Zwei Duelle mit Berlin gegen Melsungen

Michael Müller trifft auf Ex-Klub MT: „Freue mich, die Jungs zu sehen“

+
Hier noch im MT-Trikot: Michael Müller.

Für die Handballer der MT Melsungen beginnt so etwas wie die Berliner Woche. Am Donnerstag gastieren die Nordhessen ab 19 Uhr in der Max-Schmeling-Halle zum Bundesliga-Duell mit den Füchsen.

Und bereits am Dienstag treten die Hauptstädter in der Kasseler Rothenbach-Halle an – im Pokal-Viertelfinale geht es um den Einzug ins Final Four. Im Blickpunkt steht dabei auch Michael Müller. Der 35 Jahre alte Profi trug sechs Jahre das Trikot der MT. Seit Sommer spielt er für die Füchse.

Herr Müller, gut eingelebt in Berlin?

Uns gefällt es sehr gut. Das hätte ich nicht gedacht. Berlin hat nie zu meinen Lieblingsstädten gezählt. Zu groß. Zu viel los. Nach und nach erkunden wir die Stadt. Nehmen uns jedes Mal einen anderen Bezirk vor. Das macht Riesenspaß. Nur einen Krippenplatz für unseren Sohn zu finden, bereitet ein bisschen Probleme. Wir stehen jetzt auf einer Warteliste für 2021. Das ist schon hart hier.

Was ist denn der größte Unterschied zu Kassel?

Der Verkehr. Der nervt in Berlin. Zum Training benötige ich allerdings nur sieben Minuten mit dem Fahrrad – von daher kann ich nicht meckern. Und mit Bus und Bahn ist alles super zu erreichen. Der größte Unterschied ist sicherlich die Vielfalt an Angeboten. Die Dichte an Restaurants. Das Drumherum. Die Parks. Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, etwas zu unternehmen.

Gibt es etwas, das Sie vermissen?

Natürlich vermisse ich Freunde und Bekannte. Auf der anderen Seite sind die Wochen seit unserem Umzug so schnell vergangenen, dass ich kaum Zeit hatte, irgendetwas zu vermissen. Das funktioniert aber nur deshalb, weil wir uns hier sehr wohlfühlen. Wir sind immer noch geflasht von der Stadt.

Nun kommt es zum Treffen mit dem Ex-Klub.

Ich freue mich, die Jungs zu sehen. Die Partien gegen die MT lassen mich ganz sicher nicht kalt. Wenn du sechs Jahre bei einem Verein gespielt hast, sind solche Begegnungen etwas Besonderes.

Kein mulmiges Gefühl vor der Rückkehr nach Kassel?

Mein Bruder Philipp hat jetzt erst geflachst, dass ich ausgepfiffen werde. Aber das war nur ein Scherz. Ich freue mich auf das Spiel in der Rothenbach-Halle. Mit den Fans bin ich im Guten auseinandergegangen. Sie wissen, dass ich immer alles für die MT gegeben habe.

Halten Sie noch Kontakt?

Na klar. Michael Allendorf gehört zu meinen besten Freunden. Mit Johan Sjöstrand und Tobi Reichmann schreibe ich regelmäßig. Ich verfolge ja die Spiele der MT und frage ab und an nach, was denn da los war. Auch außerhalb des Handballs halte ich Kontakt. Zum Beispiel gibt es eine WhatsApp-Gruppe, in der auch der eine oder andere Huskies-Spieler vertreten ist.

Sportlich läuft es jetzt bei Ihrem neuen Klub. Genießen Sie den Höhenflug?

Höhenflug ist vielleicht ein klein wenig übertrieben. Aber es läuft gerade, das stimmt. Wir gewinnen nicht nur, sondern zeigen zudem richtig gute Leistungen. Wir haben mehr Selbstvertrauen, und der Druck von außen hat nachgelassen.

Da weht wohl ein anderer Wind, oder?

Aber hallo. Zu Presseterminen erscheinen sieben oder acht Medienvertreter. Hier ist halt alles größer. Hier herrscht ein anderer medialer Druck. Die Füchse haben in der Vergangenheit gezeigt, dass sie in der Lage sind, Titel zu holen. Insofern sind die Erwartungen von vornherein viel höher. Und wenn es dann nicht so läuft, gibt es ordentlich Kritik.

Welche Rolle nehmen Sie in der Mannschaft ein?

Ich bin der Mann hinter Fabian Wiede. Zu Saisonbeginn kam ich fast nur in der Abwehr zum Einsatz. Zuletzt hatten wir ein paar Baustellen. Der eine oder andere Spieler war angeschlagen, und ich durfte öfter im Angriff ran – das hat gut funktioniert. Ich bin fit, fühle mich in der Mannschaft sehr wohl und habe gezeigt, was ich kann.

Was ist von den Duellen mit der MT zu erwarten?

Gute Frage, da bin ich selbst gespannt. Wir haben einen Lauf. Und bei der MT ist in dieser Saison alles möglich. Der Kader ist krass – deswegen fragen sich ja so viele, warum die Mannschaft manchmal solche Aussetzer hat. Zuletzt haben die Leipziger gezeigt, wie man gegen die MT spielen muss. Angst haben wir sicher nicht. Das werden enge Spiele auf Augenhöhe.

Liegt die Konzentration mehr auf dem Spiel am Dienstag?

Keine Frage, das Viertelfinale ist sicherlich das wichtigere Spiel. Trotzdem: Wir spielen erst mal am Donnerstag zu Hause, und da wird keiner an das Pokalspiel denken. In der Bundesliga geht es so eng zu, es wäre fatal, Punkte leichtfertig zu verschenken. Geblufft wird ganz sicher nicht.

Die MT Melsungen tritt mit Rückenwind im Heimspiel gegen die Füchse Berlin an. Gegen Olympiakos Piräus lösten sie das Ticket für die Gruppenphase.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.