32:22 Erfolg gegen Benfica Lissabon

Handball Europapokal: MT Melsungen entdeckt den Spaß wieder

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Bestens gelaunt: Die MT-Profis Johannes Sellin (links) und Jeffrey Boomhouwer klatschen sich ab. 

Kassel. Die Bundesliga-Handballer der MT sorgen beim 32:22 gegen Lissabon für einen tollen Europapokal-Abend. Welche Faktoren zum Erfolg beigetragen haben.

Es geht doch. Wer am Samstagabend in die Gesichter der Bundesliga-Handballer der MT Melsungen blickte, der sah vor allem Erleichterung. Und richtig gute Laune. Linksaußen Jeffrey Boomhouwer drückte die Stimmungslage nach dem ungefährdeten 32:22 (15:11)-Erfolg gegen Benfica Lissabon vor 2596 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle so aus: „Wir hatten endlich wieder viel Spaß. Dann läuft’s eben.“

Und wie es lief. Im ersten Gruppenspiel des EHF-Cups setzte die MT eine Duftmarke und betrieb Wiedergutmachung für die Derby-Schmach in Wetzlar. „Die Abwechslung zum Liga-Alltag tat uns gut“, sagte Michael Müller. Zumal der Kapitän und seine Kollegen die Gäste aus Portugal über 60 Minuten im Griff hatten. Fünf Faktoren, die zu einem tollen Europapokal-Abend beigetragen haben:

1. Die Kontrolle:
Erst einmal stand da ein großes Fragezeichen: Wie würden sich die Gäste präsentieren? „Aber wir waren von Beginn an konzentriert und hatten die Kontrolle über das Spiel“, sagte Momir Rnic zufrieden. Spätestens mit Michael Allendorfs Treffer zum 8:2 (13. Minute) stellten die Gastgeber die Weichen auf Sieg. Der Linksaußen fasste das Erfolgsrezept wie folgt zusammen: „Die Abwehr stand, und es ging schnell nach vorn.“ Sie seien heiß gewesen und wollten unbedingt eine Reaktion zeigen. In der ersten Hälfte schlich sich noch der eine oder andere Fehler in der Offensive ein. Doch nach der Pause spielte sich der Bundesligist in einen Rausch und baute die Führung Schritt für Schritt aus. Der Sieg war nie in Gefahr.

2. Die Geschlossenheit:
Fast alle Feldspieler der MT trugen sich in die Torschützenliste ein. „Jeder bekam Einsatzzeit. Jeder hat seinen Rhythmus gefunden“, beschrieb Philipp Müller die Geschlossenheit. Die Körpersprache stimmte, und anders als in Wetzlar zeigten die MT-Profis Emotionen. „Wir wollten den Gästen zeigen, was Bundesliga-Handball heißt“, sagte MT-Trainer Michael Roth.

3. Der Siebenmeter-Hexer:
In der zweiten Minute parierte Johan Sjöstrand unaufgeregt den Strafwurf von Belone Moreira, etwas später entschärfte der Schwede in gleicher Manier auch den Ball von Luka Rakovic. Beim Siebenmeter von Uelington da Silva Ferreira (20.) machte er - völlig ungewohnt - einen spektakulären Spagatsprung. „Diese Action kennt man nicht von mir. Aber früher habe ich das öfter mal gemacht“, sagt der 29-Jährige. Sollte er häufiger tun. Auch bei diesem dritten Strafwurf war er zur Stelle.

4. Die Variabilität:
Zugegeben, Benficas Abwehr ist nicht mit der von Wetzlar zu vergleichen. Trotzdem: Die Nordhessen agierten im Angriff variabel. Wenn Allendorf, Boomhouwer und Johannes Sellin nicht den Turbo anwarfen, sorgten Dener Jaanimaa und vor allem Rnic aus dem Rückraum für Erfolgsmomente. „Es lief ganz gut bei mir. Entscheidend sind aber die zwei Punkte“, sagte der Serbe bescheiden. Mit acht Treffern war Rnic immerhin der beste MT-Werfer. Darüber hinaus fanden die Spielmacher stets Lösungen im Positionsangriff. „Wir haben gezeigt, dass wir es viel besser können“, bemerkte Patrik Fahlgren erfreut. Zweifellos: Er und seine Mitstreiter hatten nicht nur einfache Kreuzbewegungen im Repertoire. Wenn nicht die Halben die Chance suchten, wurden die Außen und auch der Kreisläufer freigespielt.

5. Die Bescheidenheit:
Entscheidend für den Erfolg war zudem die Tatsache, dass die MT den Gegner ernst nahm. „Wir sind momentan nicht in der Position, irgendjemanden zu unterschätzen“, sagte Kapitän Müller. Diese neue Bescheidenheit tut der MT gut - genau wie der wieder entdeckte Spaß am Spiel.

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