Bitter! Melsungen wirft ein Tor zu wenig

Trotz Sieg gegen Skjern: MT schafft Pokalwunder nicht

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Kassel. Die Handballer der MT Melsungen haben den Einzug ins Finalturnier des EHF-Pokals trotz eines Sieges gegen Skjern nicht geschafft. Bitter: Den Nordhessen fehlte nur ein Tor.

Schade. Aus. Vorbei. Die Handballer der MT Melsungen sind aus dem EHF-Pokal ausgeschieden. Und das denkbar knapp. Sie gewannen das Viertelfinal-Rückspiel gegen Skjern Handbold zwar 28:23 (15:12), erzielten aber einen Treffer zu wenig, um die 20:25-Niederlage aus dem Hinspiel zu drehen. Ein einziges Tor – so bitter kann Handball sein. Der Schnellcheck zum Spiel.

Wie war dieses Viertelfinal-Rückspiel im EHF-Pokal?

Nichts für schwache Nerven. Mehr Spannung geht nicht. Manchmal lassen sich 60 Minuten Handball auf wenige Minuten, ja Sekunden reduzieren. So war es am Sonntag. Michael Müller hat die MT wieder mit fünf Toren in Führung gebracht – da sind knapp 59 Minuten gespielt. 28:23. Skjerns Trainer nimmt eine Auszeit. Noch 46 Sekunden auf der Uhr. Ballbesitz für die Dänen. Nikolaj Markussen wirft daneben. Ballbesitz MT. Noch 24 Sekunden. Die MT braucht noch ein Tor. Nur einen Treffer. Foul Thomas Klittgaard – zwei Minuten. Noch acht Sekunden. Ein letzter Versuch von Philipp Müller. Er scheitert. Die Zeit ist abgelaufen. Die Unparteiischen entscheiden auf Freiwurf. Ein einziger Wurf. Felix Danner nimmt sich den Ball – und bleibt hängen. Aus. Vorbei.

Wie war der Spielverlauf ansonsten?

Die Partie lebte von dem Wettlauf gegen den Rückstand und die Zeit. Sie begann ganz nach dem Geschmack des Melsunger Anhangs. Keine zehn Minuten waren gespielt, da hatten die Nordhessen nach dem Treffer von Michael Müller zum 8:3 den Fünf-Tore-Rückstand bereits aufgeholt (9:50). Und es wurde richtig laut, als Momir Rnic mit seinem Tor zum 10:4 den Abstand auf sechs Treffer erhöhte (14:05). Alles lief nach Plan für die MT.

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Doch dann schlichen sich im Angriff auf einmal Fehler ein. Die Gäste hingegen fanden nun häufiger die Lücken in der bis dahin stabilen Melsunger Deckung. Henrik Möllgaard, der Ex-Melsunger Klittgaard und Frederik Börm brachten die Dänen auf 9:11 heran (23:30). Dank des Treffers von Philipp Müller ging die MT mit einer 15:12-Führung in die Pause. Drei Tore vor – das musste auch in der zweiten Halbzeit gelingen.

Da dauerte es 13 Minuten, bis Jeffrey Bommhouwer mit seinem Treffer zum 21:16 auf fünf Tore erhöhte (44.). Wäre jetzt Schluss gewesen, hätte dieser Vorsprung gereicht. Doch Morten Balling erzielte per Siebenmeter das 20. Tor für Skjern (53.) – also musste die MT fürs Weiterkommen mit sechs Toren Vorsprung gewinnen.

Lässt sich überhaupt ein Spieler hervorheben?

Das Kompliment gehört der gesamten MT-Mannschaft, die wirklich alles gegeben hat. Einmal mehr war Torwart Mikael Appelgren ein starker Rückhalt, und in den dramatischen Schlussminuten war es Michael Müller, der Verantwortung übernahm und die Tore erzielte.

Gab es einen besonderen Moment?

Als der Ex-Melsunger Kilttgaard von den Zuschauern mit tosendem Applaus begrüßt wurde, hatte das was. Außerdem gab es für MT-Ersatztorwart Sebastian Ullrich einen tollen Moment. Trainer Michael Roth beorderte ihn bei einem Siebenmeter zwischen die Pfosten – nicht irgendein Siebenmeter: Das war schließlich der Treffer zum 20:24 aus Sicht der Gäste.

Wie war die Stimmung in der Rothenbach-Halle?

3147 Zuschauer kamen in die Halle. Nicht ausverkauft. Schon irgendwie schade. Aber egal. Diejenigen, die da waren, machten einen Mordslärm, und das von Beginn an. Das war Europapokal-Atmosphäre pur. Leider, aus nordhessischer Sicht, mit einem bitteren Ende.

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