MT-Kapitän mit Grippe ausgefallen

Bittere Niederlage: MT Melsungen verliert im EHF-Cup gegen Benefica Lissabon

Zu beklatschen gab es für die Melsunger Handballer im Spiel gegen Benefica Lissabon am Samstag nichts: Kapitän Finn Lemke konnte nicht dabei sein - er lag mit Grippe flach.

Da war nichts zu holen. Im zweiten Gruppenspiel des EHF-Cups verlor die MT Melsungen bei SL Benfica 26:29 (11:16).

  • Niederlage im EHF-Cup für MT Melsungen
  • Gegner Benefica Lissabon
  • 150 Melsunger Fans waren mitgereist 

Lissabon/Melsungen - In Portugals Hauptstadt Lissabon war der heimische Handball-Bundesligist MT Melsungen in fast allen Belangen unterlegen. In der Schlussphase bäumten sich die Gäste noch einmal auf und verhinderten eine üblere Klatsche. 

EHF-Cup: MT Melsungen gegen Benefica Lissabon - Bereits vor dem Anwurf gab es einen Pechvogel auf Melsunger Seite

Finn Lemke musste im Hotel bleiben und fuhr erst gar nicht mit in die Pavelho-Luz-Arena. Der MT-Kapitän litt an einer Grippe - am Abend zuvor hatte der Abwehrchef über 40 Grad Fieber. Nach den Ausfällen von Felix Danner, Michael Allendorf und Timm Schneider blieben Trainer Heiko Grimm somit nur noch zehn Feldspieler.

EHF-Cup: MT Melsungen gegen Benefica Lissabon - 150 Melsunger Fans sind mitgereist

Vor allem stellte sich die Frage: Wer würde neben Marino Maric den Part im Mittelbock übernehmen? Und: Welche Reaktion würde die Mannschaft zeigen nach dem peinlichen Auftritt gegen Stuttgart zwei Tage zuvor? An Unterstützung mangelte es jedenfalls nichts. 150 Melsunger Fans waren in der Halle, farblich zwar nicht zu unterscheiden vom portugiesischen Anhang, dafür aber schon vor dem Anwurf lautstark und voller Zuversicht.

EHF-Cup: MT Melsungen gegen Benefica Lissabon - Stimmung der Fans übertrug sich nicht

Die gute Stimmung übertrug sich allerdings nicht auf die Mannschaft. Nach Kai Häfners Treffer zur 1:0-Führung (1. Minute) und Yves Kunkels Ausgleich zum 2:2 (5.) sah das alles noch ganz ordentlich aus. Aber dann: Benfica verteidigte mit einer offensiveren Deckungsvariante - damit kamen die Gäste überhaupt nicht zurecht. 

Wenn die Melsunger mal warfen, dann nach Einzelaktionen. Und Gustavo Capdeville im Tor der Portugiesen entpuppte sich als Spielverderber. Im ersten Durchgang war der Schlussmann neunmal zur Stelle. Nur zum Vergleich: Auf der Gegenseite schafften Johan Sjöstrand, der in der 23. Minute für den glücklosen Nebojsa Simic eingewechselt wurde, und der Montenegriner gerade einmal drei Paraden zusammen. Überhaupt agierte die Melsunger Abwehr viel zu halbherzig. Zu Passiv. 

EHF-Cup: MT Melsungen gegen Benefica Lissabon - Melsunger wirkten schwerfällig

Grimm probierte verschiedene Varianten. Erst mit Julius Kühn und Maric und Mittelblock, dann mal in der 5:1-Formation, am Ende der ersten Hälfte deckten Kühn und Stefan Salger im Zentrum - doch die Gastgeber fanden immer wieder Lücken. Allen voran Petar Djordjic, der sechsmal erfolgreich war. Was bei Benfica spielend leicht aussah, wirkte bei der MT schwerfällig. Und so setzen sich die Portugiesen Stück für Stück ab.

Als Pedro Marques zum 16:9 traf (28.), lagen sie bereits sieben Tore vorn. Immerhin: Kühn und Kunkel sorgten dafür, dass sich die MT beim 16:11 zur Pause noch halbwegs in Schlagdistanz befand. Aber keine Frage: Da musste eine enorme Steigerung, wenn die Melsunger nicht mit einer Niederlage in den Flieger steigen wollten. Und auch nach dem Wechsel erst mal ganz gut aus. Zwei Paraden von Sjöstrand, zweimal Kunkel, einmal Reichmann - 14:17 aus Sicht der MT (35.), die nun wacher auftrat. 

EHF-Cup: MT Melsungen gegen Benefica Lissabon - Melsunger machten es dem Gegener einfach

Doch dann kassierten die Gäste abermals eine Zeitstrafe, und als Lasse Mikkelsen draußen brummte, zogen die Portugiesen dank Djordjic und zweimal Toft Hansen auf 20:14 davon (39.). Das war zu einfach. Danach lief nicht mehr viel zusammen. Gefühlt jeder Abpraller landete beim Gegner, der nun selbst die unmöglichsten Dinger versenkte, Reichmann hingegen scheiterte beim Stand von 24:17 vom Siebenmeterpunkt (46.). 

Die Anfeuerungsrufe der treuen MT-Fans hatten dann schon etwas von Kopftätschlern. Den personell arg gebeutelten Melsunger fehlte es an diesem Tag einfach an zu vielen Ecken. Wenigstens gaben sie sich nicht auf und kämpften sich bis zur Schlusssirene noch etwas heran.

Die Verantwortlichen des Bundesliga-Vereins MT Melsungen haben nun ein Ultimatum für Spieler und Trainer gesetzt. 

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