB konterte in Person von Sascha Pfattheicher. Der Stuttgarter Rechtsaußen traf, wie er wollte. Nach einem seiner zahlreichen Tempoläufe brachte er die Gastgeber 21:16 in Führung (40.). Erst dann wachte die MT auf. Sie spielte nun zielstrebiger. Einziges Problem: In den entscheidenden Momenten, wenn die Nordhessen noch näher hätten herankommen können, ließen sie ihre Chancen ungenutzt. Oder, wie in den hektischen Schlussminuten, war beim Stand von 26:28 aus MT-Sicht dreimal in Folge Bitter zur Stelle: gegen Mikkelsen (56.), gegen Kühn (57.) und gegen Reichmann (58.). Sorry, dass muss jetzt sein: schon bitter für die MT.

Wer war der Mann des Abends?

Auf jeden Fall kein Melsunger. Stuttgarts Pfattheicher hat sich diesen Titel mit neun Treffern verdient, Dominik Weiß mit acht Toren ebenfalls. Und natürlich Bitter.

Geht das Ergebnis denn in Ordnung?

Ja. Schon. Die MT wachte viel zu spät auf. Wirkte in weiten Teilen unstrukturiert und uninspiriert. Stuttgart war die giftigere Mannschaft.

Wie war die Live-Übertragung im Fernsehen?

Sky-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld ging gut mit. Im ersten Durchgang nannte er die Melsunger „flatterhaft“. Seltsames Wort, aber irgendwie trifft es ganz gut zu.

Der Vorstand des Bundesligist MT-Melsungen stellte Spielern und Trainer nun ein Ultimatum.

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