Keine Pokalwettwerbe in der nächsten Saison?

Fragen und Antworten zu den Empfehlungen des DHB: Gibt es jetzt gar keine Absteiger?

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Saisonabbruch im Handball? Für die unteren Klassen gab der DHB eine Empfehlung heraus.

Kassel – Keine Absteiger in den Handball-Ligen? Kein DHB-Pokalwettbewerb in der Saison 2020/21? Der Deutsche Handballbund (DHB) hat zum Wochenende einige Empfehlungen ausgesprochen. Fragen und Antworten:

Was schlägt der DHB denn vor?

Er empfiehlt sämtlichen Landesverbänden, die Saison wegen der Corona-Pandemie nach dem 19. April abzubrechen. Grundlage sind die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe, die aus den DHB-Präsidiumsmitgliedern Carsten Korte (Vorsitzender Jugendspielausschuss), Gunter Eckart (Präsident Hessischer Handballverband), Hans Artschwager (Präsident HV Württemberg und Sprecher Landesverbände), Uwe Schwenker (Präsident Männer-Bundesliga) und Andreas Thiel (Präsident Frauen-Bundesliga) besteht. Bislang hatte der DHB die Spielzeit nur bis zu diesem Termin ausgesetzt. Aus einigen Landesverbänden war bereits zu hören, dass sie dem Vorschlag folgen wollen.

Welche Auswirkungen hätte dieser Schritt für den Tabellenstand?

Nach dem Wunsch des DHB soll es in dieser Spielzeit zwar Auf-, aber keine Absteiger geben. Ausgenommen sind Mannschaften, die bereits zurückgezogen haben oder aus wirtschaftlichen Gründen absteigen müssen.

Gelten die Empfehlungen auch für die Top-Ligen?

Teilweise. Die Handball-Bundesliga, die 3. Ligen sowie die Jugend-Bundesliga haben den Spielbetrieb weiterhin nur ausgesetzt. Die Verantwortlichen wollen abwarten, bis die Behörden nach den Osterferien die Corona-Situation neu bewertet haben. Absteiger soll es aber ebenfalls keine geben. Die Frauen-Bundesliga hatte ihre Saison bereits abgebrochen.

Wie bewertet der Experte die Situation?

Der Mindener Rechtsanwalt Helge-Olaf Käding, ein Fachmann im Bereich Handballrecht, sagt: „Der Vorschlag ist sinnvoll. Es wird zwar auch Härtefälle geben. Wenn man aber eine Lösung findet, bei der es nur wenig Benachteiligte gibt, dann ist dies ganz im Sinne des Sports.“ Käding sieht in einer dann notwendigen „Aufstockung einiger Klassen“ kein Problem.

Inwiefern ist Hessen ein Sonderfall?

Der hessische Verband hatte wie berichtet bereits mit Stichtag 13. März die Saison für beendet erklärt. Das heißt: Der HHV war der einzige Landesverband, der sich früh zu einem Saisonabbruch entschieden und den aktuellen Tabellenstand als Grundlage für Auf- und Abstiegsregelungen genommen hatte. Nun sieht es so aus, als könnten einige vermeintliche Absteiger wieder auf den Klassenverbleib hoffen.

Was bedeutet die Entwicklung für den bereits zum Hessenmeister erklärten ESG Gensungen/Felsberg?

Axel GeerkenManager MT Melsungen

Für die Edertaler ist der Aufstieg in die 3. Liga etwas näher gerückt. Sollten die Empfehlungen der Arbeitsgruppe umgesetzt werden, würde der Meister der Oberliga Hessen zu den zwölf Aufsteigern zählen, was wiederum eine Aufstockung der vier Staffeln (minus zurückgezogene Mannschaften von Nußloch und Rhein Vikings) von 16 auf 18 Mannschaften zur Folge hätte. Allerdings: Offiziell, das heißt per DHB-Beschluss bestätigt, ist dieses Vorgehen noch nicht.

Hat der DHB noch weitere Themen angesprochen?

Ja. Er schlägt vor, dass DHB- sowie Amateurpokal in der kommenden Saison nicht ausgetragen werden.

Was hieße das für die Bundesligisten?

Sollte es möglicherweise keine Absteiger aus der Bundesliga geben, würde die Zahl der Klubs durch die Aufsteiger aus der zweiten Liga auf 20 anwachsen. Die Teams hätten vier Saisonspiele mehr. Es wäre also weniger Zeit für Pokalbegegnungen. Axel Geerken, der Manager des Bundesligisten MT Melsungen, erklärt: „Selbst wenn es planmäßig im Sommer losgehen sollte, würde es sehr schwer werden.“

Was wird aus dem Final Four in Hamburg?

Noch steht ein Termin Ende Juni im Raum. Wahrscheinlicher ist aber, dass das DHB-Finalturnier erst zu einem deutlich späteren Zeitpunkt stattfindet. 

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