Handball-Bundesligist verliert 25:26

MT Melsungen verpasst Punktgewinn in Magdeburg

Melsungens Kai Häfner (rechts) im Duell mit Magdeburgs Marko Bezjak. 
+
Melsungens Kai Häfner (rechts) im Duell mit Magdeburgs Marko Bezjak. 

Keine vorweihnachtliche Bescherung für die MT Melsungen: Der Handball-Bundesligist musste sich am Sonntag in Magdeburg geschlagen geben.

Handball-Bundesligist MT Melsungen musste sich am Sonntag vor 6600 Zuschauern in der ausverkauften Getec-Arena nach einer umkämpften Partie dem gastgebenden SC Magdeburg 25:26 (10:10) geschlagen geben. Damit verloren die Nordhessen vorerst den Anschluss an die ersten sechs Plätze. Unser Schnellcheck:

Wie fanden die Melsunger in die Partie?

Sehr ordentlich. Speziell die Hintermannschaft verdiente sich viel Anerkennung. Magdeburgs Top-Torjäger Michael Damgaard sah sich immer wieder dazu gezwungen, seine gefürchteten Vorstöße abzubrechen. Und wenn er mal zum Abschluss kam, dann scheiterte er wiederholt am glänzend aufgelegten MT-Tormann Nebojsa Simic. Es war also keine Überraschung, dass die Nordhessen in der zwölften Minute durch Treffer von Roman Sidorowicz und Kai Häfner zum 6:3 kamen.

Welche Rolle spielte Julius Kühn?

Der Rückraumschütze der Gäste war diesmal in doppelter Hinsicht gefordert. Zum einen sollte er natürlich für Gefahr von Halblinks sorgen. Zum anderen beorderte Trainer Heiko Grimm den Rechtshänder ins Abwehrzentrum an die Seite von Felix Danner. Dort ersetzte Kühn die fehlenden Finn Lemke (grippaler Infekt) und Stefan Salger (Zahnprobleme). Allerdings bekam er schon früh die zweite Zeitstrafe – eine schwere Hypothek für den Melsunger Kader. Zudem musste Linksaußen Michael Allendorf früh leicht verletzt vom Feld.

Wie ging die MT mit diesen personellen Problemen um?

Vorübergehend durfte Sidorowicz für Kühn ran. Im Angriff ließen die Gäste zu viel liegen. Oder besser: SCM-Schlussmann Jannick Green stand Simic in nichts nach. Melsungen geriet dennoch nur ein einziges Mal in Rückstand – das war beim 8:9. Matthias Musche verwertete ein Kempa-Anspiel von Tim Hornke (28.). Nach 30 Minuten stand es unentschieden – alles offen.

Konnten sich die Nordhessen im zweiten Abschnitt im Angriff steigern?

Zumindest legte der Rückraum zu. Kühn, Häfner und Lasse Mikkelsen setzten einige Akzente. TV-Experte Stefan Kretzschmar benannte den Dänen mit Blick auf dessen harte Schlagwürfe sogar kurzerhand in „Lasse Fackelsen“ um. Zwar gerieten die Melsunger zwischenzeitlich mit 16:19 ins Hintertreffen (44.), sie verfielen aber – anders als in einigen vorangegangenen Begegnungen – nicht in Hektik. Das zahlte sich aus: Spektakulär, wie Kreisläufer Marino Maric zum 21:22 verkürzte (51.). Es passte ins gute Melsunger Bild, dass Simic einen Strafwurf von Daniel Pettersson entschärfte (51.).

Weshalb nahm die MT nichts Zählbares mit?

In einigen Szenen haderten die Nordhessen mit Entscheidungen der Unparteiischen Ronald Klein und Christoph Immel – zurecht, wie die Fernsehbilder bei Sky zeigten. Auch, dass die Magdeburger nur eine, die Melsunger aber sieben Zeitstrafen hinnehmen mussten, schürte den Unmut der Gäste. Dennoch machte der Tabellensiebte aus einem 23:25-Rückstand durch Kühn und Mikkelsen ein 25:25 (59.). In der Schlussminute wurde es richtig spannend. Zunächst kassierte Maric eine Zeitstrafe. Dann gelang dem SCM durch Spielmacher Marko Bezjak vier Sekunden vor Ende das 26:25. Der anschließende letzte Angriff der MT brachte nichts mehr ein. Es kochten lediglich nach einer Rangelei zwischen Tobias Reichmann und Magdeburgs Matthias Musche noch einmal die Emotionen hoch.

Was blieb von der Übertragung bei Sky hängen?

Stefan Kretzschmar beschäftigte sich intensiv mit einem Thema: die Mentalität der Melsunger. So zum Beispiel in der 40. Minute, als Mikkelsen nicht entschlossen genug einem freien Ball hinterherlief. Danach stellte der Handball-Experte fest: „Das meine ich mit Mentalität. Diesen Ball musst du um jeden Preis holen.“ Zudem stellte er passend fest: „Magdeburg wollte den Sieg ein bisschen mehr.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.