Eine Dachparty und ein Zuschauerrekord

Von Horvat bis Hedin: Handball-Größen von einst erinnern sich an besondere Olympia-Finals

Hrvoje Horvat
+
Olympiasieger von 1972: Hrvoje Horvat.

Das Finale bei den Sommerspielen in Tokio bestreiten morgen ab 14 Uhr deutscher Zeit die Handball-Teams aus Frankreich und Dänemark. Ein Duell, das viel Spannung verspricht. In der Olympia-Historie gab es schon einige großartige Endspiele. Die ehemaligen Melsunger Trainer Hrvoje Horvat, Michael Roth und Robert Hedin sowie Georgi Sviridenko, aktueller Coach im Nachwuchsbereich der MT, waren als Spieler in Finals dabei.

Kassel – Das Finale bei den Sommerspielen in Tokio bestreiten morgen ab 14 Uhr deutscher Zeit die Handball-Teams aus Frankreich und Dänemark. Ein Duell, das viel Spannung verspricht. In der Olympia-Historie gab es schon einige großartige Endspiele. Die ehemaligen Melsunger Trainer Hrvoje Horvat, Michael Roth und Robert Hedin sowie Georgi Sviridenko, aktueller Coach im Nachwuchsbereich der MT, waren als Spieler in Finals dabei. Sie erinnern sich.

1972 in München: Jugoslawien - Tschechoslowakei 21:16. Hrvoje Horvat (75 Jahre/jugoslawischer Spieler): „Es war das erste Mal, dass Handball auf dem olympischen Programm stand. Für uns war es ein Riesen-Vergnügen. Ich war der Kapitän des Teams. Wir waren einer der Favoriten. Ganz entscheidend für unseren Erfolg war, dass unser Coach Vlado Stenzel viel Respekt für unsere jeweiligen Gegner eingefordert hat. Im Finale haben wir in der vollen Olympia-Halle schnell 4:0 und 7:1 geführt. Wir hatten mit Abas Aslanagic, Dorde Lavrnic und Milan Lazarevic nicht nur fantastische Spieler, sondern einfach eine tolle Chemie in der Mannschaft. Dazu passt, dass wir uns bis heute einmal im Jahr treffen. Auch Stenzel kommt immer noch regelmäßíg dazu.“

Olympia-Zweiter von 1984: Michael Roth.

1984 in Los Angeles: Deutschland - Jugoslawien 17:18. Michael Roth (59 Jahre/deutscher Spieler): „Das Ergebnis hatten wir nicht erwartet. Wir waren ja nur wegen des Verzichts anderer Nationen nachgerückt. Und unser Bundestrainer Simon Schobel hatte weitgehend auf die alte Junioren-Auswahl gesetzt. Aus der Weltmeistermannschaft von 1978 waren nur noch Arnulf Meffle und Erhard Wunderlich dabei. Wir hatten im Endspiel die favorisierten Jugoslawen dennoch am Rande einer Niederlage – das ganze Spiel über war es eng. Es war der Knaller, dass wir eine Medaille gewonnen haben. Wir haben dann auf dem Dach unserer Unterkunft im Olympischen Dorf eine Party organisiert, an der auch die Wasserballer und Hockeyspieler teilgenommen haben. Auf dem Rückflug haben wir noch den Jumbo praktisch leer getrunken. Überrascht worden sind wir schließlich von der Euphorie, die unser Erfolg in Deutschland ausgelöst hat. Das hat man ja ohne die technischen Mittel von heute gar nicht richtig mitbekommen.“

Olympiasieger von 1988: Georgi Sviridenko.

1988 in Seoul: UdSSR - Südkorea 32:25. Georgi Sviridenko (58 Jahre/russischer Spieler): „Wir waren voll auf den Gewinn der Goldmedaille ausgerichtet. Dafür haben wir im Vorfeld sehr viel trainiert und sind dann sehr konzentriert aufgetreten. Bei allen Spielen herrschte eine großartige Stimmung in der Halle, so wie man es sich von Olympischen Spielen wünscht. Im Endspiel war natürlich die Mehrzahl der Fans auf der Seite der Südkoreaner, der Gastgeber. Bei uns fiel nach dem Triumph viel Druck ab. Es war ein großes Glücksgefühl, weil unser immenser Aufwand mit der Goldmedaille belohnt wurde.“

Olympia-Zweiter von 1996: Robert Hedin.

1996 in Atlanta: Schweden - Kroatien 26:27. Robert Hedin (55 Jahre/schwedischer Spieler): „Besonders in Erinnerung geblieben ist mir natürlich die Kulisse. Mehr als 35 000 Zuschauer waren im Georgia Dome dabei – das war Rekord. Überhaupt war alles in Atlanta ziemlich gigantisch. Das Spiel lief nicht so gut für uns. Wir hatten riesige Probleme mit der 3:2:1-Deckung der Kroaten. Und das, obwohl wir in der Vorrunde noch 27:18 gegen Kroatien gewonnen hatten. Im Endspiel bekam ich nicht viel Einsatzzeit, durfte aber einen Siebenmeter gegen Valter Matosevic werfen. Allerdings hat der Torwart meinen Wurf pariert. Wir hatten trotzdem eine tolle Mannschaft – es war ein Team der Goldenen Generation mit Spielern wie Magnus Wislander, Staffan Olsson und Ola Lindgren.“ (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.