Handball-Bundesliga

MT Melsungen trotzt Favoriten aus Berlin ein Remis ab

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Kassel. Die Frage lautete: Kann die MT Melsungen nach einer äußerst durchwachsenen Saison doch noch einmal einer Spitzenmannschaft der Handball-Bundesliga das Wasser reichen? 

Die Antwort: Sie kann. Und wie! Als Mannschaft der Stunde angereist, mussten sich die Füchse Berlin bei den Roth-Schützlingen mit einem 28:28 (13:16)-Remis zufrieden geben, die damit ihren achten Platz untermauerten.

Wenn ein Trainer nach knapp fünf Minuten seine erste Auszeit nimmt, muss sich seine Mannschaft wohl einen Fehlstart geleistet haben. Genauso war’s, als MT-Coach Roth seine Mannen so früh schon zu sich rief. Sein Angriff hatte bis dahin gegen die robuste Berliner 6:0-Deckung auf Granit gebissen und der Gegner ohne großen Aufwand eine 3:0-Führung herausgeworfen.

Sein Kollege revanchierte sich. Nach 23 Minuten, als sich das Blatt zumindest ansatzweise gewendet hatte. Denn die Melsunger hatten über den Kampf endlich ins Spiel gefunden, auch die eine oder andere Lücke in der Füchse-Wand entdeckt und vorrangig durch den immer mehr aufdrehenden Michael Müller genutzt, um auf 11:12 zu verkürzen. Auch die Abwehr der Gastgeber hatte, nicht zuletzt durch die Einwechselung von Johannes Golla, an Stabilität gewonnen und insbesondere den zuletzt überragenden Petar Nenadic weitgehend im Griff.

Petkovic’ Worte fruchteten zunächst einmal nicht. Stattdessen bejubelten die Zuschauer in der ausverkauften Rothenbach-Halle den erstmaligen Ausgleich durch Gollas Gegenstoßtreffer zum 13:13 (26.). Als die MT dann auch noch eine 4:6-Unterzahl nahezu schadlos überstand, schien der Zeitpunkt für die Wende gekommen. Doch es folgte die kalte Dusche. Drasko Nenadic per erster Welle und der eingewechselte Fabian Wiede per Gewaltwurf eine Sekunde vor Abpfiff sorgten für eine 16:13-Halbzeitführung des Tabellenvierten. Die die Gäste mit unverhohlener Erleichterung quittierten.

Ja, sie waren noch einmal davon gekommen. Doch die MT wusste nun, wie und vor allem dass sie dem Favoriten Paroli bieten konnte. Youngster Golla entwickelte sich immer mehr zum Tempogegenstoßspezialisten, Momir Rnic traf verlässlich aus der zweiten Reihe und Torwart Sjöstrand steigerte sich. Was hinterher hinkte, war das weiterhin schwache Überzahlspiel, das den Gleichstand etwa nach Gollas Anschlusstreffer zum 18:19 (38.) verhinderte.

Das zehrte an den Nerven gegen coole Berliner, die durch Plaza Jimenez und Bjarki Elisson nach 47 Minuten auf 25:21 erhöhten. Die Vorentscheidung?

Mitnichten. Philipp Müller, der überragende Golla, Michael Müller und Johannes Sellin sorgten durch einen furiosen 4:0-Lauf für den Ausgleich (26:26/53.). Das Publikum stand, sehnte, ja schrie die Überraschung herbei.

Ausgerechnet Golla hatte sie in einer dramatischen Schlussphase beim 28:28 in der Hand, traf 20 Sekunden vor Schluss völlig freistehend aber nur den Pfosten.

Es wäre die erste Melsunger Führung überhaupt gewesen. Und wohl auch der Sieg. Den Fans war’s egal. Sie feierten ihre Helden. Für eine nach fünf Minuten kaum für möglich gehaltene Energieleistung.

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