19 Spieler aus 13 Klubs nominiert

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason setzt auf Melsunger Trio

Hat auch einige unerfahrene Spieler nominiert: Bundestrainer Alfred Gislason (hier beim Tag des Handballs im November). 2
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Hat auch einige unerfahrene Spieler nominiert: Bundestrainer Alfred Gislason (hier beim Tag des Handballs im November).

Mit drei Melsunger Handball-Profis tritt die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei der EM im Januar an.

Kassel – „Ich freue mich auf die EM. Aber ich bin gespannt, was dieses Turnier bringen wird“, sagt Kai Häfner. Der Profi von der MT Melsungen gehört zu den erfahrenen Handballern im 19-köpfigen deutschen Kader, den Bundestrainer Alfred Gislason am Dienstag in einer virtuellen Pressekonferenz des Deutschen Handballbundes (DHB) präsentierte. Doch auf fast allen Positionen tauchen Spieler auf, die bei der Europameisterschaft vom 13. bis 30. Januar in der Slowakei und in Ungarn absolutes Neuland betreten.

Für EM nominiert: Kai Häfner (MT).

Einzig am Kreis kann Gislason auf bewährte Kräfte zurückgreifen: Der Ex-Melsunger Johannes Golla, der den zurückgetretenen Uwe Gensheimer als Kapitän der Nationalmannschaft abgelöst hat, wurde ebenso nominiert wie Jannik Kohlbacher von den Rhein-Neckar Löwen und Patrick Wiencek vom THW Kiel. Aus insgesamt 13 verschiedenen Klubs rekrutierte der Isländer sein Aufgebot. Dabei stellen die MT und der SC DHfK Leipzig mit je drei Akteuren die meisten Spieler für die erste wichtige Sport-Großveranstaltung im Jahr 2022 ab.

Für EM nominiert: Timo Kastening (MT).

Während Melsungens Rechtsaußen Timo Kastening mehr oder weniger gesetzt war, konnten sich seine Klubkameraden Häfner und Julius Kühn nicht unbedingt sicher sein. Gislason war mit den Leistungen der beiden Europameistern von 2016 bei den Olympischen Spielen nicht zufrieden. „Man hat in Tokio sehr deutlich die letzte Saison in ihren Köpfen gespürt“, erklärte der Bundestrainer gestern auf Nachfrage dieser Zeitung, „in den letzten Wochen und Monaten haben beide aber konstant gute Leistungen gezeigt.“

Kühn wird sich die Aufgabe im linken Rückraum mit dem Göppinger Sebastian Heymann teilen. Häfner wurde zusammen mit Neuling Djibril M’Bengue vom FC Porto für Halbrechts berufen. Gislason sagt dazu: „Es ist auch zu überlegen, Kai Häfner auf der Mitte einzusetzen.“ Da Paul Drux (nach überstandener Verletzung), Fabian Wiede (private Gründe) und Juri Knorr (nicht geimpft) fehlen werden, hat der Isländer auf der Spielmacher-Position nur Philipp Weber als feste Größe dabei. Julian Köster und Luca Witzke besitzen wenig Erfahrung, und Simon Ernst ist in erster Linie für die Deckung vorgesehen.

Für EM nominiert: Julius Kühn (MT).  

Ernst ist im Kader einer von fünf Spielern, die bereits beim EM-Triumph 2016 dabei waren. Dazu zählen noch Kühn, Häfner, Kohlbacher und Andreas Wolff. Der Torwart erhielt den Vorzug vor Silvio Heinevetter. Melsungens Nummer eins gehört aber zum 35-köpfigen Kader und kann theoretisch noch nachrücken. Pro Team dürfen maximal 20 Handballer für die EM gemeldet werden. Während des Turniers kann sich Gislason für jedes Spiel aufs Neue auf 16 Akteure festlegen.

Die Vorbereitung beginnt am 1. Januar. Dann trifft sich die DHB-Auswahl in Großwallstadt. Zwei Tests gegen Serbien finden am 7. Januar ab 16 Uhr in Mannheim (live in der ARD) und am 9. Januar ab 19.05 Uhr (Sport 1) in Wetzlar statt. DHB-Vorstandsvorsitzender Mark Schober geht davon aus, dass beide Partien ohne Zuschauer ausgetragen werden. Dennoch sind die Spiele laut Häfner wichtig: „Training ist schön und gut. Vorbereitungsspiele brauchst du, um bestens vorbereitet zu sein. (Björn Mahr)

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