Früherer Melsunger Profi ersetzt den erkrankten Alexander Haase

Vor dem Start der Handball-EM: Erik Wudtke ist der Neue an Prokops Seite

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Für das deutsche Team verantwortlich: Bundestrainer Christian Prokop (rechts) und Assistenzcoach Erik Wudtke während einer Übungseinheit in Frankfurt. 

Kurz vor der Hanball-EM gibt der neue Co-Trainer der Nationalmannschaft, Erik Wudtke, sein Debüt. Wir stellen den früheren Melsunger Profi vor.

Beim Testspiel der deutschen Handball-Nationalmannschaft heute ab 17.20 Uhr (ZDF) gegen Island in Mannheim wird erstmals der frühere Melsunger Profi Erik Wudtke dem Bundestrainer Christian Prokop assistieren. Wir stellen Ihnen den neuen Co-Trainer etwas genauer vor. 

Für die Zeit nach seiner aktiven Karriere als Handballer hatte Erik Wudtke auch diesen Berufswunsch: Sportlicher Leiter bei den Fußballern von Alemannia Aachen. Dazu muss man wissen: Wudtke ist ein waschechter Aachener – und als er diesen Traum hatte, da war die Alemannia noch weit weg davon, im Mittelmaß der Regionalliga West zu versinken. Im Jahr 2005 spielte der Traditionsklub in der 2. Bundesliga. Der Trainer hieß Dieter Hecking, der Antreiber im Mittelfeld war ein gewisser Simon Rolfes, und im Sturm glänzten Jan Schlaudraff und Erik Meijer.

Erik Wudtke ist seit 2015 das Gesicht des Deutschen Hanballbundes

„Die Alemannia hat sich allerdings in eine andere Richtung entwickelt“, sagt der 47 Jahre alte Sportfachwirt. Das Lachen in seiner Stimme verrät: Ganz schlimm hat es ihn nicht getroffen. Tatsächlich kann sich auch Wudtkes Karriere im Handball-Geschäft sehen lassen. Der Ehemann und Vater zweier Kinder war Jugendtrainer im Landesverband Hamburg. Er führte den TuS Ferndorf in die 2. Bundesliga. Er arbeitete als Sportlicher Leiter bei Bayer Dormagen. Und: Er ist seit 2015 ein Gesicht des Deutschen Handballbundes (DHB).

Erik Wudtke ist Jugend-Bundestrainer

Zu seinem aktuellen Job als Jugend-Bundestrainer kommt nun eine verantwortungsvolle Aufgabe hinzu: Während der am kommenden Donnerstag beginnenden Männer-EM in Norwegen, Österreich und Schweden assistiert er dem deutschen Chefcoach Christian Prokop – als Ersatz für den erkrankten Alexander Haase. Seit Donnerstag ist Wudtke offiziell dabei. Heute werden die Fans den 1,96-m-Hünen mit der hohen Stirn erstmals in Aktion erleben, wenn die DHB-Auswahl ab 17.20 Uhr (live im ZDF) in der ausverkauften Mannheimer SAP-Arena zum vorletzten EM-Test gegen Island antritt.

Im März gewann Erik Wudtke mit der deutschen U18 gegen Island

Erst kurz nach dem Jahreswechsel hatte Wudtke mit Isländern zu tun. Mit der deutschen U18 gewann er das Nachwuchsturnier in Merzig – und im Finale gab es einen Sieg gegen die Nordeuropäer. „Bei diesen Jungs steht vor allem die Persönlichkeitsentwicklung im Vordergrund, bei der A-Mannschaft wird es dagegen darum gehen, schnellstmöglich auf die EM fokussiert zu sein“, sagt der Co-Trainer. „Die eigentlichen Trainingsabläufe unterscheiden sich kaum.“

Erik Wudtke muss viele Spieler erst noch richtig kennenlernen

Zumindest hatte er die deutschen Talente Johannes Golla und Marian Michalczik schon als Junioren unter seinen Fittichen. Nervosität verspürt er nach eigener Einschätzung nicht – „eher Vorfreude“. Wie es vor dem ersten Vorrundenspiel am 9. November gegen die Niederlande in ihm aussieht, vermag Wudtke natürlich noch nicht zu sagen.

Seine offene Art wird dem Wahl-Kölner, seit jeher dem rheinischen Frohsinn zugetan, bei der täglichen Arbeit helfen. Nachdem zuletzt einige Spieler für die EM abgesagt hatten, bot Wudtke Bundestrainer Prokop im Spaß an: „Christian, soll ich besser neben meinem Trainer- auch meinen Spielerpass mitnehmen?“ Seinen Namen hätte er – Wudtke – aber dann nur auf der Liste der DHB-Offiziellen gefunden.

Seinen größten Erfolg feierte Erik Wudtke mit der MT Melsungen

Während seiner Laufbahn als Aktiver trug er das Trikot des belgischen Spitzenklubs und Europacup-Teilnehmers HC Eynatten. Seinen größten Erfolg feierte der Mittelmann allerdings mit der MT Melsungen: Er stieg im Frühling 2005 mit dem ambitionierten Team aus Nordhessen in die 1. Bundesliga auf – und Wudtke war sogar der Kapitän dieser Mannschaft.

Damit ging für ihn ein sportlicher Traum in Erfüllung. Weitere Wünsche könnten in den nächsten Tagen auf einer Reise durch Europa reifen.

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