Handball-Bundesligist spielt 25:25 in Ludwigshafen

Häfner rettet der MT Melsungen bei den Eulen einen Punkt

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Schütze des 25:25-Ausgleichs: Melsungens Kai Häfner (rechts, hier gegen die Ludwigshafener Frederic Stüber und Gunnar Dietrich).

Wieder kein Sieg. Handball-Bundesligist MT Melsungen kam im Auswärtsspiel gegen den Abstiegskandidaten Eulen Ludwigshafen nicht über ein 25:25 (14:14) hinaus.

Da die Melsunger erst vier Sekunden durch Kai Häfner ausglichen, war es ein glücklicher Punkt für die Nordhessen. Unser Schnellcheck:

Wie war der erste Auftritt der Melsunger nach dem Ultimatum?

Am Freitag hatte die MT mitgeteilt, dass es personelle Konsequenzen geben wird, wenn in den nächsten drei Spielen nicht „eine deutliche Tendenz zum Positiven erkennbar“ sein wird. Die Leistung in Ludwigshafen war allerdings trotz des späten Ausgleichs noch keine echte Verbesserung. Zumindest kämpferisch war der MT kein Vorwurf zu machen.

Gab es personelle Veränderungen im Vergleich zur Europacup-Pleite in Silkeborg?

Ja. Trainer Heiko Grimm beorderte neben dem wiedergenesenen Linksaußen Michael Allendorf noch den kroatischen Spielmacher Domagoj Pavlovic in die Startformation. Aus gutem Grund: Pavlovic sollte zudem in einer neu formierten 5:1-Deckung vorgezogen decken. Im Tor begann diesmal Nebojsa Simic.

Wie verlief das Spiel?

Die Melsunger fanden ganz ordentlich in die Begegnung und gingen durch Pavlovic 3:2 in Führung (7.). In der Folgezeit war es ein Duell auf Augenhöhe. Simic verzeichnete einige gute Paraden. Zwar gingen die Eulen kurzzeitig mit zwei Treffern Differenz in Führung, die Antwort der Nordhessen ließ aber nicht auf sich warten. Kai Häfner bediente wiederholt Timm Schneider am Kreis – 12:11 für Melsungen (22.). Kurz vor der Pause glich Lasse Mikkelsen zum 14:14 aus.

Ging die Partie so ausgeglichen weiter?

Nicht wirklich. Die Melsunger bekamen zusehends Probleme. Was sich auch im Ergebnis niederschlug: 14:19 (38.). In dieser Phase vergab Mikkelsen einen Siebenmeter gegen den erfahrenen slowenischen Schlussmann Gorazd Skof. Die große Stärke der Gastgeber war aber die rechte Angriffsseite mit Jerome Müller und Pascal Durak. Gegen dieses Duo des Tabellenvorletzten fand die MT in der Abwehr, in der weiterhin die Defensivstrategen Felix Danner und Finn Lemke fehlten, kein Mittel.

Wie spannend war die Schlussphasse?

Spannender als zwischenzeitlich gedacht. Denn – angetrieben vom stärker werdenden Julius Kühn – verkürzte Melsungen bis auf 21:22 (47.). Die Mannschaft bewies jetzt Kämpferqualitäten. Den Ausgleich warf Mikkelsen fünf Minuten vor Ende (48., 24:24.). Erst vier Sekunden vor Schluss markierte die MT das 25:25 – nach einem Kempa-Anspiel von Linksaußen Yves Kunkel vollendete Häfner gekonnt.

Gab es einen Aufreger?

Ja – und das schon in der elften Minute: Youngster Dimitri Ignatow stoppte Jonathan Scholz unsanft beim Konter. Für das Vergehen sah der 22-Jährige die Rote Karte. Insofern besonders bitter, als Tobias Reichmann, die etatmäßige Nummer eins der MT, wegen Knieproblemen geschont werden sollte. Nun musste der Rechtsaußen trotzdem ran.

Wie war die Übertragung bei Sky?

Der aktuellen Situation absolut angemessen. Kommentator Dennis Baier blickte immer wieder auf die schwierige Lage bei der MT. Nach dem Spiel analysierte er treffend: „Es war ein Achterbahnspiel.“

Nur zwei Tage später entließen die Verantwortlichen des Handball-Bundesligisten MT Melsungen Trainer Heiko Grimm.

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