Zu Gast im hohen Norden

Der Knaller: MT Melsungen gewinnt gegen Flensburg 33:32

Flensburg. Ein absoluter Knaller: Die Handballer der MT Melsungen haben am Samstagabend in der Bundesliga gegen die SG Flensburg-Handewitt mit 33:32 gewonnen. Der erste Sieg gegen den hohen Norden.

Wie war das Spiel?

Das war ein echtes Kampfspiel. Irre Spannend. Gerade im ersten Durchgang ging es hin und her. Und die MT hielt gegen den großen Favoriten nicht nur prima mit, sondern verlangte dem Titelanwärter alles ab.

Kein Team schaffte es, sich entscheidend abzusetzen. Die Melsunger Deckung machte es den Hausherren richtig schwer. Und weil die Gäste ihrerseits im Angriff die Fehlerquote niedrig hielten, kam Flensburg erst gar nicht in sein gefürchtetes Tempospiel.

Dank sechs Toren von Marino Maric und drei Treffern von Johannes Sellin blieb die MT auf Kurs. Hätte Mattias Andersson im Tor der Nordlichter nicht mehrfach seine Weltklasse gezeigt, hätte es für die Nordhessen womöglich noch besser ausgesehen.

So lagen sie 14:15 zur Pause zurück.

Auch im zweiten Durchgang war diese Partie hart umkämpft. Ein echter Krimi. Flensburg erwischte den besseren Start und lag nach dem Treffer von Johan Jakobsson zum 22:19 drei Tore in Front. Doch die MT gab nicht auf. Vor allem Kapitän Michael führte sein Team nun an. Die MT war wieder da. Und Jeffrey Boomhouwer brachte den Außenseiter mit seinem Treffer zum 26:23 (44.) sogar drei Tore in Führung. Das war nichts für schwache Nerven.

Es lag eine Sensation in der Luft.

Wohl gemerkt: Bei der MT fehlten vier Stammspieler. Aber die Abwehr stand, inzwischen in der 6:0-Formation. Melsungen verteidigte den Vorsprung wacker. Nach einem Treffer von Momir Rnic führten die Nordhessen 29:26 (50.). Sie kämpften. Gaben alles.

Würde die Kraft reichen? Sie schwand zusehends. Flensburg verkürzte auf einen Treffer. Noch fünf Minuten. Timm Schneider zum 32:30 für die MT. Noch vier Minuten. Die Melsunger Abwehr macht einen fantastischen Job. Noch zwei Minuten - ein Tor Vorsprung für die MT. Johan Sjöstrand hält. Michael Roth nimmt eine Auszeit. Noch 55 Sekunden, Melsungen führt 32:31. Rnic verwandelt einen Siebenmeter. Die MT gewinnt.

Welche Schachzüge hat MT-Trainer Michael Roth getätigt?

Der Melsunger Coach war wegen der langen Verletztenliste zu Umstellungen gezwungen. Timm Schneider begann auf der Spielmacher-Position - das war abzusehen nach dem Ausfall von Nenad Vuckovic. Dann aber zog Roth eine Überraschung aus dem Hut: Marino Maric, von Haus aus Kreisläufer, startete als Linksaußen.

Außerdem übernahm der Kroate die Spitze in der 5:1-Abwehr. Mit Erfolg: Allein im ersten Durchgang erzielte Maric sechs Tore. Entweder per Tempogegenstoß, oder er agierte neben Felix Danner quasi als zweiter Kreisläufer. Damit kam die Flensburger Deckung erst mal überhaupt nicht zurecht. Darüber hinaus bekam Youngster Jan Forstbauer viel Einsatzzeit und bedankte sich im ersten Durchgang mit zwei Treffern. Rotzfrech, wie er im rechten Rückraum hochstieg und Flensburgs Keeper Mattias Andersson narrte.

Gab es einen Aufreger?

Oh ja! Und wer war auf Melsunger Seite in eine kleine Rudelbildung verwickelt? Michael Müller. Der rupfte mit Flensburgs Rechtsaußen Bogdan Radivojevic das eine oder andere verbale Hühnchen. Prompt skandierten die Flensburger Fans: "Müller, du Arschloch!" MT-Trainer Roth tat das einzig Richtige und gönnte seinem Kapitän eine kleine Verschnaufpause. Wie kam es eigentlich zu dieser Auseinandersetzung? Gute Frage...

Wer war der Mann des Abends?

Aus Melsunger Sicht ganz klar Marino Maric. Der Mann spielte gefühlt auf jeder Position. Hätten sich Johan Sjöstrand und René Villadsen verletzt, hätte ihn Trainer Roth vermutlich noch ins Tor beordert.

Wie war die Stimmung in der Flens-Arena?

Sagen wir es so: Die Halle wird nicht ohne Grund Hölle Nord genannt. Zumindest gehen die Gegner hier durch die stimmungsmäßige Hölle. Schon beeindruckend, was die Flensburger Fans hier veranstalten. Echte Schlachtenbummler.

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