Göppingen und Kiel die Rekordsieger

Handball-Bundesligisten steigen im EHF-Pokal ein: Eine deutsche Domäne

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Auf dem Gipfel des Glücks: Die Göppinger Christian Schöne (von links), Kai Häfner und Lars Kaufmann feiern den Triumph im Jahr 2011.

Kassel. In der dritten Runde des EHF-Pokals greifen am Wochenende die vier qualifizierten Bundesligisten ins Geschehen ein. Wir blicken auf diesen Wettbewerb, der eine deutsche Domäne ist. 

Wenn in den beiden vergangenen Monaten von deutschen Männer-Mannschaften im Handball-Europapokal die Rede war, dann fielen nur zwei Namen: THW Kiel und SG Flensburg-Handewitt – die beiden nationalen Vertreter in der Champions League. Ab dem kommenden Wochenende wird sich das ändern, denn in der dritten Runde des EHF-Pokals steigen alle vier qualifizierten Bundesligisten ein: SC Magdeburg, Rhein-Neckar Löwen, MT Melsungen und die Füchse Berlin.

Anders als die Königsklasse ist dieser Wettbewerb eine deutsche Domäne. Schon 24-mal kam der Sieger aus der Bundesliga, allein in den vergangenen 25 Jahren gab es siebenmal ein rein deutsches Finale. Rekordsieger sind Frisch Auf Göppingen und der THW Kiel mit je vier Triumphen. Seit 2013 werden die Gewinner – analog zur Champions League – in einem Final Four ermittelt. Von den bisherigen sechs Turnieren wurden vier in deutschen Halle ausgetragen: Göppingen, Berlin, Magdeburg und Kiel.

Michael RothMit zwei Klubs im EHF-Cup

„In fast allen anderen Ländern fehlen die finanziellen Mittel, um ein Final Four auszurichten“, sagt Michael Roth. Der ehemalige Melsunger Trainer war schon mit zwei verschiedenen Vereinen in diesem Wettbewerb vertreten: erst mit dem TV Großwallstadt, später mit der MT. Roth sagt: „Ohne deutsche Teams wäre der EHF-Pokal nicht finanzierbar.“ Zum einen weist er in diesem Zusammenhang daraufhin, dass alle Bundesligisten ein gewisses Grundniveau mitbringen. Zum anderen sieht er das größte Vermarktungspotenzial auf dem deutschen Markt. Passend dazu haben die Löwen aus Mannheim und die Füchse aus Berlin schon Interesse bekundet, das Final Four am 23./24. Mai 2020 zu veranstalten. Allerdings ist eine Austragung in der Mannheimer SAP-Arena wegen eines bereits feststehenden Auftritts des Comedians Bülent Ceylan wohl nicht zu realisieren.

Dass die eine oder andere deutsche Mannschaft beim Finalturnier im nächsten Frühling dabei sein wird, ist so wahrscheinlich wie ein raffinierter Drehwurf von Löwen-Kapitän Uwe Gensheimer beim Siebenmeter. „Vielleicht einmal abgesehen von den Topteams Kiel und Flensburg ist für jede deutsche Mannschaft eine Teilnahme am EHF-Cup eine Super-Sache“, betont der Melsunger Nationalspieler Kai Häfner. Er stand nicht nur in der vergangenen Saison mit der TSV Hannover-Burgdorf im Viertelfinale, sondern gewann sogar 2011 mit Göppingen den Titel. „Für mich als Handball-Profi sind die Einsätze im Europacup wertvolle Erfahrungen“, fügt Häfner hinzu, „du lernst andere Teams, andere Fankulturen kennen.“ Er hätte sich nur im Frühling dieses Jahres in der Runde der letzten Acht einen anderen Gegner gewünscht: Es ging nämlich schon gegen Berlin, einen anderen starken Bundesliga-Vertreter.

„Durch die deutsche Übermacht geht etwas internationales Flair verloren“, räumt Michael Roth ein. Der EHF-Cup habe sich durch die Strukturreform sehr gut entwickelt. 2013 wurde der Wettbewerb mit dem Europapokal der Pokalsieger zusammengelegt.

Liviu Pavel

Übrigens bis 1993 hieß der Wettbewerb noch IHF-Pokal. Anfangs mischte vor allem der rumänische Klub Baia Mare kräftig mit. Als dieser 1988 triumphierte, gehörte unter anderen Liviu Pavel zum Kader – er war später für die nordhessischen Teams in Eschwege und Bebra tätig. Erster Sieger 1982 war aber wer? Der deutsche Topverein VfL Gummersbach.

EHF-Pokal, 3. Qualifikationsrunde am 16./17. sowie 23./24. November: u.a. MT Melsungen - Olympiakos Piräus, SKA Minsk - RN Löwen, Gornik Zabrze - SC Magdeburg, HK Malmö - Füchse Berlin.

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