Zweimal gegen Portugal

Kapitän Johannes Golla und sieben Neue: Handball-Nationalmannschaft geht mit jungem Team in nächste Tests

Führt jetzt das deutsche Team an: Johannes Golla (links, hier gegen den Bosnier Ivan Karacic). Rechts: Timo Kastening.
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Führt jetzt das deutsche Team an: Johannes Golla (links, hier gegen den Bosnier Ivan Karacic). Rechts: Timo Kastening.

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft bestreitet die Testspiele gegen Portugal mit einigen neuen Gesichtern.

Kassel – Die Spieler haben Namen wie Köster, Wagner und M’Bengue. Das Tor hüten Handballer namens Birlehm und Klimpke. Und der Kapitän heißt Golla. Exakt drei Monate nach dem Ausscheiden bei den Olympischen Spielen in Tokio hat sich bei der deutschen Nationalmannschaft einiges verändert. Wer in dieser Woche die Tests der DHB-Auswahl gegen Portugal am Freitag in Luxemburg (20.15 Uhr, Sport1) und beim Tag des Handballs zwei Tage später im Düsseldorfer PSD Dome (15 Uhr, Livestream bei ZDF Sport) verfolgt, muss sich an einige neue Gesichter gewöhnen.

Dabei ist die Nachricht, dass der frühere Melsunger Profi Johannes Golla von Bundestrainer Alfred Gislason zum Kapitän bestimmt wurde, eigentlich noch die am wenigsten spektakuläre. Nach dem Rücktritt von Uwe Gensheimer aus der Nationalmannschaft brauchte das Team einen neuen Anführer. „Er ist ein zentraler Spieler, der vorn und hinten seine Leistung bringt“, lobt der Melsunger Rechtsaußen Timo Kastening seinen Zimmerkollegen. Tatsächlich bringt der Kreisläufer der SG Flensburg-Handewitt viel mit: Er ist beliebt, immer klar im Kopf und sammelte schon viel Erfahrung in der Champions League.

„Dieses Amt übernehmen zu dürfen, ist eine riesige Ehre“, sagt Golla. Kommenden Freitag wird er 24 Jahre alt – damit steht er für die junge Generation, die bei Gislason nun eine deutlich größere Rolle einnimmt. Einerseits aus Not, weil Johannes Bitter, Gensheimer und Steffen Weinhold ihre Karriere im DHB-Team beendet haben und Hendrik Pekeler eine Pause einlegen möchte. Andererseits aus Zwang, weil der Kader nicht die nötige Breite hat. Erst Recht nicht, nachdem jetzt mit Patrick Wiencek (private Gründe), Fabian Wiede und Paul Drux (beide verletzt) drei Leistungsträger abgesagt haben. Insgesamt sieben Akteure stehen vor ihrem Debüt im Adlertrikot: die Leipziger Joel Birlehm und Luca Witzke, Magdeburgs Lukas Mertens, Gummersbachs Julian Köster, Ludwigshafens Hendrik Wagner, Lemgos Lukas Zerbe sowie Wiede-Ersatz Djibril M’Bengue vom FC Porto.

Zurück im Nationalteam: Simon Ernst.

„Wir haben jetzt eine Truppe beisammen, die für Gegenwart und Zukunft steht“, betont DHB-Sportvorstand Axel Kromer. Mitte Oktober hatte Gislason unter anderen einige Talente in die Sportschule Hennef eingeladen. Ein Teil davon darf nun auf Einsatzzeiten in der Nationalmannschaft hoffen.

„Wir haben in den letzten Wochen und Monaten gesagt, dass wir etwas unternehmen müssen, um mehr Breite im Kader zu haben“, stellt Gislason fest. Dass er jetzt einige junge Spieler testet, ist „wichtig für die nächsten Jahre.“

Im Tor teilen sich nun Birlehm und der Wetzlarer Till Klimpke die Aufgaben: Das heißt: Erstmals seit zweieinhalb Jahren heißen die Schlussleute nicht Bitter, Silvio Heinevetter oder Andreas Wolff. Auch Olympia-Teilnehmer wie die beiden Melsunger Rückraumakteure Julius Kühn und Kai Häfner wurden nicht nominiert.

Dagegen erhält Leipzigs Simon Ernst, ein Europameister von 2016, nach langer Verletzungspause wieder eine Chance. „Für Simon freue ich mich besonders, weil er das Prädikat hat, Mittelmann in Abwehr und Angriff zu sein“, erklärt Kastening.

Die bekanntesten Akteure im Aufgebot sind jetzt Philipp Weber (Magdeburg), Jannik Kohlbacher und Juri Knorr (beide von den Rhein-Neckar Löwen), Marcel Schiller von Frisch Auf Göppingen und Flensburgs Golla – der neue Kapitän, versteht sich. (Björn Mahr)

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